16. Mai 2014 · Quelle: Utopia e.V.

Garage“ vor dem aus – Utopia e.V. bald ohne Vereinsräume?

Frankfurt (Oder) - Forderung nach einem neuen Vereinsraum

In den letz­ten 5 Jah­ren haben wir als Uto­pia e.V. mit un­se­rem Ver­an­stal­tungs­raum, der „Ga­ra­ge“ in Frank­furt (Oder) einen selbst­ver­wal­te­ten Frei­raum ge­schaf­fen, in dem Kon­zer­te, Work­shops, Bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen und Thea­ter­vor­stel­lun­gen statt­fin­den konn­ten, in dem aber auch Be­su­cher_in­nen dazu an­ge­regt wur­den, sich selb­st ein­zu­brin­gen, aus­zu­pro­bie­ren und mit­zu­ge­stal­ten. Neben dem Ver­an­stal­tungs­raum um­fasst die „Ga­ra­ge“ eben­falls Band­pro­be­räu­me und einen Sport­raum.
Ab Ok­to­ber die­ses Jah­res wird es die „Ga­ra­ge“ nicht mehr geben. Uns wurde ge­kün­digt, da wir eine dras­ti­sche Mie­ter­hö­hung sowie wei­te­re Auf­la­gen des Ver­mie­ters nicht mehr tra­gen kön­nen. Dar­über hin­aus ist der „Kon­takt­la­den“, ein wei­te­rer Teil un­se­rer Ver­eins­räu­me, in dem wir uns or­ga­ni­sie­ren und in dem die Be­ra­tungs­ar­beit für Ge­flüch­te­te und Be­trof­fe­ne rech­ter Ge­walt statt­fin­det, durch eine Mie­ter­hö­hung akut be­droht. Damit er­le­ben wir ge­ra­de die Kehr­sei­te ein­er „Auf­wer­tung“ von Stadt­vier­teln, die auch immer mit ein­er Ver­drän­gung der­je­ni­gen ein­her geht, die diese nicht be­zah­len kön­nen oder schlicht fehl am Platz schei­nen.
Uto­pia e.V. – ein wich­ti­ger zi­vil­ge­sell­schaft­li­cher Ak­teur in Frank­furt (Oder)
Uto­pia e.V. ist ein ge­mein­nüt­zi­ger Ver­ein und an­er­kann­ter Trä­ger der frei­en Ju­gend­hil­fe. Seit Ende der 1990er Jahre en­ga­gie­ren wir uns in Frank­furt (Oder) in lin­ker, an­ti­fa­schis­ti­scher und eman­zi­pa­to­ri­scher Ju­­gend-?, Kul­­tur-?, Bil­­dungs-? und Be­ra­tungs­ar­beit. Unser An­trieb dabei ist, die ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se von Aus­gren­zung und Aus­beu­tung auf­zu­zei­gen und zu über­win­den.
Wir haben in den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren vie­les aus ei­ge­ner Kraft auf die Beine ge­stellt: In der „Be­ra­tungs­stel­le für Opfer rech­ter Ge­walt“ (BOrG) be­ra­ten und un­ter­stüt­zen wir Be­trof­fe­ne. Au­ßer­dem gibt es ein ei­ge­nes Be­ra­tungs­an­ge­bot für Ge­flüch­te­te, denen wir z.B. in ihrem Asyl­ver­fah­ren, bei Be­hör­den­gän­gen oder an­de­ren Fra­gen und Pro­ble­men be­ra­tend zur Seite ste­hen. Mit dem Gau­kel­zir­kus „To­ka­ri­na“ be­steht ein An­ge­bot für junge Men­schen mit In­ter­es­se an Jon­gla­ge, Akro­ba­tik und Clow­ne­rie.
Wir bie­ten in un­se­ren Ver­eins­räu­men „Kon­takt­la­den“ und „Ga­ra­ge“ die Mög­lich­keit, selbst­be­stimmt Pro­jek­te zu ver­schie­dens­ten The­men zu rea­li­sie­ren, sich mit Gleich­ge­sinn­ten zu tref­fen und zu or­ga­ni­sie­ren. Dabei han­deln wir immer nach den Grund­sät­zen von Gleich­heit, Frei­heit und Gleich­be­rech­ti­gung.
Zudem haben sich viele Ak­ti­ve dazu ent­schlos­sen auch ge­mein­sam zu leben und zu woh­nen; ein Um­stand, der vie­len un­se­rer Pro­jek­te zu Gute kommt. In un­se­rer Ar­beit sind wir mit ver­schie­de­nen zi­vil­ge­sell­schaft­li­chen Ak­teur_in­nen lokal und lan­des­weit ver­netzt.
Ohne Ver­eins­räu­me ist die Ar­beits­grund­la­ge des Ver­eins mas­siv be­droht

Ohne die Ar­beit von Uto­pia wäre es nicht ge­lun­gen, eine so brei­te Öf­fent­lich­keit zu mo­bi­li­sie­ren, die sich ge­mein­sam mit dem Bünd­nis „Kein Ort für Nazis in Frank­furt (Oder)“ zwei Neo­na­zi-?De­mons­tra­tio­nen in der Stadt er­folg­reich in den Weg ge­stellt hat. Bil­dungs­pro­jek­te, wie z.B. der „Zug der Er­in­ne­rung“, gehen auf das En­ga­ge­ment des Ver­eins zu­rück. Ge­flüch­te­te und Be­trof­fe­ne von rech­ter Ge­walt ver­lie­ren eine wich­ti­ge An­lauf­stel­le. Mit dem Aus der „Ga­ra­ge“ bricht für viele, ins­be­son­de­re junge Men­schen ein Ort weg, der eine wich­ti­ge und be­zahl­ba­re Al­ter­na­ti­ve in der lo­ka­len Kul­tur­land­schaft zwi­schen klas­si­schem Kul­tur­an­ge­bot, an­de­ren zi­vil­ge­sell­schaft­li­chen In­itia­ti­ven und kom­mer­zi­el­ler Groß­raum­dis­ko dar­stellt. Denn ein sol­cher Frei­raum, an dem al­ter­na­ti­ve Le­bens­ent­wür­fe ge­lebt wer­den kön­nen und sol­len, an dem men­schen­ver­ach­ten­des Ge­dan­ken­gut nicht to­le­riert wird, exis­tiert kein zwei­tes Mal in Frank­furt (Oder).
Um un­se­re Ar­beit fort­zu­füh­ren, for­dern wir einen selbst­ver­wal­te­ten Frei­raum!

Wir wer­den wei­ter­hin ent­schlos­sen für un­se­re Idea­le und Ziele kämp­fen: Für einen an­ti­fa­schis­ti­schen Kon­sens in der Ge­sell­schaft strei­ten, Ras­sis­mus und Men­schen­feind­lich­keit in jed­er Form äch­ten, Teil­ha­be von Gleich­ge­sinn­ten or­ga­ni­sie­ren und al­ter­na­ti­ve linke Le­bens­ent­wür­fe stär­ken. Um diese selbst­be­stimm­te, eman­zi­pa­to­ri­sche und gleich­be­rech­tig­te Ar­beit wei­ter­zu­füh­ren, brau­chen wir einen nicht­kom­mer­zi­el­len und si­che­ren Raum – einen lin­ken Frei­raum. Nur so kön­nen wir wei­ter­hin als wich­ti­ger Teil der Zi­vil­ge­sell­schaft aktiv sein und un­se­re Ar­beit auf­recht­er­hal­ten.
Denn De­mo­kra­tie braucht Zi­vil­ge­sell­schaft und Frank­furt (Oder) braucht Uto­pia!
Wei­ter Infos dazu im Blog: „Für einen lin­ken Frei­raum*“

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