16. Mai 2014 · Quelle: Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V.

Erneut Angriff auf ehemaligem KZ-Gelände

Fürstenberg - Nach der Gedenkfeier zum 69. Jahrestag der Befreiung am 4.5.2014 wurde vom Gelände des ehemaligen Jugendkonzentrationslagers und späteren Vernichtungslagers Uckermark ein Sonnensegel gestohlen.

Am Mor­gen des 4.5.2014 hat­te sich noch eine Gruppe von Wanderer_innen auf der Bank niederge­lassen, aus­geruht und sich informiert. “Eine gute Möglichkeit, zu ruhen und zu gedenken.” Am Nach­mit­tag bei der Gedenk­feier saßen auf den Bänken unter dem Son­nen­schutz mit Blick auf den Gedenkstein die Über­leben­den Ravens­brück­erin­nen Ilse Hein­rich und Char­lotte Kroll.
Als einige Tage später Ver­e­na Har­tung von der Ini­tia­tive für einen Gedenko­rt ehe­ma­liges KZ Uck­er­mark e.V. mit ein­er Gruppe Studieren­der auf den Gedenko­rt kam, war das Son­nensegel samt allen Hal­terun­gen weg. Sie sagt: „Ich kann es ein­fach nicht glauben. Eine beispiel­lose Respek­t­losigkeit gegenüber denen, die an diesem Ort inhaftiert waren, die hier ermordet wur­den. Diese Tat spielt denen in dieHände, die einen Schlussstrich unter die Geschichte ziehen wollen, die nicht mehr erin­nern wollen und die Kon­ti­nu­itäten verleugnen.”
Als spon­tane Sol­i­dar­itäts­bekun­dung gab die Gruppe der Studieren­den eine Spende für ein neues Sonnensegel.
Das Segel war im ver­gan­genen Som­mer, nur zwei Tage nach der Errich­tung, von Unbekan­nten zer­stört wor­den. Damals hat­ten die ehe­ma­li­gen Häftlinge Ilse Hein­rich und Char­lotte Kroll das Segel eingeweiht.
Seit gut 15 Jahren arbeit­et die Ini­tia­tive für einen Gedenko­rt ehe­ma­liges KZ Uck­er­mark e.V. daran, den Ort des Jugend­konzen­tra­tionslagers und späterem Ver­nich­tungslagers Uck­er­mark dem Vergessen zu entreißen. Ziel der haupt­säch­lich durch Spenden finanzierten Arbeit ist es, am his­torischen Ort die Geschichte sicht­bar zu machen und die Öffentlichkeit zu informieren. Die Gestal­tung des Gelän­des soll auch zum Ver­weilen und Offe­nen Gedenken ein­laden. Die freie Zugänglichkeit des Ortes unab­hängig vom insti­tu­tion­al­isierten Gedenken ist ein großes Anliegen der Initiative.
„Wir wer­den hier trotz des erneuten Angriffs auf den Gedenko­rt nicht wieder Zäune und Mauern erricht­en!“ sagt Ver­e­na Har­tung. ” Wir wer­den weit­er an unserem Konzept des Offe­nen Gedenkens fes­thal­ten. Wir lassen uns nicht ein­schüchtern und wir wer­den weit­er für einen würdi­gen Gedenko­rt Uck­er­mark kämpfen. Die vie­len pos­i­tiv­en Rück­mel­dun­gen zum Besuch des Gedenko­rtes und das große Inter­esse an Rundgän­gen und Infor­ma­tion sind uns ein Ansporn. “ 

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