11. Mai 2005 · Quelle: MOZ

Gedenken der Opfer des Krieges

(MOZ, 9.5.) Schwedt (MOZ) Gestern jährte sich zum 60. Mal der Tag, an dem der Zweite
Weltkrieg in Deutsch­land endete. In der Uck­er­mark fan­den aus diesem Anlass
in Schwedt, Anger­münde, Pren­zlau, Gartz und Wartin Gedenkver­anstal­tun­gen mit
Kranznieder­legun­gen statt.

Von Antje Scher­er

“Meine Gen­er­a­tion trägt dafür die volle Ver­ant­wor­tung. Ich schäme mich, an
Mord und Zer­störung beteiligt gewe­sen zu sein” sagte Friedrich Selinger, den
viele in Schwedt Fritz nen­nen. Er hat zehn Jahre seines Lebens an den Krieg
ver­loren, fünf davon in der Wehrma­cht, fünf in rus­sis­ch­er Gefan­gen­schaft.
“Da hat­te ich Zeit nachzu­denken” sagt er. Von den 160 Kam­er­aden sein­er
Kom­panie sind am Ende sieben übrig geblieben, drei davon verkrüp­pelt.

Was im Zweit­en Weltkrieg geschah, “sei durch keine Entschuldigung aus der
Welt zu schaf­fen”. Unsere Ver­ant­wor­tung beste­he aber darin, die Erin­nerung
wach zu hal­ten, sagte Selinger gestern am sow­jetis­chen Mah­n­mal auf dem Neuen
Fried­hof in Schwedt. Etwa 80 Bürg­er Schwedts und Vertreter von PDS, SPD,
BfS, Attac, DGB und weit­ere hat­ten sich ver­sam­melt. Unter ihnen auch Mike
Bischoff, Land­tagsab­ge­ord­neter der SPD und Dez­er­nent Lutz Her­rmann.

Auch die jün­gere Gen­er­a­tion war durch einen Schüler des Gauß-Gym­na­si­ums
vertreten, der über die Toten von Cho­j­na sprach. “Ihr Men­schen pflanzt in
eure See­len den Namen des Friedens”, endete seine Ansprache. Drei Trompeter
der Musikschule Schwedt begleit­eten das Gedenken.

Sehr berührend sprach anschließend Inge Heine­mann über ihren bere­its
ver­stor­be­nen Mann, der seines jüdis­chen Vaters wegen ver­fol­gt wurde. “Das
darf sich niemals wieder­holen” sagte die 85-Jährige.

Auch in Anger­münde fan­den sich an diesem Tag Vertreter von PDS und SPD und
Bürg­er der Stadt zusam­men, um im Friedenspark der gefal­l­enen sow­jetis­chen
Sol­dat­en zu gedenken. Sie legten auch am Mah­n­mal für alle Opfer des zweit­en
Weltkrieges Blu­men nieder.

Außer­dem fan­den in Pren­zlau, Gartz und Wartin Gedenkver­anstal­tun­gen mit
Kranznieder­legun­gen statt. In Pren­zlau hat­te ein bre­ites Bünd­nis aus
Stadtver­wal­tung, Mit­gliedern aller Parteien, der Kirche, Lehrern,
Jugendlichen und anderen den Aufruf zum 60. Jahrestag der Befreiung
unter­schrieben. Es wur­den am Sow­jetis­chen Ehren­mal, am VVN-Ehren­mal und am
Jüdis­chen Fried­hof Kränze niedergelegt. In Gartz legte dage­gen nur die PDS
Blu­men an den Denkmälern für die sow­jetis­chen und die deutschen Sol­dat­en
nieder.

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