10. Oktober 2005 · Quelle: MAZ

Gedenken in der “Station Z”

ORANIENBURG Eine kleine Gruppe von etwa 30 Besuch­ern hat­te sich am
Son­ntagvor­mit­tag in der Gedenkstätte Sach­sen­hausen einge­fun­den. An der
“Sta­tion Z”, dem neu gestal­teten zen­tralen Gedenk-ort, erin­nerten sie an die
Ermor­dung von 27 Häftlin­gen des Konzen­tra­tionslagers am 11. Okto­ber 1944.

Der Vor­sitzende des Sach­sen­hausen-Komi­tees in der Bun­desre­pub­lik
Deutsch­land, Andreas Mey­er, erin­nerte daran, dass mit diesen Mor­den ein
Zeitab­schnitt zu Ende gegan­gen sei, den man als “Peri­ode der
Son­derkom­mis­sio­nen” beze­ich­net. Im Zuge von Ermit­tlun­gen der Krim­i­nalpolizei
wegen Unter­schla­gun­gen von Wert­sachen ermorde­ter Juden durch Ange­hörige der
SS waren Anze­ichen für eine geheime kom­mu­nis­tis­che Wider­stand­sor­gan­i­sa­tion
im Lager ent­deckt wor­den.

Eine von SS-Chef Himm­ler per­sön­lich einge­set­zte Son­derkom­mis­sion der Gestapo
ver­haftete nach Hin­weisen von Spitzeln und Folterun­gen von Verdächti­gen mehr
als 100 Häftlinge, darunter zahlre­iche kom­mu­nis­tis­che Block­äl­teste. 27 von
ihnen, 24 deutsche und drei franzö­sis­che KZ-Insassen, wur­den an jen­em 11.
Okto­ber zum Kre­ma­to­ri­um auf den Indus­triehof gefahren. Dort ließ sie
Schut­zlager­führer Körn­er in der Genickschus­san­lage exeku­tieren.

Ein­er von diesen Häftlin­gen war Ludger Zol­likofer, auf dessen Lebensspuren
sich Artur Nähring begab. Viel wisse man nicht von Ludger Zol­likofer, der am
29. Okto­ber 1893 im Ruhrge­bi­et geboren wurde, 1922 in Essen eine Orts­gruppe
der KPD grün­dete und seit 1927 Parteisekretär der Inter­na­tionalen
Arbeit­er­hil­fe (IAH) war. Zol­likofer wurde sofort bei Aus­bruch des Krieges
ver­haftet und kam am 10. Sep­tem­ber 1939 ins KZ Sach­sen­hausen.

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