17. April 2005 · Quelle: MAZ

Gedenkstein für KZ-Außenlager

(15.04.05)KÖNIGS WUSTERHAUSEN Anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung des KZ
Sach­sen­hausen find­et am Mon­tag in Königs Wuster­hausen ein “Tag der
Erin­nerung” statt.

In der Stadt befand sich vom Sep­tem­ber / Okto­ber 1944 bis zum Kriegsende ein
Außen­lager des KZ Sach­sen­hausen, in dem jüdis­che Häftlinge so genan­nte
Behelf­sheime für Aus­ge­bombte bauen mussten. Diese Häftlinge wur­den vom
let­zten noch auf pol­nis­chem Gebi­et befind­lichen Ghet­to in Lodz im Herb­st
1944 nach Königs Wuster­hausen trans­portiert. Etwa 600 dieser Schick­sale sind
Bürg­er­meis­ter Ste­fan Lud­wig zufolge his­torisch belegt.

Ein­er von ihnen war David Grien­stein, den die Stadt am Mon­tag eben­so wie
einen schwedis­chen und einen pol­nis­chen Staats­bürg­er als Gast erwartet.

Am ehe­ma­li­gen Ort des Außen­lagers vor der EWE-Bezirksmeis­terei im Flieder­weg
wer­den die Über­leben­den gemein­sam mit dem Bürg­er­meis­ter um 14 Uhr eine
Gedenk­tafel enthüllen. Sie trägt die Inschrift: “1944–1945 Außen­lager des
Konzen­tra­tionslagers Sach­sen­hausen. Auf diesem Gelände zwis­chen ehe­ma­liger
Sen­ziger Land­straße und Priester­graben befand sich das KZ Außen­lager Königs
Wuster­hausen. In diesem Lager mussten jüdis­che KZ-Häftlinge pol­nis­ch­er und
ungarisch­er Nation­al­ität Zwangsar­beit leis­ten.”

Anschließend erhal­ten Schüler aus allen weit­er­führen­den Schulen der Stadt
die Möglichkeit, ab 15 Uhr im Bürg­er­haus “Hanns Eisler” mit den ehe­ma­li­gen
Häftlin­gen über den Nation­al­sozial­is­mus, den Holo­caust sowie die
Zwangsar­beit ins Gespräch zu kom­men.

Die Gedenk­tafel wurde über die EWE-Stiftung finanziert. Die Stadt trägt die
Kosten für Auf­stel­lung und Pflege.

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