17. April 2005 · Quelle: LR

Von Spremberg in den Kessel von Kausche

Flucht und sinnlos­es
Ster­ben / Tausende tote Sol­dat­en und Zivilis­ten

Sprem­berg war wie viele andere Städte in der Lausitz im Früh­jahr 1945 zur
“Fes­tung” erk­lärt wor­den. Die Vertei­di­ger waren jedoch zum großen Teil
Volksstur­m­män­ner und hastig einge­zo­gene Halb­wüch­sige ohne mil­itärische
Aus­bil­dung.

Viele Zivilis­ten hat­ten die Stadt bis zum Angriff am 16. April schon
ver­lassen. Am näch­sten Mor­gen flo­hen weit­ere Men­schen, nur etwa 700
Zivilis­ten blieben in der dann schon bren­nen­den Stadt zurück. Am Abend des
18. April erre­icht­en rus­sis­che Sol­dat­en der 1. Ukrainis­chen Front unter
Gen­er­al Iwan S. Konew das Kraftwerk Trat­ten­dorf, zwei Tage später war ganz
Sprem­berg in ihrer Hand.

Einen Tag später, am 21. April, wur­den drei deutsche Ein­heit­en, darunter die
Waf­fen-SS-Divi­sion “Frunds­berg” und die Führer-Begleit­di­vi­sion, west­lich der
Stadt eingeschlossen. Sie brachen Rich­tung Kausche aus. Ihr Ziel war es
offen­bar, sich von Süden zur Armee Wenck durchzuschla­gen, auf deren Hil­fe
Adolf Hitler in seinem Berlin­er Führerbunker verge­blich wartete. Doch die
Rotarmis­ten schlossen erneut den Umk­lam­merungsring um die sich von Sprem­berg
zurückziehen­den deutschen Trup­pen bei Kausche. Etwa 15 000 Sol­dat­en und
zahlre­iche fliehende Zivilis­ten geri­eten in diesen Kessel. Das Dorf selb­st
wurde erbit­tert umkämpft, von der Roten Armee ein­genom­men und für Stun­den
von den Deutschen zurücker­obert.

Am 22. April unter­nah­men die bei Kausche eingeschlosse­nen deutschen Trup­pen
einen Aus­bruch aus dem Kessel in Rich­tung West­en. Bei den Sol­dat­en befan­den
sich auch Zivilis­ten, die zwis­chen die Fron­ten ger­at­en waren, aber den
sow­jetis­chen Sol­dat­en um keinen Preis in die Hände fall­en woll­ten. Etwa 5000
deutsche Sol­dat­en und etwa 600 Sol­dat­en und Offiziere der Roten Armee fan­den
bei der Kesselschlacht den Tod. Wie viele Zivilis­ten bei den Kämpfen
zwis­chen Sprem­berg und Kausche ums Leben kamen, ist ungewiss. Die
Zer­störun­gen in den umliegen­den Dör­fern waren groß.

Über einen Teil des dama­li­gen Schlacht­feldes bei Kausche ist inzwis­chen der
Tage­bau Wel­zow-Süd hin­wegge­zo­gen. Kausche selb­st wurde umge­siedelt. Gebeine
von Kriegstoten wer­den immer wieder durch den Berg­bau freigelegt. Sie wer­den
auf dem Sprem­berg­er Geor­gen­berg beige­set­zt. Dort fan­den nach dem Krieg
bere­its tote Rotarmis­ten ihre let­zte Ruhe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Um den Men­schen­fein­den etwas ent­ge­genset­zen zu kön­nen, gilt es, sich zu ver­net­zen, schon beste­hende Bünd­nisse zu stärken und neue zu knüpfen, ger­ade für die Zeit nach der Land­tagswahl. Die Mark­t­platzkonz­erte von Wan­nWennNicht­Jet­zt sind dafür ein Ort.
Leipzig/Cottbus — Am heuti­gen Mor­gen, des 20.Februar 2019, haben wir in Form ein­er Kle­in­grup­pen-Aktion einen Bag­ger im Mit­teldeutschen Braunkohle Revi­er beset­zt
Vor 20 Jahren starb der 28-jährige Farid Guen­doul als Opfer ein­er ras­sis­tis­chen Het­z­jagd. In Guben wird am kom­menden Sam­stag, dem 16. Feb­ru­ar, um 10 Uhr, im Rah­men ein­er Gedenkver­anstal­tung an den jun­gen Algerier erin­nert.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot