28. Januar 2006 · Quelle: BernauerInnen

Gedenkveranstaltung zur Befreiung Auschwitz in Bernau

Alle Jahre wieder, und doch kommt alles anders als gedacht 

Wie wohl in eini­gen anderen Städten, begaben sich heute pflicht­be­wusste BernauerIn­nen auf die Beine um den Opfern des deutschen Ver­nich­tungswahns zu gedenken und den Tag zu ehren, an dem das Konzen­tra­tionslager Auschwitz-Birke­nau 1945 befre­it wurde.
Auschwitz, dort wo die Grausamkeit und die Bes­tial­ität der Nazi-Zeit am deut­lich­sten zu spüren war, ste­ht als Inbe­griff für alle Opfer des Holo­caust, vor allem aber der Ver­nich­tung von 6 Mil­lio­nen jüdis­chen Menschen. 

Etwa 40 Bürg­erIn­nen fol­gten dem offiziellen Aufruf der Stadt Bernau, sich für einen stillen Moment am Denkmal für die Opfer des Nation­al­sozial­is­mus zu ver­sam­meln, um dort Blu­men niederzule­gen. Eine Vertreterin der Stadt richtete einige Wort an die zum größten Teil älteren Ver­anstal­tung­steil­nehmerIn­nen, während die Zer­e­monie von ruhi­gen Klän­gen begleit­et wurde. 

vorher

Eine anfangs unschein­bare Gruppe, sorgte beim Nieder­legen ihres Kranzes für Aufruhe, denn sie hat­ten einen Kranz mit der Auf­schrift: „Den Opfern von Dik­tatur und rotem Besatzung­ster­rors – NPD Kreisver­band Barn­im“ niedergelegt.
Nicht nur, dass eine recht­sex­treme Partei die Frech­heit besitzen, an einem solchen Gedenken teilzunehmen, so war das Nieder­legen eines Kranzes mit klar geschicht­sre­vi­sion­is­tis­che, ver­her­rlichende Hal­tung eine wider­wär­tige Provokation. 

Die Gruppe zählt eigentlich zum Umfeld der DVU, die des Öfteren in Bernau auf­trat­en, wie zulet­zt bei einem Stand der DVU am 23.Juni 05. Zwar ist eine Zusam­me­nar­beit zwis­chen DVU und NPD nichts Ungewöhn­lich­es, doch ist bis zum heuti­gen Tag kein NPD Kreisver­band Barn­im öffentlich aufge­treten. So liegt die Ver­mu­tung nahe, dass es sich hier­bei um eine gewollt ver­wirrende Pro­voka­tion han­delt, da es sich, wie bere­its erwäh­nt, um DVU AktivistIn­nen handelt. 

nach­her

Zwar zeigten alle BesucherIn­nen ihre Empörung, doch wusste der größte Teil nicht mit der Sit­u­a­tion umzuge­hen. Wie es sich jedoch mit der Jugend so ver­hält, kon­nten die anwe­senden jun­gen AntifaschistIn­nen ihre Wut nicht zurück­hal­ten und set­zen diese in die Tat um, in dem sie dem Kranz der NPD den let­zten Schliff ver­passten, sprich ein­fach mal die Bän­der abgeris­sen haben. 

Die Polizei ver­sprach zwar gegen Sachbeschädi­gen zu ermit­teln, doch beka­men die jun­gen AntifaschistIn­nen Unter­stützung von Seit­en der Stadt und sog­ar der Bürg­er­meis­ter per­sön­lich dank­te den Jugendlichen für ihre Aktion. 

Der eigentliche Gedanke soll doch durch diese Pro­voka­tion jedoch nicht ver­loren gehen:

Wir gedenken, den Opfern der deutschen Bar­bareien, ins­beson­dere den 6 Mil­lio­nen jüdis­chen Menschen. 

NIE WIEDER AUSCHWITZ! GEGEN JEDEN ANTISEMITISMUS!

NIE WIEDER FASCHISMUS! NIE WIEDER DEUTSCHLAND!

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