1. März 2010 · Quelle: Rote Hilfe Potsdam

Gegen die Kriminalisierung des Engagements für Freiräume!

Am 08. Novem­ber 2008 fand eine „Par­tybe­set­zung“ in der Skater­halle in der Pots­damer Kur­fürsten­straße statt. Nach ein­er Demon­stra­tion für alter­na­tive Freiräume in Pots­dam an der mehr als 1500 Per­so­n­en teil­nah­men fan­den am Abend mehrere selb­stor­gan­isierte Abschlus­sak­tiv­itäten statt, unter anderem wurde die leer­ste­hende und zu verkaufende Skater­halle als sym­bol­is­ch­er Ort für die vie­len geschlosse­nen oder von Erhalt bedro­ht­en Jugend- und Kul­turein­rich­tun­gen kurzfristig für eine Par­ty beset­zt.

 

Gegen 5 Uhr früh traf die 24. Ein­satzhun­dertschaft der Berlin­er Bere­itschaft­spolizei ein. Anstatt aber deeskalierend zu wirken wur­den die anwe­senden Per­so­n­en provoziert und teil­weise sex­is­tisch belei­digt. Zu diesem Zeit­punkt war die Tech­nik schon abge­baut und ein Großteil der Anwe­senden wollte das Gelände frei­willig ver­lassen. Einzig und allein die Polizei war auf Krawall aus. So wurde das Gelände gestürmt, es gab Schläge und Tritte sowie belei­di­gende Sprüche wie „Schwuch­tel“, „Wichser“ und das Skandieren von „Auswärtssieg“ der Polizeibeamten gegenüber den Anwe­senden.

 

Anschließend wur­den drei Per­so­n­en festgenom­men und zur erken­nungs­di­en­stlichen Behand­lung in das Polizeiprä­sid­i­um in die Hen­ning-von-Tresck­ow-Straße gebracht, wo sie erst gegen 11 Uhr ent­lassen wur­den.

 

Am Mittwoch, den 03. März, begin­nt nun vor dem Amts­gericht in Pots­dam der Prozess gegen einen Beschuldigten. Ihm wird unter anderem Wider­stand gegen Voll­streck­ungs­beamte, beson­ders schw­er­er Land­friedens­bruch und gefährliche Kör­per­ver­let­zung vorge­wor­fen. Eine Farce wenn man über­legt, dass der Ein­satz friedlich hätte gelöst wer­den kön­nen und Gewalt und Gewal­tan­dro­hun­gen durch die Berlin­er Polizis­ten aus­geübt wor­den sind. Die Rote Hil­fe Pots­dam sol­i­darisiert sich mit den Betrof­fe­nen und ruft alle Unterstützer_Innen dazu auf, an der Ver­hand­lung teilzunehmen oder ander­weit­ig den Prozess zu begleit­en.

 

Gegen staatliche Repres­sion und Polizeige­walt!

Sol­i­dar­ität mit allen Betrof­fe­nen!

 

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