26. Juni 2006 · Quelle: opferperspektive

Gegen rechte Schläger eingegriffen — und nun auf der Anklagebank

Am Amts­gericht Rathenow find­et am Dien­stag, den 27. Juni, um 13:00 Uhr eine Ver­hand­lung wegen ein­er Auseinan­der­set­zung zwis­chen Linken und Recht­en statt. Angeklagt ist der Rechte Chris­t­ian Sch. und der Linke Flo­ri­an E., am 10. Dezem­ber 2005 Pfef­fer­spray einge­set­zt zu haben. 

Gegen 4 Uhr erhielt Flo­ri­an E. einen tele­fonis­chen Hil­fer­uf eines linken Jugendlichen, der ger­ade eine Begeg­nung mit zwei Recht­en hin­ter sich hat­te, bei der ihm ohne Grund Pfef­fer­spray in die Augen gesprüht wurde. Der Jugendliche hat­te Angst um seinen Fre­und, der den Recht­en nicht entkom­men war. Flo­ri­an E. kam sofort, und zusam­men gin­gen sie zum Ort der Auseinan­der­set­zung zurück. Kaum war Flo­ri­an E. auf die bei­den Recht­en hinzuge­treten, sprühte Chris­t­ian Sch. ihm Pfef­fer­spray in die Augen. Flo­ri­an E. vertei­digte sich sein­er­seits eben­falls mit Pfef­fer­spray, das jedoch bei dem angetrunk­e­nen Recht­en keine Wirkung zeigte. Als sich von der Seite der zweite Rechte Flo­ri­an plöt­zlich bedrohlich näherte, zog Flo­ri­an zur Abwehr ein Mess­er. Die tätliche Auseinan­der­set­zung war damit been­det, der Stre­it wurde ver­bal weitergeführt. 

Auseinan­der­set­zun­gen wie diese sind typ­isch für Rathenow, ein­er Hochburg der recht­sex­tremen Szene. Linke Jugendliche, Punks, Afrodeutsche und Flüchtlinge müssen täglich mit der Begeg­nung mit gewalt­bere­it­en Recht­en rech­nen. Die Begeg­nung im Dezem­ber let­zten Jahres ging glimpflich aus, oft kommt es jedoch zu schw­eren Ver­let­zun­gen. Nur zu ver­ständlich ist es, wenn die Betrof­fe­nen sich gegen diese alltägliche Bedro­hung zur Wehr set­zen. Unver­ständlich ist es allerd­ings, wenn jet­zt jemand, der Nothil­fe leis­ten wollte und selb­st ange­grif­f­en wurde, für dieses couragierte Ein­greifen angeklagt wird. Zu hof­fen ist, dass das Gericht diesen Irrtum korrigiert. 

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