7. August 2004 · Quelle: MAZ

Gegen rechtes Gedankengut

HENNIGSDORF Das linke Blatt “Neues Deutsch­land” hat bere­its Inter­esse an einem Interview
mit den Ini­tia­toren angekündigt — die 3. Anti-Ras­sis­mus-Demo, die am 3.
Sep­tem­ber ab 18 Uhr auf dem Hen­nigs­dor­fer Post­platz starten wird, macht die
Runde. 

Dieses Jahr hof­fen die Ver­anstal­ter von der städtis­chen Anti-Rassismus-Lobby
auf noch mehr Zus­pruch als im ver­gan­genen Jahr. Dass manch­er Bürg­er während
der bish­eri­gen zwei Demos gegen Rechts skep­tisch aus dem Fen­ster schaute,
lag möglicher­weise an der man­gel­nden Infor­ma­tion, ver­mutete Mitinitiator
Ste­fan Tschir­switz auf der 40. Sitzung des Hen­nigs­dor­fer “Ratschlags” am
Don­ner­stagabend: “Die Leute dacht­en wohl, dass rechte Chaoten auf der Straße
wären und hat­ten Angst.” 

Dabei ist genau das Gegen­teil der Fall: Gegen rechte Gewalt und
nation­al­sozial­is­tis­ches Gedankengut richtet sich das Engage­ment der
Organisatoren. 

Den skep­tis­chen Blick­en soll in diesem Jahr eine massive
Infor­ma­tion­sof­fen­sive vor­beu­gen. 1000 Fly­er, zahlre­iche Poster und
Handzettel ver­weisen auf den Hin­ter­grund und die Ziele des Aufmarsches
Anfang Sep­tem­ber: “… denn der braune Schleim blub­bert immer noch”, heißt
es auf den Flug­blät­tern. Voraus­sichtlich wird die Zahl der Demonstranten -
2003 waren es 300 — in diesem Jahr überboten. 

Gegen­stand der Demon­stra­tion sollen nicht nur das umstrittene
Gutschein­sys­tem und die Res­i­den­zpflicht für aus­ländis­che Mit­bürg­er sein.
Auch die Entwick­lung der Stadt während der Nazi-Dik­tatur soll thematisiert
wer­den. Schließlich spielte Hen­nigs­dorf mit Arbeit­slagern und der
Waf­fen­pro­duk­tion für den Zweit­en Weltkrieg eine frag­würdi­ge Rolle, die es
vor allem für junge Leute aufzu­greifen gilt. 

Unter­dessen gedei­ht eine Quelle recht­en Gedankenguts in der Stadt nahezu
unbe­hel­ligt. Wie der “Ratschlag” recher­chierte, verkaufe ein Laden in der
Haupt­straße nicht nur Klei­dung mit recht­sradikaler Sym­bo­l­ik, son­dern sei
auch eine Plat­tform neon­azis­tis­ch­er Pro­pa­gan­da und Ver­net­zung. So sei der
Laden­in­hab­er auch Betreiber eines Ver­sandes für Nazi-Musik mit
haarsträuben­den Tex­ten. Anwe­sende Vertreter der Stadtver­wal­tung wurden
gebeten, mit dem Laden-Ver­mi­eter zu sprechen. 

Weit­ere The­men des “Ratschlags” waren die Gestal­tung der Home­page, die bald
zugänglich sein soll, und Vorschläge für eine “Woche des ausländischen
Mitbürgers”.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Am 15. und 22. Sep­tem­ber fand ein Prozess am Amts­gericht Oranien­burg statt, bei dem ein ras­sis­tisch motiviert­er Angriff auf einen Paket­boten aus dem Sep­tem­ber ver­gan­genen Jahres ver­han­delt wurde. Das Gericht sah es als erwiesen an, …
UPDATE zur Nazikundge­bung am 8. August in Hen­nigs­dorf +++ neue Uhrzeit der Anreise ++ Einschätzung
Gegen NS-Ver­her­rlichung und die Instru­men­tal­isierung des »Tages des poli­tis­chen Gefan­genen!« Aufruf & Anreise zu Protesten gegen die Nazi-Kundge­bung am 8. August in Hennigsdorf 

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot