4. November 2006 · Quelle: ND

Gelöbnis in Strausberg soll gestört werden


Bun­deswehr ver­legte Ver­anstal­tung mit 570 Rekruten von der Energie-Are­na in die Barnim-Kaserne

Von Juri Eber und Ralf Fischer 

Es war voll im Klub »Tonne«. Über 30 Per­so­n­en hörten Ste­fan Gerb­ing von den JungdemokratIn­nen / Junge Linke zu. Gerb­ing berichtete über Entste­hung und Tra­di­tion­spflege der Bun­deswehr. Sie sei von ehe­ma­li­gen Wehrma­cht­sof­fizieren gegrün­det wor­den, die an Ver­brechen beteiligt waren, erzählt er. Diese Tra­di­tion­slin­ie sei ein­er der besten Gründe, die Bun­deswehr abzulehnen. In der anschließen­den Diskus­sion kam auch die andere Seite zu Wort. »Die Bun­deswehr ist keine Armee, die poli­tis­che Inter­essen durch­set­zt«, sagte ein ehe­ma­liger Unterof­fizier. Dage­gen meinte der 69-jährige Rein­hold Ger­hardt: »Ich bin gegen jede Art der Mil­itär­poli­tik, denn diese beruht immer auf Aggression.«
Die Ver­anstal­tung war Teil der Kam­pagne »Befleck­te Weste – Sauberes Image«, angeschoben vom »Bünd­nis gegen Mil­i­taris­mus Straus­berg«. Hin­ter­grund ist ein Gelöb­nis von 570 Rekruten am 16. Novem­ber um 14 Uhr. Es sollte ursprünglich in der Straus­berg­er »Energie-Are­na« stat­tfind­en, ist jedoch in die Barn­im-Kaserne ver­legt wor­den. Bis dahin sind noch zwei Ter­mine in der »Tonne« anber­aumt, bei denen es um »Neue Deutsche Außen­poli­tik« und die »Imagepflege der Bun­deswehr« geht.

»Höhep­unkt wer­den aber die hof­fentlich stat­tfind­en­den Störak­tio­nen am Tag des Gelöb­niss­es sein«, heißt es vom Bünd­nis. Die Bun­deswehr wolle durch Gelöb­nisse Akzep­tanz für Krieg und Mil­itär in der Bevölkerung schaf­fen, so die Begrün­dung für den geplanten Protest. Auch wenn die Armee ein Bene­fizkonz­ert für Kirchen ver­anstalte oder bei der Sanierung eines Sport­platzes helfe, sollte nie vergessen wer­den, dass sie »eine mil­itärische Insti­tu­tion ist, die deutsche Inter­essen durch­set­zt« und dabei den Tod von Men­schen in Kauf nimmt, betonte Bünd­nis­sprecherin Mari­na Bogatzke. 

Tonne, Schul­straße 4, Straus­berg, »Neue Deutsche Außen­poli­tik« am 7. Novem­ber und »Imagepflege der Bun­deswehr« am 15. Novem­ber, jew­eils 19 Uhr 

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