6. November 2006 · Quelle: Inforiot

Märkischer Heimatschutz“ aufgelöst

INFORIOT Die neon­azis­tis­che Kam­er­ad­schaft Märkisch­er Heimatschutz (MHS) hat sich aufgelöst. Dies teilte MHS-Anführer Gor­don Rein­holz in ein­er am Son­ntag ver­bre­it­eten Erk­lärung mit. Nach­dem der 2001 gegrün­dete MHS einige Jahre lang als aktivste und gefährlich­ste Kam­er­ad­schaft im Land Bran­den­burg galt, war es seit etwa einem Jahr ruhig um die Gruppe gewor­den. Lediglich die Berlin­er Sek­tion des son­st vor­rangig in Nor­dost-Bran­den­burg ver­ankerten MHS war dann und wann noch öffentlich in Erschei­n­ung getreten. Auf der Home­page des Berlin­er Ablegers wird die Auflö­sung bis­lang nicht ver­meldet.

Das Ende des MHS wurde laut Rein­holz auf ein­er Ver­samm­lung in der Schorfhei­de am 4. Novem­ber (fast genau fünf Jahre nach der Grün­dung am 24.11.2001) beschlossen. Man wolle sich mit diesem Schritt „von alten Struk­turen lösen“ und „einen anderen poli­tis­chen Weg beschre­it­en“. Ins­beson­dere habe man vor, kün­ftig „den par­la­men­tarischen Weg zu gehen“. Damit kann nur gemeint sein, dass sich die verbliebe­nen MHSler nun­mehr in die NPD ein­brin­gen wollen, wird auf dem Neon­azi-Web­por­tal Stör­te­bek­er gemut­maßt.

Die Auflö­sung bei gle­ichzeit­iger Annäherung an die NPD entspricht dem lan­desweit­en Trend in der Kam­er­ad­schaftsszene. Erst im August hat­ten die „Lausitzer Front“ aus Guben, der „Sturm Cot­tbus“ sowie die „Gesin­nungs­ge­mein­schaft Südost­bran­den­burg“ ihre Arbeit eingestellt. Die Mit­glieder dieser Organ­i­sa­tio­nen wür­den inzwis­chen stark von der NPD umwor­ben, schätzt der Bran­den­burg­er Ver­fas­sungss­chutz ein.

Ein Engage­ment in der NPD wäre für ex-MHS-Chef Gor­don Rein­holz keineswegs Neu­land. Bevor es den MHS gab, war der Neon­azi bere­its in der Partei aktiv und saß zeitweilig im Bun­desvor­stand der NPD-Jugen­dor­gan­i­sa­tion „Junge Nation­aldemokrat­en“. Seit ger­aumer Zeit betreibt Rein­holz ein recht­sex­tremes Ladengeschäft in Eber­swalde, einen Ver­sand­han­del für Sze­n­eartikel und einen Hooli­gan-Klei­dungsver­sand (Mot­to: „Van­dal­ize — Vic­tim­ize — Ter­ror­ize“).

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