19. August 2004 · Quelle: JD/JL

Gender, Antifa, Esoterik, Normierung, Revisionismus

Im fol­gen­den einige Ankündi­gun­gen für Sem­i­nare, die die JungdemokratIn­nen / Jun­gen Linken (JDJL) Bran­den­burg bis zum Jahre­sende anbi­eten. Inter­essierte kön­nen über die Mailadresse info@jdjl-brandenburg.de weit­ere Infor­ma­tio­nen ein­holen und sich anmelden. Die Teil­nahme an den Woch­enend-Sem­i­naren kostet 15 Euro inklu­sivce Über­nach­tun­gen und Verpfle­gung. Nach der Anmel­dung wer­den eine Bestä­ti­gung, der Sem­i­narort sowie eine
Wegbeschrei­bung zuge­sandt. Bitte ver­merken, ob veg­e­tarisches Essen gewün­scht ist. 

Ich bin eine Frau — holt mich hier raus!”

Frauen­tr­e­f­fen — 27. bis 28. August

— das kön­nte men­sch so denken, wenn heute ein­mal in die Medi­en­land­schaft geblickt wird. Ob es das kleine Comicmäd­chen, das verzweifelt auf ihren Ret­ter wartet, ist oder die Diskus­sion darüber, welche Sän­gerin nun “heißer” sei — typ­is­che Frauen­bilder gibt es über­all zu sehen — aber
muss das deshalb als “nor­mal” akzep­tiert wer­den?! Lasst die Prinzen zu Hause — kommt zum Frauentreffen! 

Give the Anti­sex­ist a cigarette!

Sem­i­nar zu Sex­is­mus — 22. bis 24. Oktober

Von Geburt an wer­den Men­schen darauf zugerichtet, einem der zwei vorgegeben Geschlechtern zu entsprechen und die entsprechende Sex­u­al­ität zu entwick­eln. Ob Schule oder Medi­en, Spielzeug, Wis­senschaft oder Stammtis­chge­spräch — die zweigeschlechtliche Norm durchzieht die Gesellschaft. Die typ­is­chen Rol­len­bilder wer­den wie selb­stver­ständlich von (fast) allen Men­schen in ihrem All­t­ag repro­duziert. Diskri­m­inierung und sex­u­al­isierte Gewalt gegen Frauen ist
dabei fes­ter Bestandteil dieser Nor­mal­ität. “Fuck gen­der!” meint den Wider­stand gegen die Kat­e­gorisierung von Men­schen — der Traum dahin­ter ist eine Welt, in der Ein­teilun­gen in m/w oder homo/hetero vor­bei sind. Das Sem­i­nar soll ein Ort sein, um Geschlechter­rollen und damit ein­herge­hende Hier­ar­chien zu hin­ter­fra­gen und Sen­si­bil­ität für
geschlechtsspez­i­fis­ches Ver­hal­ten zu schaf­fen. Auch die Prax­is soll dabei nicht zu kurz kom­men: Analy­sen von Musikvideos, Com­put­er­spie­len und Schul­buch­tex­ten wer­den uns den alltäglichen Sex­is­mus zeigen. 

Hur­ra, Hur­ra Antifa!

Antifa-Sem­i­nar — 05. bis 07. November

Wenn du von den Fiesheit­en der Neon­azis in dein­er Stadt genug hast, dann kriegst du hier die Infos, um aktiv dage­gen wer­den zu kön­nen. Umfan­gre­iche Prax­is­tipps wird es genau­so geben wie einen Überblick über die Geschichte des Recht­sex­trem­is­mus in Deutsch­land und die der Antifabe­we­gung. Woher kommt die Idee, Antifa-Arbeit zu machen und wie
kann das Ganze konkret ausse­hen? Von “Für Tol­er­anz und gegen Gewalt!” bis “Faschis­ten mit allen Mit­teln bekämpfen!” reichen die Möglichkeiten… 

Vor­wärts ins Mittelalter?

Sem­i­nar zu Eso­terikkri­tik — 12. bis 14. November

Eso­terik hat eine ca. 200jährige Geschichte. Die Spannbreite
eso­ter­isch­er Umtriebe reicht von anti­mod­er­nen Pfadfind­ervere­inen und ras­sis­tis­ch­er Entwick­lungslehre bis zu einem Frauen­bild, welch­es “sinnliche Weib­lichkeit” als “fem­i­nis­tisch” definiert und zum anzus­treben­den “uni­versellen Prinzip” erk­lärt. Hier ist es die
Astrolo­gie oder die Wal­dorf­päd­a­gogik, dort die Homöopathie oder die Suche nach dem “natür­lichen Ursprung” im Jin&Jang — gemein­sam ist all diesen Facetten eso­ter­ischen Denkens und Han­delns ein zutief­st reak­tionäres, antie­manzi­pa­torisches und irra­tionales Welt­bild. In diesem wer­den struk­turelle Herrschaftsver­hält­nisse aus­ge­blendet und dem
Men­schen die Eigen­ver­ant­wor­tung zugun­sten ein­er “höheren Macht” genom­men — wahlweise eine Got­theit, die Sterne, oder “natür­liche” Charak­tereigen­schaften. So wollen wir u. a. das
Geschlechter­ver­ständ­nis, Ten­den­zen zum Anti­semitismus als auch aktuelle eso­ter­isch-poli­tis­che Ein­flüsse diskutieren. 

Normierung & Diszi­plin­ierung, Sub­ver­sion & Wider­stand II

Sem­i­nar zu Fou­cault — 19. bis 21. November

Nach­dem im ersten Teil dieses Sem­i­nars im Win­ter 2003 der Frage nachge­gan­gen wurde, wie Men­schen in Insti­tu­tio­nen wie Schule, Gefäng­nis, Mil­itär und Psy­chi­a­trie diszi­plin­iert wer­den, wollen wir uns nun von den Insti­tu­tio­nen ab- und den Indi­viduen zuwen­den. Auch hier soll uns die Frage nach der Macht und den Möglichkeit­en Wider­stand zu leisten,
leit­en. Wir behaupten, dass ein zen­trales Machtin­stru­ment die Mod­elle und Begriffe sind in denen sich die Indi­viduen ihr eigenes Dasein vorstellen. Wir wer­den uns daher über „Sex“ unter­hal­ten, über „Krankheit“ reden und ver­suchen alles in Frage zu stellen, was uns als „wahr“ gilt. Ihr müsst nicht den ersten Teil des Sem­i­nars besucht haben
um teilzunehmen. Wenn Euch jedoch der erste Teil gefall­en hat, werdet Ihr auch diesen mögen. 

Geschicht­sre­vi­sion­is­mus

Sem­i­nar zu Geschicht­spoli­tik — 18. bis 20. Dezember

Im Laufe der let­zten Jahre gab es mehrere Debat­ten, deren Aus­sage jew­eils war, dass Deutsch­land aus der eige­nen Geschichte gel­ernt habe. Vielmehr habe es z.B. auch antifaschis­tis­chen Wider­stand in der Wehrma­cht gegeben, auf die sich heute die Tra­di­tion der Bun­deswehr bezieht (siehe öffentlich­es Gelöb­nis am 20.Juli), welche wieder Angriff­skriege zur Ver­hin­derung eines 2 Auschwitz führt. Deutsch­land ist wieder nor­mal — fast völ­lig frei von his­torischen Tabus. So meinte Ger­hard Schröder am 60. Jahrestag der Alli­ierten-Lan­dung in der Nor­mandie das “Ende der Nachkriegszeit” erkan­nt zu haben. Auf dem Sem­i­nar wollen wir diese Entwick­lung nachvol­lziehen und u.a. disku­tieren ob der geschicht­sre­vi­sion­is­tis­che Diskurs mit großem
Pauken­schlag enden wird, wenn sich 2005 die bedin­gungslose Kapit­u­la­tion sowie die Befreiung Auschwitz zum 60. mal jähren. 

Sex_Trouble

Sem­i­nar zu Geschlecht, Sex­u­al­ität und antipa­tri­ar­chaler Poli­tik — 18. — 20. Dezember

Men­schen sind von Natur aus männlich oder weib­lich, homo- oder heterosexuell?
Mit solchen Gewis­sheit­en soll in diesem Sem­i­nar aufgeräumt wer­den. Das körperliche
Geschlecht und die daraus resul­tieren­den sozialen Eigen­schaften sind sozial
kon­stru­iert und his­torisch gewach­sen. Das bedeutet, dass sie veränderlich
sind und dass einige Men­schen nicht dem Nor­mal-Bild entsprechen kön­nen oder
wollen. Welche Fol­gen ergeben sich daraus für eine anti­sex­is­tis­che Politik
in unser­er Gesellschaft? 

JungdemokratInnen/Junge Linke LV Brandenburg

jdjl-brandenburg.de

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