5. März 2005 · Quelle: Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik

Genmaisanbau oder Gentechnikfreie Zone?

Am Don­ner­stagabend ver­sam­melten sich auf Ini­tia­tive von Bündnis90/Die Grünen
etwa 30 Inter­essierte im Ober­hav­el Bauern­markt in Schmacht­en­hagen. Anlaß
waren die Pläne in Neuhol­land, einem Ort­steil von Liebenwalde
gen­ma­nip­ulierten Mais anzubauen.

Dabei wurde die kon­tro­ver­sen Posi­tio­nen schnell deut­lich. Ein­deutig in der
Min­der­heit waren die Verteter des Kreis­bauern­ver­ban­des die in dem Anbau des
Gen­mais ökonomis­che Chan­cen sehen. Sie glauben mit Hil­fe der Gen­tech­nik die
Kosten reduzieren und den Ertrag steigern zu können.

Dem wider­sprach die deut­liche Mehrheit der anwe­senden Land­wirte. Sie
befürcht­en vor allem einen weit­eren Ver­trauensver­lust bei den Verbrauchern,
die mehrheitlich Gen­tech­nik in Lebens­mit­teln ablehnen. Unklar sind ausserdem
die Risiken, die mit den Anbau des Gen­mais ver­bun­den sind.

Viel Beifall erhielt der gast­gebende Land­wirt Siegfried Mat­tner, der darauf
hin­wies, dass es nicht darum gehen kann, die Erträge immer weit­er zu erhöhen,
da das nur zu einem weit­eren Preisver­fall führt, stattdessen sollte auf
qual­i­ta­tiv hochw­er­tige Pro­duk­tion hingear­beiotet wer­den, ver­bun­den mit einer
Direk­tver­mark­tung der Lebens­mit­tel, um so zu einem gesicherten und
aus­re­ichen­dem Einkom­men für die Land­wirte zu kommen.

Ganz klar sprach sich auch der Vor­sitzende des Ver­ban­des der
Neben­er­werb­s­land­wirte Bran­den­burg gegen den Anbau von Genpflanzen aus. Das
würde nur zu ein­er weit­eren Indus­trieal­isierung der Land­wirtschaft und damit
zu einem Abbau von Arbeit­splätzen führen. Außer­dem befürchtet er die
Abhängigkeit von Gen­tech­nikkonz­er­nen wie Monsanto.

Einige Land­wirte und anwe­sende Verteter des Natur­parks Barn­im, der bis nach
Neuhol­land reicht, zeigten Inter­esse an der Grün­dung ein­er gentechnikfreien
Zone. Ob es dazu kommt wird davon abhän­gen, ob weit­ere Land­wirte sich dieser
Idee anschließen werden.

Auch die anwe­senden Ver­brauch­er äußerten ihre Besorg­nis. Der Gen­mais wird nach
der Ernte ver­füt­tert und gelangt dann als Fleisch, Milch oder Ei in die
Regale der Super­märk­te. Da diese Pro­duk­te bish­er nicht unter die
Kennze­ich­nungspflicht fall­en, wurde die Forderung laut, diese Lücke zu
schliessen.

Anwe­send an diesem Abend war auch Cor­nelia Behm, Bun­destagsab­ge­or­dente der
Grü­nen. An sie richteten sich die Appele und Forderun­gen in Bezug auf die
Poltik der Bun­desregierung. So wies Thomas Jansochka vom Barnimer
Aktions­bünd­nis gegen Gen­tech­nik darauf hin, dass in Dahns­dorf (Land­kreis
Pots­dam-Mit­tel­markt) mit der Biol­o­gis­chen Bun­de­sanstalt eine Bundesbehörde
den Gen­mais anbauen will. Hier hätte Frau Künast als zuständi­ge Ministerin
die Möglichkeit den Anbau zu ver­hin­dern. Kri­tisiert wurde auch, dass es für
den Bt-Mais von Mon­san­to jedes Jahr wieder eine Son­der­genhmi­gung durch das
Bun­dessorte­namt gibt. Das ist notwendig, da diese Sorte bish­er nicht im
Sorten­buch einge­tra­gen ist. Die Bun­desregierung wurde aufge­fordert diese
Son­der­genehmi­gung in diesem Jahr nicht zu erteilen.

Am Ende der Ver­anstal­tung wur­den auf die Prob­leme der umliegen­den Landwirte
und der Imk­er der Gegend ver­wiesen. Durch Auskreuzung ist eine Verunreinigung
der benach­barten Mais­felder möglich, die zu erhe­blichen finanziellen Einbußen
führen kön­nten. Da Bienen auch Mais­blüten anfliegen beste­ht die Gefahr, dass
der Bienen­nach­wuchs mit gen­ma­nip­ulierten Pollen gefüt­tert wird und davon
Schä­den erlei­det und auch eine Verun­reiningung des Honigs ist wahrscheinlich.

weit­ere Infor­ma­tio­nen zum Gen­mais-Anbau in Brandenburg:
www.dosto.de/gengruppe/

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