8. Februar 2005 · Quelle: MAZ

Gesetze mit Leben erfüllen

(SIMONE DUVE; MAZ) ALTES LAGER Ina Albers sitzt in ihrem Büro am Com­put­er, die Akten stapeln sich um sie herum. Zurzeit ist vor allem admin­is­tra­tive Arbeit von der Lei­t­erin des Jugend­mi­gra­tions­di­en­stes des Gemein­schaftswerkes Niedergörs­dorf gefragt. Da ist so manch­es noch in der Klärungsphase. Vor allem muss die Umset­zung der neuen Richtlin­ien gewährleis­tet sein. “Mit dem neuen Zuwan­derungs­ge­setz und den Inte­gra­tionskursvere­in­barun­gen, die am 1. Jan­u­ar 2005 in Kraft getreten sind, sollen die Jugendlichen mit einem Sozialpäd­a­gogen und auf der Grund­lage eines Förder­planes vor, während und nach dem Inte­gra­tionskurs betreut wer­den”, erläutert Ina Albers. “Man erfasst die Kom­pe­ten­zen und die Ressourcen des Jugendlichen und schaut wo der Bedarf ist. Der Jugendliche soll dahin geführt wer­den, sich Ziele zu definieren.”

Im Gegen­satz zu früher wer­den die aus dem Aus­land kom­menden Jugendlichen jet­zt über einen län­geren Zeitraum betreut und dabei kein Unter­schied zwis­chen den Nation­al­itäten gemacht — darum auch die Beze­ich­nung Migranten. Und die ehe­ma­li­gen Sprachkurse sind jet­zt Inte­gra­tionskurse. Dafür gibt es im Land­kreis Tel­tow-Fläming vier zuge­lassene Träger.

Ina Albers weiß aus eigen­er Erfahrung — seit 2001 arbeit­et sie in dieser Funk­tion — dass die Jugendlichen unter sich bleiben und sich nicht inte­gri­eren. “Nur wer in Aus­bil­dung oder Arbeit kommt, wo er Deutsch sprechen muss, lernt auch die Sprache”, sagt sie. Doch bei der hohen Arbeit­slosigkeit in Deutsch­land ist das natür­lich leichter gesagt als getan. Außer­dem brauchen die Arbeit­ge­ber natür­lich Mitar­beit­er, die Deutsch kön­nen. Ina Albers hat sich Gedanken gemacht, wie man dieser Falle entkom­men kann. “Ich suche Men­schen, die den jun­gen Leuten ehre­namtlich Deutsch, deutsche Kul­tur und das poli­tis­che Sys­tem ver­mit­teln.” Vielle­icht wäre das ja ger­ade für pen­sion­ierte Päd­a­gogen und Erzieher eine inter­es­sante Auf­gabe. Natür­lich auch für jeden anderen, dem es am Herzen liegt, dass die Migranten sich in Deutsch­land inte­gri­eren.

Da junge Leute heutzu­tage viel mit dem Com­put­er ler­nen, hat Ina Albers noch eine Idee: “Ich würde gern Com­put­erkurse durch­führen. Eine Mitar­bei­t­erin der Diakonie hat sich auch schon bere­it erk­lärt, diese durchzuführen. Nur habe ich keine Com­put­er. Ich würde mich freuen, wenn alle, die ihren Com­put­er durch einen neuen erset­zen, uns diesen und das Zube­hör spenden wür­den.” Im Luck­en­walder Kiet­ztr­e­ff hat Ina Albers gese­hen, wie erfol­gre­ich so etwas sein kann. Nun hofft sie mit Unter­stützung der Bevölkerung und der ansäs­si­gen Fir­men auch für Niedergörs­dorf und Jüter­bog so etwas auf­bauen zu kön­nen. “In Zukun­ft wird viel über Net­work­ing laufen. Man braucht starke Net­zw­erk­part­ner, die vor Ort alles notwendi­ge real­isieren kön­nen”, sagt Ina Albers.

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