13. April 2005 · Quelle: MAZ

Gespräche mit Zeitzeugen

BELOW Etwa 1200 ehe­ma­lige Häftlinge wer­den vom 15. bis 18. April zum 60.
Jahrestag ihrer Befreiung aus den Konzen­tra­tionslagern Ravens­brück und
Sach­sen­hausen erwartet. Zum 50. Jahrestag waren 3000 Über­lebende aus 30
Natio­nen gekom­men.

Einige wer­den auch wieder das Todes­marschmu­se­um Below besuchen. Dessen
Lei­t­erin Car­men Lange bere­it­et zwei Ver­anstal­tun­gen vor: am Fre­itag, 15.
April, und Mon­tag, 18. April. Tech­nik, Tis­che und Bänke wer­den von der Stadt
Witt­stock, auf deren Gemarkung das Muse­um liegt, gestellt. Alles andere wie
Ein­ladun­gen, Busse, Unterkun­ft, Verpfle­gung sowie im Below­er Wald ein
Festzelt übern­immt die Bran­den­bur­gis­che Gedenkstät­ten­s­tiftung.

Am Fre­itag kom­men franzö­sis­che Über­lebende mit Bussen nach Below. Sie wer­den
sich um 14.45 Uhr zusam­men mit Jugend­grup­pen auf einen “marsch de la vie”
(Marsch des Lebens) begeben. Er wird im Wald an der let­zten Todes­marschtafel
vorm Muse­um aus Rich­tung Witt­stock begin­nen. Die Gedenkver­anstal­tung mit
kurzen Ansprachen ist ab 15.30 Uhr geplant. Nach der Begrüßung durch
Gedenkstät­ten­lei­t­erin Car­men Lange ste­ht der Auftritt von Mau­rice Pel­lan,
Präsi­dent der Vere­ini­gung franzö­sis­ch­er Sach­sen­hausen-Über­leben­der, auf dem
Pro­gramm. Danach spricht die Land­tagspräsi­dentin von Meck­len­burg-Vor­pom­mern
Sylvia Brettschnei­der. Ein Röbel­er Trompeter wird “le chant de par­ti­san”
(das Par­ti­sa­nen­lied) spie­len, bei dem franzö­sis­che Gäste mitsin­gen wer­den.
Die Gedenk­feier am Mon­tag, 18. April, wird gegen 11 Uhr begin­nen. Car­men
Lange begrüßt die Gäste, dann spricht Bran­den­burgs Min­is­terin für
Wis­senschaft, Forschung und Kul­tur, Johan­na Wan­ka. Wladimir K.
Woje­w­odtschenko aus der Ukraine möchte ein paar Worte sagen, danach eine
Schü­lerin aus dem Witt­stock­er Gym­na­si­um. Ein Schüler­chor wird sin­gen,
darunter das Lied von den Moor­sol­dat­en. Dann fol­gen “Vater unser” und
Kad­disch (jüdis­ches Gebet für das See­len­heil Ver­stor­ben­er). Neben
Kranznieder­legun­gen hofft Car­men Lange, dass viele Besuch­er je eine Rose
mit­brin­gen. Die kön­nte an den etwa 80 Bäu­men im Wald abgelegt wer­den, an
denen noch heute Rinden­schnitzereien der ein­sti­gen Todes­marsch-Häftlinge zu
sehen sind. Bei Kaf­fee und Kuchen und beim Rundgang durch den Wald wird es
an bei­den Gedenk­ta­gen Gele­gen­heit geben, mit Zeitzeu­gen ins Gespräch zu
kom­men. Schü­ler­grup­pen aus Witt­stock, Dos­sow, Ger­men­dorf (bei Oranien­burg),
Lübz und Pritzwalk haben sich angemeldet. Weit­ere Höhep­unk­te in der
Gedenkstätte Below sind in diesem Jahr: im Juni ein dre­itägiges Pro­jekt mit
Schülern vom Lübz­er Gym­na­si­um, bei dem eine Broschüre zu den
Baum­schnitzereien erstellt wer­den soll; Ende August/Anfang Sep­tem­ber ein
Pro­jekt mit Berlin­er Jugendlichen; am 2. Sep­tem­ber die Fahrrad­stern­fahrt von
Pritzwalk­er und Witt­stock­er Schülern, bei dem wieder Zeitzeu­gen vor Ort sein
wer­den. Car­men Lange hat ein Konzept zur Umgestal­tung der Gedenkstätte
erar­beit­et, das in den Gremien der Stiftung berat­en wer­den muss. Dem­nach
soll im heuti­gen Ausstel­lungs­ge­bäude vor­wiegend päd­a­gogis­che Arbeit
geleis­tet wer­den. “Die Haup­tausstel­lung sollte nach draußen ver­legt wer­den”,
meinte die Gedenkstät­ten­lei­t­erin . Dann wäre sie zu jed­er Zeit zu sehen.
Allerd­ings müsste sie auch entsprechend gesichert wer­den, sagte
Muse­um­slei­t­erin Car­men Lange. Ein Bran­dan­schlag aufs Todes­marschmu­se­um hat­te
Anfang Sep­tem­ber 2002 für unrühm­liche Schlagzeilen gesorgt. Bei den
Ver­anstal­tun­gen ist jed­er Gast willkom­men. Car­men Lange bit­tet allerd­ings
Vertreter von Schulk­lassen, die einen Zeitzeu­gen befra­gen wollen, darum,
sich anzumelden.

Todes­marschmu­se­um Below, dien­stags bis fre­itags von 9 bis 17 Uhr,
samstags/sonntags von 10 bis 17 Uhr, 039925/ 24 78.

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