6. Juni 2005 · Quelle: MAZ

Gewalt an Schulen “schockierend”

POTSDAM Der CDU-Bil­dung­sex­perte Ingo Sen­ftleben hat alle gesellschaftlichen Kräfte zur Eindäm­mung der grassieren­den Gewalt an Bran­den­burgs Schulen aufgerufen. “Der drastis­che Anstieg der Straftat­en in den ver­gan­genen Jahren ist schock­ierend”, erk­lärte er gestern in Pots­dam. Offen­bar hät­ten immer mehr märkische Schulen ein Gewaltproblem. 

Die Delik­te stiegen nach Angaben von Sen­ftleben zwis­chen 2002 und 2004 von 744 auf 838 pro Jahr. Beson­ders drama­tisch sei, dass es sich 2004 bei über 92 Prozent der Fälle um Kör­per­ver­let­zung handelte. 

Die Ursachen lägen vor allem in den famil­iären und sozialen Bedin­gun­gen der Schüler. Deshalb müssten die Anstren­gun­gen beson­ders darauf gerichtet wer­den, die Erziehungs­de­fizite in den Eltern­häusern in den Griff zu bekom­men und zu beseitigen. 

Das Bil­dungsmin­is­teri­um wies dies zurück und warf Sen­ftleben vor, auf infame Weise bran­den­bur­gis­che Schulen zu krim­i­nal­isieren. Der Sprech­er des Bil­dungsmin­is­teri­ums, Thomas Hainz, sagte, bei den Zahlen han­dele es sich nicht um Straftat­en, son­dern um Anzeigen. Schulleit­er und Stu­di­en hät­ten zudem bestätigt, dass sich die Sit­u­a­tion an den 1050 bran­den­bur­gis­chen Schulen in punk­to Gewalt seit den 90er Jahren erhe­blich entspan­nt hat. Seit vie­len Jahren liefen Pro­jek­te wie Kon­flik­tschlich­tung erfol­gre­ich an Schulen. “Die CDU will sich auf Kosten der Schulen pro­fil­ieren, indem sie ein Angst­bild pro­duziert und Men­schen verun­sichert”, kri­tisierte Hainz. Damit schade sie dem Anse­hen der Schule. 

Der CDU-Poli­tik­er Sen­ftleben begrüßte die Ankündi­gung von Bil­dungsmin­is­ter Hol­ger Rup­precht (SPD), noch in diesem Som­mer ein Präven­tion­skonzept vorzule­gen. Damit erhalte das The­ma Gewalt an Schulen mehr Pri­or­ität, und im Unter­richt könne die drin­gend notwendi­ge Aufk­lärungsar­beit geleis­tet wer­den. Der Poli­tik­er appel­lierte an die Schulleit­er und Lehrer, jede Gewalt­straftat kon­se­quent zu melden. dpa /MAZ

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