30. April 2004 · Quelle: AGO

Gleiche Würde, gleiches Recht”

Gle­iche Würde, gle­ich­es Recht” — unter diesem Mot­to fand am Sam­stag, den 20.3.2004 eine Anti­ras­sis­mus- Demon­stra­tion in Oranien­burg statt. Aufgerufen hat­te dazu das in der Kreis­stadt ansäs­sige „Forum gegen Ras­sis­mus und rechte Gewalt“. Die knapp zweistündi­ge Demon­stra­tion wurde
allerd­ings nur von ca. 100 über­wiegend jugendlichen Teil­nehmerIn­nen begleit­et. Die Strecke von der Gedenkstätte Sach­sen­hausen bis zum Gedenkstein für die Opfer der Reich­s­pogrom­nacht am Louise-Hen­ri­ette-Steg wurde durch­weg von einem hohen Polizeiaufge­bot begleit­et, das es sich auch
nicht nehmen ließ einen Berlin­er Antifaschis­ten festzunehmen. Min­destens drei Neon­azis kon­nten dage­gen erst nach antifaschis­tis­chen Protesten aus dem Bere­ich der Demon­stra­tion ver­trieben wer­den. Die pauschal und
ober­fläch­lich for­mulierten Inhalte der Rede­beiträge stießen bei den Demon­stran­ten über­wiegend auf Desin­ter­esse und auch die Punkband „Dog Matiz“, die am Ende der Ver­anstal­tung auf­spielte, wusste nur in Maßen zu überzeugen.
Alles in allem eine nicht nur von der Teil­nehmerzahl her, son­dern auch inhaltlich schwache Ver­anstal­tung. Selb­st wenn jeglich­es Vorge­hen gegen die „braune Hochburg Oranien­burg“ zu begrüßen ist, muss Protest, will er antifaschis­tisch sein, in Zukun­ft offen­siv­er und radikaler auf die Straße
getra­gen wer­den und darf sich nicht in sin­nentleerten Parolen und Lip­pen­beken­nt­nis­sen erschöpfen.

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