26. Februar 2002 · Quelle: Märkische Allgemeine

Glienicker Schüler erfolgreich im Schülerwettbewerb

GLIENICKE — Großer Jubel in Klasse 6b der Grund­schule Glienicke: Sie befind­et sich unter den Haupt­preisträgern des Schüler­wet­tbe­werbs der Bun­deszen­trale für poli­tis­che Bil­dung und wird mit 1500 Euro für die Klassenkasse belohnt!

 

Die Jury der Bun­deszen­trale zeigte sich begeis­tert: Die Glienick­er Schüler hat­ten sich zum The­ma “Recht­sex­trem — nein, danke!” geäußert und dazu Inter­views mit Bürg­er­meis­ter Bienert, Pfar­rer Albani und Bürg­ern der Gemeinde geführt. Die Ergeb­nisse wur­den in Form ein­er Wandzeitung mit dem Titel “Glienicke sagt Nein!” von der Klasse zusam­mengestellt und eingeschickt.

 

Nun hat­te das Zit­tern seit der Ein­sendung im Dezem­ber ein Ende, die Anstren­gun­gen wur­den belohnt. “Die Schü­lerin­nen und Schüler haben sehr motiviert und engagiert gear­beit­et und sen­si­ble Ideen für einen kreativ­en Umgang mit diesem brisan­ten The­ma entwick­elt”, freut sich Lehrerin Catrin Drews, die die Wet­tbe­werb­steil­nahme leit­ete. “Sie haben sich nicht nur mit dem Nation­al­sozial­is­mus und seinen Fol­gen beschäftigt, son­dern mit Hil­fe ihrer Inter­views die aktuelle Sit­u­a­tion und Stim­mungslage zu recht­sradikalen Über­grif­f­en in Glienicke erforscht und doku­men­tiert.”

 

Die Umfrage ergab, dass sich die über­wiegende Mehrheit der Glienick­er Bürg­er gegen Recht­sex­trem­is­mus ausspricht und im Falle von Über­grif­f­en ein­greifen oder Hil­fe holen würde. Ein Ergeb­nis, das auch das kür­zlich ins Leben gerufene “Forum für Tol­er­anz und Men­schlichkeit” in seinem Tun bestärken dürfte. Inhaltlich unter­stützt wurde die Arbeit auch durch die Lek­türe des Jugen­dro­mans “Damals war es Friedrich” (Hans-Peter Richter), der die schwierige Fre­und­schaft zwis­chen einem jüdis­chen und einem nicht jüdis­chen Jun­gen zurzeit des Hitler­regimes beschreibt. “Beson­ders erfreulich war hier­bei die Verknüp­fung von Lit­er­atur und aktuellem Geschehen in der Erleb­niswelt der Schüler”, ergänzt Catrin Drews. “Der konkrete Bezug zur lit­er­arischen Fig­ur des Friedrich hat die Schüler emo­tion­al ange­sprochen und sie zur inten­siv­en Auseinan­der­set­zung mit dem The­ma motiviert.”

 

Die 6b musste sich gegen riesige Konkur­renz durch­set­zen. Mehr als 70 000 Jugendliche der Klassen sechs bis elf haben sich am 31.Schülerwettbewerb beteiligt. 3134 im Team erar­beit­ete “Werk­stücke” mussten bew­ertet wer­den. Die Jury set­zte sich aus Fach­lehrern, Mitar­beit­ern aus Kul­tus­min­is­te­rien und der Bun­deszen­trale für poli­tis­che Bil­dung zusam­men. Neben “Recht­sex­trem — nein, danke!” hat­ten die Jugendlichen fünf weit­ere The­men zur Auswahl: “Kinder ohne Kind­heit”, “Dai­ly Soaps — fast wie im richti­gen Leben”, “Aktiv für andere — das Ehre­namt”, “Ver­fol­gt und aus­ge­beutet — NS-Zwangsar­beit­er” und “Gerechtigkeit — Verurteilung oder Freis­pruch?”

 

Die Glienick­er Schule kon­nte noch einen zweit­en Geld­preis abfassen: Ihn bekam die Klasse 6a, die sich anhand ein­er selb­st ver­fassten Szene mit dem The­ma “Recht­sex­trem — nein, danke” auseinan­der set­zte. “Die Schüler der 6a stell­ten tol­er­antes und hil­fs­bere­ites Ver­hal­ten im Falle eines recht­sex­tremen Über­griffes dar und beleuchteten die Szene aus der Sichtweise ver­schieden­er Bevölkerungs­grup­pen”, erläutert Catrin Drews, die auch diesen Beitrag betreute. Die 6a wurde mit 150 Euro für die Klassenkasse bedacht.

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