11. Mai 2005 · Quelle: MAZ

Gottesdienst und Gedenken

(MAZ, 10.5.) KOLREP Anlässlich des 60. Jahrestages des Endes des Zweit­en Weltkrieges gab
es Son­ntagabend in der Kol­reper Kirche einen Gedenkgottes­di­enst. Gestaltet
wurde er von Pfar­rer Hans-Georg Scharn­beck und Ste­fan Freimark,
Bürg­er­meis­ter der Gemeinde Gum­tow. Zum Abschluss legte der Kirchenälteste
und stel­lvertre­tende Orts­bürg­er­meis­ter Jörg Boldt am Ehren­mal einen Kranz
der Kirchenge­meinde Kol­rep und des Orts­beirates nieder. Dort gedacht­en alle
Gottes­di­en­st­be­such­er in ein­er Schweigeminute aller Gefal­l­enen und Opfer des
Zweit­en Weltkrieges. Der Kyritzer Kan­tor Michael Schulze und die Mitglieder
des Dan­nen­walder Kirchen­chores umrahmten den feier­lichen Gottesdienst. 

Pfar­rer Scharn­beck und Bürg­er­meis­ter Freimark erin­nerten an Ursachen, Aus-
und Nach­wirkun­gen des schlimm­sten weltweit­en Krieges, der von Deutschland
aus­ge­gan­gen war. Über 60 Mil­lio­nen Tote und viele weit­ere Opfer, unsägliches
Leid, Flucht, Vertrei­bung, Depor­ta­tio­nen, unsag­bare Zer­störun­gen und ein 40
Jahre lang geteiltes Deutsch­land seien bei weit­em nicht alle Fol­gen von
Nazidik­tatur und Rassen­wahn. Das Kriegsende wäre eine Befreiung von
Hitler­faschis­mus und Nazidik­tatur gewe­sen, der im Osten Deutsch­lands die
Dik­tatur des Sozial­is­mus fol­gte, so Scharn­beck und Freimark. Bei­de Redner
beton­ten, dass es auch jet­zt wieder Unfriede, Tod und Not auf der Welt gebe.
Die Losung “Schw­ert­er zu Pflugscharen und Spieße zu Sicheln” hat nichts an
Bedeu­tung ver­loren, so der Pfar­rer. Und dass der Gewinn von Kap­i­tal und
Macht nicht zu Las­ten des Gemein­wohls gehen dürfe. Die Men­schen soll­ten sich
nicht ein­lullen lassen von Machthabern und Medi­en, sich ein­mis­chen, das sei
Lehre und Mah­nung aus der Geschichte. Die Für­bitte im Gottes­di­enst sprachen
Pfar­rer und Bürg­er­meis­ter gemeinsam.

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