17. Januar 2016 · Quelle: Hausprojekte aus Potsdam

Grüße aus Potsdam an die Rigaer/ Liebig/ Sama

Über­gabe des “Gefahrguts”


Wir haben am Sam­stag den 16.1.2016 um 21:00 Uhr die Pots­damer Polizei­wache aufge­sucht. Ziel unseres Besuchs war es im Hin­blick auf die Ereignisse in Berlin ein­er Haus­durch­suchung vorzu­greifen und alle eventuell „gefährlichen“ Gegen­stände selb­st auszuhändigen.
Wir über­gaben den Beamten mehrere Eimer voll mit Schrauben, Steinen, Flaschen, Holz, Kohle, Fahrrad­schläuchen, etc.
Dazu ver­lasen wir fol­gen­den Text:
„Wir, Haus­pro­jek­te aus Pots­dam, sind schock­iert über die Ereignisse rund um die Rigaer Straße in Berlin.
Entwed­er hat es eine Ver­schär­fung des Waf­fenge­set­zes gegeben und Holz, Bauzäune, Kohle, Matratzen und Steine gel­ten seit Anfang der Woche als Mord­waf­fen — oder wir haben es mit dem größten Fall von Polizei­willkür der Gegen­wart zu tun.
Wir glauben, dass Let­zteres zutrifft!
Wir sind besorgt und erschreckt.
Um dieser neuen „Polizeitak­tik“ hof­fentlich zu ent­ge­hen, übergeben wir frei­willig die Gegen­stände, die uns mit viel Phan­tasie als „gefährlich“ aus­gelegt wer­den könnten.
Denn die Polizei hat in den let­zten Tagen ja bewiesen, wie viel Phan­tasie sie hat.
Da wird aus ein­er Kör­per­ver­let­zung ganz schnell ein Akt des Ter­rors, der es recht­fer­tigt, vier Häuser gewalt­tätig zu öff­nen, die Bewohner_innen zu demüti­gen, Nachbar_innen zu ter­ror­isieren und Pri­va­träume zu verwüsten.
Wir verurteilen das Vorge­hen der Polizei aufs Schärf­ste und brin­gen hier­mit unsere Sol­i­dar­ität mit den Betrof­fe­nen zum Ausdruck.
Ein Angriff auf einige von uns ist ein Angriff auf alle!“
Der dien­sthabende Beamte Hr. K. ver­sicherte uns, dass es sich bei den Gegen­stän­den nicht um gefährliche Objek­te han­dele und wir uns keine Sor­gen machen sollen. Er wollte die Gegen­stände daher auch nicht annehmen. Vor­sicht­shal­ber haben wir sie trotz­dem dagelassen.
Wir hof­fen der Beamte K. infomiert seine Kol­le­gen in Berlin schnell über den aktuellen Stand der Gefahrengutk­las­si­fizierung, bevor die Berlin­er Beamten noch mehr Satel­liten­schüs­seln von Däch­ern sammeln.
Sol­i­darische Grüße!
Gegen Polizei­willkür und für ein selb­st­bes­timmtes Leben!
  

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