4. Juni 2006 · Quelle: Anlaufstelle für Opfer rechtsextremer Gewalt Guben

Guben — Verletzte bei rechtsextremem Angriff auf Stadtfest Guben

Pressemit­teilung

Guben, 3. Juni 2006

Ver­let­zte bei recht­sex­tremem Angriff auf Stadt­fest in Guben

Am 3. Juni über­fie­len etwa 50 äußer­lich erkennbare Neon­azis eine Gruppe von 20 Jugendlichen, die das Stadt­fest in Guben besucht­en. In der Nacht von Fre­itag zu Sonnabend, kurz nach Mit­ter­nacht, gin­gen sie etwa eine halbe Stunde – im wegen des Straßen­festes belebten Stadtzen­trum – gezielt und koor­diniert gegen die Opfer vor. Die Neon­azis schlu­gen und trat­en auf die Jugendlichen ein und jagten sie über den Fest­platz. Nach derzeit­iger Ken­nt­nis der Anlauf­stelle für Opfer recht­sex­tremer Gewalt wur­den min­destens 10 Jugendliche ver­let­zt, von denen zwei sta­tionär behan­delt wer­den müssen.

Augen­zeu­gen bericht­en, dass die zu Hil­fe gerufene Polizei und der Sicher­heits­di­enst des Stadt­festes einge­grif­f­en haben, den Angriff aber auf­grund der zahlen­mäßi­gen Über­legen­heit der Neon­azis nicht unterbinden kon­nten. Im Ver­laufe der Nacht sollen im Stadt­ge­bi­et immer wieder kleinere Grup­pen der Angreifer unter­wegs gewe­sen sein.

Die Anlauf­stelle für Opfer recht­sex­tremer Gewalt Guben erk­lärt dazu: „Dieser Angriff verdeut­licht ein weit­eres Mal die Sit­u­a­tion in der Stadt. Wenn Gubens Bürg­er­meis­ter wie zulet­zt in ein­er ARD-Talk­show behauptet, dass es in Guben kein Prob­lem mit Neon­azis gäbe, ist das für die Opfer solch­er Attack­en ein Hohn. Und wenn jugendliche Guben­er das Stadt­fest nicht besuchen kön­nen, ohne von Recht­sex­tremen ange­grif­f­en zu wer­den, gibt es ganz real eine No-Go-Area. Wir fordern von der Stadt­spitze eine Sol­i­darisierung mit den Opfern und eine ern­sthafte Auseinan­der­set­zung mit dem Prob­lem Recht­sex­trem­is­mus.“

kon­takt E‑Mail: anlaufstelle-guben@web.de

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