6. Juni 2006 · Quelle: BürgerInnen aus Belzig

Zwischen Plunder und Müll der scheinbar normale Alltag

Am Pfin­gst­son­ntag kam es auf dem Belziger Flohmarkt zu einem Über­griff auf
einen von zwei alter­na­tiv­en Jugendlichen von Seit­en einiger Standbesitzer.
Im Vor­feld zu dieser Tätlichkeit gab es bere­its einige heftige Diskussionen
über einen Stand, der Aufnäher mit ein­deutiger NS Sym­bo­l­ik und Schalplat­ten mit
Reden von Hitler verkaufte. Der Besitzer des Standes meinte in folge auf die
Anschuldigung, dass diese Waren keinen recht­en bzw. Nationalsozialistischen
Hin­ter­grund hät­ten. Eine Schwarz-Weiß-Rote Fahne, mit der Aufschrift
“Deutsch­land, Deutsch­land, über alles ” hat, laut Aus­sage des Besitzers, keine
Verbindun­gen zur Nation­al­sozial­is­tis­chen Ide­olo­gie (sic!). Er ver­suchte mit den alt
bekan­nten Argu­menten der Revi­sion­is­ten zu überzeu­gen und sagte “Hitler hat den
Men­schen Arbeit gegeben”, ja indem er den Indus­triellen Massen­mord organisierte.
Als Reak­tion auf all das, belagerten zwei, mit weißen Masken bekleidete,
Jugendliche diesen Stand und tat­en ihren Protest in ein­er kreativ­en Aktion kund,
indem sie vor dem Stand auf und ab marschierten und sym­bol­isch vor der
Deutsch­land­fahne auf die Knie fie­len. Im Zuge ein­er Diskus­sion, die daraus
Resultierte,
ver­sam­melte sich das Kollek­tiv der Händ­lerIn­nen. Ein­er der Bei­den wurde
umgestoßen. Gewalt als Ersatz, für das fehlen eigen­er Argu­mente?! Die beiden
Ver­schwan­den infolge dessen. Trotz des Auf­se­hens, welch­es die bei­den erregten, waren
keine Stim­men zu vernehmen, die ihren Unmut über die dort angebotenen „
Artikel” und der „Progressiven”-Art der Händ­lerIn­nen, artikulierten… Auf die
Äußerung “deutsche Bürg­er üben fleißig für ein neues 33 ” erwiderte ein älterer
Herr nur, dass dies wohl das Beste für uns alle wäre. Vergangenheitsbewältigung
in sein­er regres­sivsten Form und zwar eine, die in der bre­it­en Masse Anklang zu
find­en scheint.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Neu­rup­pin — Anlässlich des 76. Jahrestages des Sieges über Nazi-Deutsch­land gedacht­en wir, als Soziales Zen­trum JWP „Mit­ten­Drin“, den Befreier*innen und eröffneten den Gedenkgarten “Auszen­Drauszen”, welch­er an die NS-Ver­brechen erin­nern soll.
Der Runde Tisch Asyl und Migra­tion Pots­dam-Mit­tel­mark ist ein bürg­er­schaftlich­er Zusam­men­schluss von Men­schen mit Flüchtlingser­fahrung, ehre­namtlichen Unterstützer*innen, Arbeitgeber*innen und Träger-Vertreter*innen.
Neu­rup­pin — In der Nacht von Mon­tag auf Dien­stag wur­den in der Innen­stadt Trans­par­ente aus Sol­i­dar­ität mit den Opfern des türkischen Faschis­mus aufgehängt. 

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot