6. März 2005 · Quelle: LR

Gubens Abgeordnete lehnen Gedenksitzung mit Gubin ab

Wie bege­hen die Guben­er den 60. Jahrestag des Kriegsendes? Mit dieser Frage
beschäftigten sich am Mittwoch aus­giebig die Stadtverord­neten. Am Ende der
Diskus­sion stand ein Beschluss, der noch für reich­lich Gesprächsstoff sor­gen
kön­nte.

Es sind nur noch wenige Wochen, bis sich am 8. Mai zum 60. Mal das Ende des
ver­heeren­den Zweit­en Weltkrieges jährt. In viel­er­lei Hin­sicht laufen im
öffentlichen Leben bere­its Vor­bere­itun­gen für diesen Tag. Und wie bege­ht
Guben, eine Stadt, die seit jen­em Krieg mit ihrer Teilung leben muss, dieses
his­torische Ereig­nis?

Erste Vor­bere­itun­gen

Erste Antworten darauf wur­den am Mittwoch in der Stadtverord­neten­ver­samm­lung
gegeben. So erk­lärte Uwe Schulz von der Stadtver­wal­tung, dass zwei
Ver­anstal­tun­gen vor­bere­it­et wer­den.

Am 24. April, jen­em Tag, an dem die Kriegshand­lun­gen in der Neißes­tadt
ende­ten, soll die erste der bei­den Ver­anstal­tun­gen auf dem Platz des
Gedenkens stat­tfind­en. Am 8. Mai selb­st ist dann eine weit­ere Ver­anstal­tung
auf dem West­fried­hof geplant.

Vorschlag der PDS-Frak­tion

Im Ver­lauf der Stad­tratssitzung ging es dann um einen Beschlussvorschlag der
PDS-Frak­tion. Diese plädierte für eine gemein­same
Stadtverord­neten­ver­samm­lung mit den Gubin­er Kol­le­gen. Nach­dem Chris­tine
Knapik den Antrag begrün­det hat­te, entwick­elte sich eine Diskus­sion, in der
mehr und mehr Argu­mente gegen solch eine gemein­same Sitzung zusam­menge­tra­gen
wur­den.

Da waren zunächst die per­sön­lichen Befind­lichkeit­en von Dieter Haus­mann
(GUB-SPN), der zu jenen gehörte, die den Ost­teil der Stadt 1945 ver­lassen
mussten: «Vier Stun­den hat­ten wir damals Zeit, unsere Sachen zu pack­en.»

Andere Abge­ord­nete, beispiel­sweise der Vor­sitzende des Stad­trats,
Klaus-Dieter Fuhrmann (CDU), waren nicht generell gegen eine gemein­same
Sitzung, plädierten aber dafür, diese eher für die Behand­lung von Sachthe­men
zu nutzen.

Unter­stützt wurde Fuhrmann beispiel­sweise von Axel Scher­ler (SPD), der
erk­lärte, dass man sich eine solch rein sym­bol­is­che Sitzung sparen könne.
Wichtiger sei die sachori­en­tierte Arbeit während solch gemein­samer
Beratun­gen.

Klaus-Dieter Müller (GUB-SPN) trug ein weit­eres Argu­ment vor: «Wir wis­sen ja
nicht mal, ob die Gubin­er Seite das will.» Und seine Frak­tion­skol­le­gin Jana
Wilke erk­lärte, dass das The­ma zu sen­si­bel sei, als dass sie dem Antrag in
dieser Form zus­tim­men könne.

Ein­ladung an die Nach­barn

Etwas andere Töne schlug Andreas Eck­ert (SPD) an. Er unter­bre­it­ete den
Vorschlag, die Par­la­men­tari­er bei­der Seit­en kön­nten sich doch bei der
Ver­anstal­tung «Friede im Land» in der Klosterkirche tre­f­fen. Und die
Stadtver­wal­tung betonte, dass selb­stver­ständlich die pol­nis­chen Part­ner zu
den zwei genan­nten Ver­anstal­tun­gen ein­ge­laden wer­den.

Über den PDS-Antrag wurde let­ztlich geheim abges­timmt. Mit acht Ja‑, 15
Nein­stim­men und zwei Enthal­tun­gen wurde die gemein­same Sitzung mehrheitlich
abgelehnt.

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