12. Mai 2005 · Quelle: MOZ, Tagesspiegel

Haft im Gewerbegebiet

(MOZ) Luck­au (dpa) Nach mehr als zwei­jähriger Bauzeit ist die Jus­tizvol­lzugsanstalt (JVA) im Luck­auer Ort­steil Duben (Dahme-Spree­wald) am Mittwoch offiziell eröffnet wor­den. Sie hat 333 Haft­plätze, davon 63 für weib­liche und 270 für männliche Gefan­gene, teil­ten das Jus­tizmin­is­teri­um und das Finanzmin­is­teri­ums mit. Der für 53,8 Mil­lio­nen Euro errichtete Bau bietet Arbeit für 170 Beschäftigte. Wegen des hohen Sicher­heits­stan­dards sei er beson­ders geeignet für die Unter­bringung männlich­er Gefan­gene mit lan­gen Frei­heitsstrafen und gefährlichen Per­sön­lichkeitsstörun­gen.

Jus­tizmin­is­terin Beate Blechinger (CDU) unter­strich in ihrer Ansprache die gestiegene Akzep­tanz der neuen Anstalt in der Bevölkerung. Dieser Prozess sei durch die Arbeit der beteiligten Amts- und Behör­den­vertreter ein­geleit­et wor­den. Finanzmin­is­ter Rain­er Speer (SPD) zeigte sich damit zufrieden, dass der Neubau in dem vorgegebe­nen Zeit- und Kosten­rah­men fer­tig gestellt wurde. Es seien über­wiegend Fir­men aus der Region beteiligt gewe­sen. Die Bauar­beit­en dauerten von Sep­tem­ber 2002 bis Dezem­ber 2004.

Mitte März 2005 zogen die ersten Gefan­genen ein. Bis zur Eröff­nungs­feier waren dort 46 Män­ner und 46 Frauen unterge­bracht. Am Mittwochabend soll­ten weit­ere 38 Män­ner aus anderen JVA des Lan­des hinzu kom­men. Die Frauen wur­den von dem alten Gefäng­nis in der Luck­auer Innen­stadt nach Duben ver­legt. In Luck­au waren alle im geschlosse­nen Vol­lzug des Lan­des inhaftierten Frauen unterge­bracht. Seit­dem ist die im 19. Jahrhun­dert gebaute Ein­rich­tung geschlossen.

Neue Jus­tizvol­lzugsanstalt in Duben eröffnet

(C. D. Stey­er, Tagesspiegel) Duben — Die Mauer ist 1,2 Kilo­me­ter lang, sechs Meter hoch und schließt ein etwa zwölf Fußballfelder großes Gelände ein. Dahin­ter liegt eine kleine Stadt für genau 333 Frauen und Män­ner. Die ziehen hier allerd­ings nicht frei­willig ein, son­dern ver­büßen in den mit heller Fas­sade und viel Glas aus­ges­tat­teten Häusern über­wiegend lange Haft­strafen. Fast 54 Mil­lio­nen Euro kostete diese jüng­ste Bran­den­burg­er Jus­tizvol­lzugsanstalt in Duben in der Nähe der Auto­bahn zwis­chen Berlin und dem Spree­wald­dreieck. Die ersten 92 Gefan­genen bezo­gen zwar schon an den ver­gan­genen Tagen ihre Zellen, aber erst gestern wurde die offizielle Eröff­nung vol­l­zo­gen.

Mit dem Neubau ver­fügt Bran­den­burg jet­zt über 2000 seit der Wende sanierte Haft­plätze. Nur 500 befind­en sich noch im Zus­tand aus DDR-Zeit­en, vor allem im Gefäng­nis der Stadt Bran­den­burg. “Doch spätestens am Jahre­sende fällt die Entschei­dung über den Ort des Neubaus”, kündigte Jus­tizmin­is­terin Beate Blechinger (CDU) an. “Vielle­icht erweit­ern wir Duben, oder wir eini­gen uns mit einem anderen Bun­des­land über gemein­sam ver­wal­tete Haft­plätze.” Die Anstalt in Duben sei “abso­lut sich­er vor einem Aus­bruch”, sagte Blechinger. Über­haupt gehörten die Zeit­en von durch­sägten Git­ter­stäben oder mit der Hand durch­löcherten Beton­mauern der Ver­gan­gen­heit an. Im ver­gan­genen Jahr habe es keine Flucht aus Haf­tanstal­ten mehr gegeben, teilte die Min­is­terin mit. Nur im Jan­u­ar sei ein Gefan­gener aus einem Kranken­haus entwischt, er befind­et sich inzwis­chen aber wieder hin­ter Git­tern.

Duben hat­te seit Ende der 90er Jahre regel­recht um die große Anstalt gebet­telt. “Im benach­barten Luck­au sitzen schon seit 250 Jahren Strafge­fan­gene ein”, erk­lärte Bürg­er­meis­ter Har­ry Müller. “Doch das ehe­ma­lige Kloster am Markt entsprach längst nicht mehr den Anforderun­gen.” Als Pläne von der Schließung die Runde macht­en, küm­merte er sich um einen Ersatz­s­tan­dort. Diesen fand er auf dem Gewer­bege­bi­et von Duben, das seit einiger Zeit zu Luck­au gehört. Der Bürg­er­meis­ter ver­schaffte so den Angestell­ten des alten Gefäng­niss­es neue Arbeit­splätze und Fir­men der Region wichtige Aufträge. Ins­ge­samt arbeit­en in der Haf­tanstalt 170 Wärter, Krankenpfleger, Psy­cholo­gen, Päd­a­gogen und Sozialar­beit­er. Jet­zt wird allerd­ings eine sin­nvolle Nutzung für das aufgegebene Gefäng­nis in Luck­aus Stadt­mitte gesucht.

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