13. September 2003 · Quelle: LR

Hakenkreuz im Maisfeld entdeckt

Im Land Bran­den­burg hat es eine bis­lang unbekan­nte schwere recht­sex­treme Straftat gegeben, deren Aufk­lärung durch eine Panne der Sicher­heits­be­hör­den erschw­ert wird: Nach Recherchen der RUNDSCHAU hat die Hub­schrauber­staffel
der Polizei bere­its vor fast zwei Wochen, näm­lich am Nach­mit­tag des 1. Sep­tem­ber, nahe dem Flughafen Schöne­feld ein mys­ter­iös­es, nur aus der Luft erkennbares Hak­enkreuz in einem Mais­feld ent­deckt. Obwohl der Vor­fall sofort
gemeldet wurde, gab die zuständi­ge Polizei­di­en­st­stelle Königs Wuster­hausen nach ein­er kurzen Stip­pvis­ite auf dem Ack­er Ent­war­nung — und blieb untätig.

Dies räumte die Behörde gestern ein. Auch der Sprech­er des Innen­min­is­teri­ums Wolf­gang Brandt bestätigte den Vor­fall. “Dass es möglicher­weise zu einem Zeitverzug gekom­men ist, ist bedauer­lich”, sagte Brandt.

Erst gestern, nach Hin­weisen und Recherchen der RUNDSCHAU — sie lösten bei den betrof­fe­nen Polizei­di­en­st­stellen und im Innen­min­is­teri­um hek­tis­che Betrieb­samkeit aus — nahm die Krim­i­nalpolizei Ermit­tlun­gen auf. Eben­falls erst gestern wurde ver­an­lasst, das fast zwei Wochen nach sein­er Ent­deck­ung immer noch sicht­bare Hak­enkreuz-Mais­feld abzumähen. Das bestätigte Mar­i­on Türk, die Sprecherin des Schutzbere­ich­es Dahme-Spree­wald mit Sitz in Königs
Wuster­hausen.

Das große, allerd­ings spiegelverkehrte Hak­enkreuz mit einem Durchmess­er von rund 20 Metern war von einem der kür­zlich neu angeschafften Hub­schrauber der Hub­schrauber­staffel bei einem Kon­troll­flug zur Abwehr von möglichen Ter­ro­ran­schlä­gen eher zufäl­lig nahe dem Schöne­felder Flughafen ent­deckt wor­den. An dem Flug nahm auch ein Jour­nal­ist teil. Nach­dem die Staffel das Hak­enkreuz sofort an den zuständi­gen Schutzbere­ich meldete, kamen zwar
Ein­satzkräfte vor Ort — gin­gen jedoch von blin­dem Alarm aus. Eine Fehlein­schätzung, so wur­den wed­er Kripo, noch Lan­deskrim­i­nalamt oder Staatss­chutz eingeschal­tet. “Es war ein Irrtum des Beamten”, erk­lärte Behör­den­sprecherin Mar­i­on Türk. Er habe im Feld ges­tanden und kein Hak­enkreuz erkan­nt. Erst jet­zt seien die Videoauf­nah­men der
Hub­schrauber­staffel noch ein­mal geprüft und dabei die Exis­tenz des Nazi-Sym­bols bestätigt worde n. Die Krim­i­nalpolizei habe Ermit­tlun­gen wegen eines recht­sex­tremen Pro­pa­gan­dade­lik­tes aufgenom­men, sagte Türk.

Das etwas abgele­gene Mais­feld befind­et sich nahe Waß­manns­dorf bei Großzi­ethen, erk­lärte Erick Eck­en­staler, der Leit­er der Hub­schrauber­staffel. Er ver­sicherte, dass sich das Hak­enkreuz nicht in der Ein­flugschneise des
Flughafens befand. “Es ist von Lin­ien­maschi­nen aus nicht erkennbar”, betonte Eck­en­staler. Trotz­dem bleibt der Fall neb­ulös und stellt die Ermit­tler vor Rät­sel. So ist bis­lang unklar, wie das Hak­enkreuz über­haupt im Mais­feld
angelegt wurde.

Nach Angaben von Polizeis­precherin Türk soll es “nieder­ge­tram­pel­ter Mais” gewe­sen sein. Dage­gen sprechen allerd­ings die schnurg­er­aden Lin­ien und die exak­ten recht­en Winkel. Min­is­teri­umssprech­er Brandt sagte, das Hak­enkreuz
gehe auf Wacht­sum­sun­ter­schiede zurück. Es habe Pflan­zlück­en in dieser Form gegeben, die offen­bar später nachgewach­sen sind. Dies deute jedoch darauf hin, dass der Ein­griff länger zurück­liege.

Zum The­ma — Fall in der Uck­er­mark

Der Vor­fall weckt Par­al­le­len zu einem Fall in der Uck­er­mark der vor eini­gen
Jahren für Schlagzeilen gesorgt hat­te: Damals musste ein Lärchen­wald
abge­holzt wer­den, der bere­its zu NS-Zeit­en in Form eines Hak­enkreuzes
angelegt wor­den war, das aus der Luft von Hob­byfliegern immer wieder
erkennbar war.

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