9. September 2005 · Quelle: Torsten Lohs

Hartzschluss auch in Eisenhüttenstadt

Aktio­nen in 58 Städten der Bun­desre­pub­lik zum Aktion­stag unter dem Mot­to “Hartzschluss” — auch wir Eisen­hüt­ten­städter Mon­tags­demon­stran­ten beteiligten uns daran

(Torsten Lohs am 7.9. auf Indy­media) nlässlich zu dieser Aktion baut­en wir auf unser 56. Mon­tags­demon­stra­tion eine Wand auf, an die wir unsere Wahl­prüf­steine für die zukün­fti­gen Bun­destagsab­ge­ord­neten hängten. Unsere Meßlat­te ist die, ob sie die Inter­essen der Mehrheit Bevölkerung vertreten.

Einige Punk­te von den 9 Wahl­prüf­steinen sind:

— Hartz IV und die ganze Agen­da 2010 müssen ohne wenn und aber vom Tisch

— Wir brauchen die 30 Stun­den­woche bei vollem Lohnaus­gle­ich, ohne Flex­i­bil­isierung

— Die großen Konz­erne sollen mehr besteuert wer­den und wir wollen ein Bürg­erge­halt von 1400 Euro Net­to

Der Diskus­sion darüber hörten wieder um die 45 Leute zu. Es kam dazu auch wieder die Frage auf ob sich unsere Aktio­nen noch lohnen. Der Mod­er­a­tor sagte dazu u.a. auch:

“Es gibt über­haupt keinen Grund demor­al­isiert zu sein oder den Kopf in den Sand zu steck­en.
Son­dern wir die Leute von der Straße sind es doch die den Poli­tik­ern Beine machen. Die Welt wird nicht verän­dert durch Sprüche in Poli­tik­er Talk­shows so wie am Son­ntag gese­hen, son­dern nur durch eine aktive Hal­tung der Men­schen.
Um aber zu ver­hin­dern dass die Leute aktiv wer­den und sie sel­ber spüren, dass in ihnen wirk­lich viel viel Kraft steckt, wird ihnen immer und immer wieder in den unter­schiedlich­sten Vari­anten und Meth­o­d­en ein­gere­det. Ihr seit zu klein, zu schwach oder lass das mal einen machen der etwas davon ver­ste­ht. Usw. usw. Wer ken­nt nicht den Satz ein­er Mut­ter zu ihrem Kind, dafür bist Du noch zu klein, dass ver­stehst Du nicht. Diese Denkweise ist aber zum Scheit­ern verurteilt, weil wenn so ein Denken in der Geschichte der Men­schheit Erfolg gehabt hätte, wür­den wir heute immer noch mit dem Faustkeil und Lenden­shorts sin­gen und tanzend ums Lager­feuer uns bewe­gen. Das machen wir aber nicht mehr, son­dern haben für die Musik Com­put­er, E‑Gitarren und unsere Kul­tur­gruppe.”

So brachte Den­ny K. auch ein neues Lied mit, welch­es er für den Welt­frieden­stages am 1.9. geschrieben hat­te, an dem sich auch einige Mon­tags­demon­stran­ten beteiligten. In dem Stück “Meine Welt” prangert er den Welt­polizis­ten USA an:
“Mit welchem Recht darf denn die U.S.A.
Krieg in der Wüste spie­len?
Um Zivilis­ten zu ermor­den, Öl zu klauen.
Ist das denn ihr einzig­stes Ziel?”

Das die Super­ma­cht USA es aber nicht schafft ihrer eige­nen Bevölkerung in “New Orleans” zu helfen, son­dern lieber Krieg führt, zeigt die Per­ver­sität dieser Gesellschaft­sor­d­nung. Aber auch in der Bun­desre­pub­lik wer­den lieber 71 000 Euro für einen Bun­deswehrsol­dat­en pro Jahr aus­gegeben. Dage­gen wird in Berlin vom Sen­at ver­langt, dass die Schüler bis zu 100 Euro Büchergeld aus­geben müssen.

Auch wur­den die neusten Zahlen des Arbeits­mark­tes, die ange­blich eine Trendwende auf dem Arbeits­markt sind, auseinan­der genom­men. Bun­deskan­zler Schröder behauptete in der ARD doch glatt, seine Poli­tik hätte seit April täglich um die 1.500 neue sozialver­sicherungspflichtige Arbeit­splätze geschaf­fen. Das wären ca. 229.000 neuer Arbeit­splätze. Tat­säch­lich ist die Zahl der sozialver­sicherungspflichti­gen Arbeit­splätze von April bis Juni (let­zte Angabe der Bun­de­sagen­tur für Arbeit) um weit­ere 39.000 zurück­ge­gan­gen.

Wer so zählt wie diese Poli­tik­er und wer solche Nachricht­en auch noch ver­bre­it­et, wie einige Medi­en­vertreter, der brauch uns auch nicht mehr erzählen was gut oder schlecht für uns ist.

Wir wollen uns zu den Wahlen kri­tisch ein­mis­chen, deshalb haben wir auch einige Vertreter der Parteien für den kom­menden Mon­tag am 12.9. zu uns ein­ge­laden. Sie sollen uns Rede und Antwort ste­hen.

In diesem Sinne wer­den wir uns also am 12.9. zu unser 58. Mon­tags­de­mo wieder sehen.

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