1. Dezember 2004 · Quelle: MAZ

Hilfe von rechts außen?

(MAZ, Alexan­der Beck­mann) LINUM Linums Orts­bürg­er­meis­terin Wilma Nick­el macht sich Sor­gen wegen des
Kriegerdenkmals im Ort. Das Mon­u­ment zu Ehren der im Ersten Weltkrieg
gefal­l­enen Linu­mer bröck­elt. Und der Gemeinde fehlte bish­er das Geld, um
etwas für seinen Erhalt zu unternehmen. Doch das ist es nicht, was die
Orts­bürg­er­meis­terin unruhig macht.

Vor eini­gen Wochen, auf dem Weg in den Urlaub, erhielt Wilma Nick­el einen
Anruf von ein­er ihr unbekan­nten Zeitung in Berlin, die sie nach dem Denkmal
befragte. Die Orts­bürg­er­meis­terin stand Rede und Antwort, wun­derte sich dann
allerd­ings, wie sie dem Orts­beirat am Mon­tag berichtete, über die Art der
Fra­gen. Wilma Nick­el wurde mis­strauisch und wandte sich Rat suchend an die
MAZ.

MAZ-Recherchen ergaben, dass am 12. Novem­ber ein Beitrag über das Linu­mer
Kriegerdenkmal in der “Jun­gen Frei­heit” erschien. An dem Text selb­st scheint
wenig auszuset­zen — allerd­ings unter Umstän­den an der Leser­schaft. Die
“Junge Frei­heit” gilt als Sprachrohr der so genan­nten “Neuen Recht­en”. Nach
Ein­schätzung des nor­drhein-west­fälis­chen Innen­min­is­teri­ums betreibt das
Blatt auf recht sub­tile Weise “eine Umbe­w­er­tung der Begriffe”. “Die ‚Junge
Frei­heit kennze­ich­net ein grundle­gen­der Antilib­er­al­is­mus, der mit
Elite-Denken, Kri­tik am par­la­men­tarischen Sys­tem und an der Idee der
all­ge­meinen Men­schen­rechte ver­bun­den ist”, heißt es in dem Bericht unter
anderem (siehe www.im.nrw.de/sch/347.htm).

Vor weni­gen Tagen nun fand die Linu­mer Orts­bürg­er­meis­terin in ihrem
Briefkas­ten ein Schreiben, in dem eine Spende zur Ret­tung des Denkmals
ange­boten wird. Wilma Nick­el ist das sus­pekt: “Der muss den Beitrag gele­sen
haben. Andere Infor­ma­tio­nen zum Denkmal habe ich in let­zter Zeit nicht
raus­gegeben”, sagte sie am Mon­tag bei der Orts­beiratssitzung. “Ich verzichte
auf jeden Pfen­nig Geld, wenn es aus dieser Szene kommt. Nicht, dass die dann
hier auflaufen und sagen: ‚Wir haben ja auch was dazugegeben. Damit will
ich nichts zu tun haben.” Wilma Nick­el will den Brief­schreiber kon­tak­tieren
und nach­fra­gen. Wichtiger Bestandteil der Wieder­her­stel­lung des Denkmals sei
schließlich die Anbringung ein­er Tafel zum Gedenken an alle Opfer von Krieg
und Gewalt.

Der Orts­beirat schloss sich der Auf­fas­sung ein­hel­lig an.

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