21. Januar 2005 · Quelle: RBB online

HIV-positive Frau freigesprochen und wieder verhaftet

Eine mit dem Aids-Virus infizierte Frau, die im Som­mer 2004 bei einem Abschiebev­er­such eine Polizistin gebis­sen hat­te, ist freige­sprochen und noch im Gericht wieder ver­haftet worden. 

Die Frau aus Kamerun sei auf Antrag der Aus­län­der­be­hörde in Abschiebe­haft genom­men wor­den, sagte ein Sprech­er des Amts­gerichts Neu­rup­pin am Mittwoch. Die Tat­en seien ihr zwar bei den sechs Ver­hand­lungsta­gen nachgewiesen worden. 

Ein­er Sachver­ständi­gen zufolge lei­de die Frau aber seit Jahren unter para­noi­der Schiz­o­phre­nie und sei damit schul­dun­fähig. Dieser Auf­fas­sung schlossen sich Staat­san­waltschaft und das Gericht an. 

Auf Antrag der Aus­län­der­be­hörde erg­ing jedoch nach dem Freis­pruch umge­hend ein Abschiebe­haft­be­fehl gegen die Frau. Der zum Tatzeit­punkt 29-jähri­gen Kameruner­in war gefährliche Kör­per­ver­let­zung und Wider­stand gegen Vol­lzugs­beamte vorge­wor­fen worden. 

Die Frau sollte bere­its Anfang Juni 2004 abgeschoben wer­den. Deshalb hat­te die Aus­län­der­be­hörde von Neu­rup­pin die Polizei alarmiert, als die Afrikaner­in dort auftauchte. 

Bei der Fes­t­nahme leis­tete die seit Jahren HIV-pos­i­tive Frau Wider­stand gegen zwei Polizistin­nen und biss ein­er von ihnen in die Hand. Dadurch zog sich die Beamtin eine blu­tende Wunde zu. 

Die 42-jährige Neu­rup­pin­er Polizeibeamtin hat­te sich aber nicht mit dem Aids-Virus infiziert, wie Unter­suchun­gen inzwis­chen ergaben.

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