20. Oktober 2008 · Quelle: MOZ

Hochwasser und Terroristen

Hohen­saat­en (MOZ)500 Beteiligte von Bun­deswehr, Barn­imer Feuer­wehren, dem Bevölkerungss­chutz des Land­kreis­es sowie weit­eren Insti­tu­tio­nen bewältigten am Sonnabend eine groß angelegte Katas­tro­phen­schutzübung. Auf dem Gelände des Kieswerkes Hohen­saat­en galt es, einen dro­hen­den Damm­bruch zu ver­hin­dern.

Zugle­ich kam es auf einem Fahrgastschiff zu einem Zwis­chen­fall. Eine Det­o­na­tion forderte Men­schenopfer und viele Ver­let­zte. “Wir ken­nen Bilder aus Israel und ander­swo, es ist wichtig, auch der­ar­tige Szenar­ien zu üben”, begrün­dete Ein­sat­zleit­er Daniel Kurth vom Land­kreis.

Zu ein­er Hochwass­er-Gefahren­si­t­u­a­tion kann es jed­erzeit kom­men, wie es 1997 und 2002 bekan­ntlich der Fall war. “Viele Erfahrungsträger von damals sind mit­tler­weile im Ruh­e­s­tand. Wir brauchen prak­tis­che Übun­gen, um im Moment der Gefahr richtig zu reagieren”, argu­men­tiert Kat­ja Haak vom Kreis.

Die Ret­ter früher­er Hochwasserge­fahren sind auch jet­zt wieder am Üben. “Schneller arbeit­en, wir brauchen mehr Sand­säcke”, erschallt das zack­ige Kom­man­do eines Bun­deswehr-Feld­webels. Er befehligt eine schätzungsweise 70 Mann starke For­ma­tion junger Sol­dat­en, die er mit seinen schnei­di­gen Anweisun­gen zu motivieren ver­sucht. Mit den Sand­säck­en leg­en sie einen 70 Meter lan­gen Damm, der im Ern­st­fall die Orte Lunow und Hohen­saat­en vor den Fluten schützen soll. Allerd­ings gelingt nicht alles, wie es sollte, urteilt Fach­ber­ater Mar­tin Müller vom Lan­desumweltamt Bran­den­burg, Neben­stelle Schwedt. “Die Sol­dat­en sind erst seit drei Wochen dabei, es geht alles ein wenig langsam. Außer­dem musste ein Teil wieder aufgenom­men wer­den, denn im Ern­st­fall würde der Damm nicht hal­ten”, schätzt er ein.

Und trotz­dem beein­druckt die Logis­tik. Am Kies­berg befüllen die Sol­dat­en die Säcke, Rad­lad­er des Tech­nis­chen Hil­f­swerkes brin­gen die Palet­ten zum Damm, dort wer­den die Mate­ri­alien ver­baut. Ins­ge­samt beteili­gen sich 140 Sol­dat­en der 13. Kom­panie des Luft­waf­fe­naus­bil­dungsreg­i­mentes Straus­berg an der Übung.

Gegen Mit­tag erklin­gen aber­mals Mar­tin­shörn­er. Die Brand­schutzein­heit des Kreis­es Barn­im rückt in Etap­pen an, den Feuer­wehrleute ste­hen noch schwierige Übun­gen bevor. Kreis­brand­meis­ter Roman Wie­loch wird von Daniel Kurth eingewiesen. Das weit­ere Szenario erweit­ert das Geschehen auf die Oder, wo es zunächst aus ungek­lärten Grün­den auf einem Fahrgastschiff zu ein­er Explo­sion kom­men wird. Feuer bricht aus, es gibt Ver­let­zte und Tote. Die Feuer­wehr greift ein, auch die Deutsche Leben­sret­tungs­ge­sellschaft (DLRG), das Deutsche Rote Kreuz und natür­lich die Polizei, die Ermit­tlun­gen aufn­immt und am Ende dafür sorgt, dass ein über­leben­der Atten­täter seine im Ruck­sack ver­steck­ten Granat­en nicht mehr zün­den kann.

Wie brauchen den Prax­is­test, um zu sehen, wo es klemmt. Am grü­nen Tisch hört sich näm­lich alles wun­der­bar an”, so Vize­landrat Carsten Bock­hardt, der die Übung beobachtete.

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