20. August 2006 · Quelle: Madstop

Hubertus Knabe droht Kritikern mit Strafverfolgung

Der His­torik­er Huber­tus Knabe, der selb­st schnell mit per­sön­lichen Verurteilungen
zur Hand ist, ist wesentlich dünnhäutiger, wenn es um Kri­tik an seinem Wirken geht.

(Mad­stop, 19.08.06) Am Mittwoch, den 16.August 2006 fand in Pots­dam eine Ver­anstal­tung der
Kon­rad-Ade­nauer-Stiftung statt, die sich dem The­ma der soge­nan­nten „Spezial­lager“ in
der sow­jetis­chen Besatzungszone wid­mete. Diese Ver­anstal­tung wan­delte sich schnell
in eine rechte Pro­pa­gan­dav­er­anstal­tung, in der u.a. der Leit­er der KZ-Gedenkstätte
in Sach­sen­hausen bei Oranien­burg, Prof. Dr. Gün­ther Morsch als „Kom­mu­nis­ten­schwein“
tit­uliert wurde. Dies war nicht so ver­wun­der­lich, waren doch als Red­ner­In­nen in
erster Lin­ie Per­so­n­en geladen, die sich poli­tisch auf äußer­sten noch als
„demokratisch“ zu wer­tenden, bzw. sog­ar noch darüber hin­aus­ge­hen­den rechten
Posi­tio­nen verorten.

Das antifaschis­tis­che „bünd­nis mad­stop“ ver­sandte eine Erk­lärung, in der die
geschicht­sre­vi­sion­is­tis­chen Ten­den­zen der Ver­anstal­tung kri­tisiert wur­den. In der
Erk­lärung fand sich u.a. fol­gen­der Absatz: “Nicht fehlen durfte der unter
Geschichtswis­senschaftlern als Schar­la­tan gel­tende Huber­tus Knabe, der sich unter
anderem mit sein­er Gle­ich­set­zung von Stasi-Haf­tanstal­ten und nationalsozialistischen
Konzen­tra­tionslagern einen Namen als Stich­wort­ge­ber der recht­en Szene machte.”

Diese Erk­lärung wurde auf dem linken Inter­net­por­tal www.inforiot.de dokumentiert.
Wie das „bünd­nis mad­stop“ heute von den Betreibern des Por­tals erfuhr, ist dort per
E‑mail die mit der Andro­hung straf- und zivil­rechtlich­er Schritte verbundene
Auf­forderung Knabes einge­gan­gen, die Fest­stel­lung, er habe Stasi-Haf­tanstal­ten und
Konzen­tra­tionslager gle­ichge­set­zt, zu ent­fer­nen. Huber­tus Knabe behauptet, er hätte
nie Stasi-Haf­tanstal­ten und nation­al­sozial­is­tis­che Konzentrationslager
gle­ichge­set­zt. In der Tat hat Knabe vor eini­gen Jahren geäußert: ´Mit
Hohen­schön­hausen haben wir einen Ver­fol­gung­sort der let­zten Dik­tatur fast unversehrt
über­liefert, dem eine wirk­lich nationale Bedeu­tung zukommt. Das ist,wenn man das
über­haupt ver­gle­ichen kann, das Dachau des Kommunismus.“

Schon die For­mulierung „Dachau des Kom­mu­nis­mus“ ist eine Gle­ich­set­zung von
nation­al­sozial­is­tis­ch­er Ver­nich­tungspoli­tik und dik­ta­torisch­er Herrschaftsweise in
der UdSSR und dem Ost­block, die geeignet ist, den Holo­caust zu ver­harm­losen. Bezogen
auf Hohen­schön­hausen wird daraus ein Skan­dal. Das „bünd­nis mad­stop“ hält deshalb an
sein­er Bew­er­tung fest, dass Knabe damit Stasi-Haf­tanstal­ten und Konzentrationslager
gle­ichge­set­zt habe. Zumin­d­est ver­ste­hen ihn nicht nur seine Kri­tik­er, son­dern auch
seine „Fans“ so, wovon man sich am Mittwoch in Pots­dam überzeu­gen kon­nte. Dass die
Ver­harm­lo­sung des Holo­caustes durch Gle­ich­set­zung offen­bar ein nicht ganz
unwichtiges Anliegen auf der Agen­da Knabes ist, lies sich auch daran erse­hen, dass
er am 16. August in Pots­dam engagiert dafür plädierte, die sow­jetis­chen Speziallager
als „Ver­nich­tungslager“ zu tit­ulieren. Als His­torik­er dürfte er – trotz aller
method­is­ch­er Kri­tik an sein­er Arbeit –darüber informiert sein, dass im Gegen­satz zu
den deutschen Ver­nich­tungslagern die Spezial­lager eben nicht Teil der bewussten
Poli­tik der Aus­rot­tung ein­er ganzen Men­schen­gruppe waren. Diesen relevanten
Unter­schied möchte er offen­bar ver­schwinden lassen, wom­it er das Geschäft jener
recht­en Kreise besorgt, die die deutsche Schuld an Auschwitz min­imieren wollen.

Janine Berg­er vom „bünd­nis mad­stop“ stellt dazu fest: „Sobald es um Kri­tik an seiner
eige­nen Poli­tik geht, dann greift Knabe zu repres­siv­en Instru­menten des
Strafrecht­es. Wenn wir jet­zt seine „geschichtswis­senschaftlichen“ Meth­o­d­en anwenden
wür­den, dann müssten wir fest­stellen, dass er sich darin in Nichts von den
SED-Oberen unterscheidet.“

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