14. Juni 2003 · Quelle: MOZ

Im Visier des Verfassungsschutzes — Uwe J.

Fürstenberg/Havel (ddp-lbg). Uwe J. ist in Wehrsportkreisen kein Unbekan­nter. Bis Anfang der 90er Jahre leit­ete er in Suroide in der Umge­bung der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen den Vere­in «Nothil­fetech­nis­che Übungs- und Bere­itschaftsstaffel» (NÜB), hin­ter dem sich offen­bar eine neon­azis­tis­che Wehrsport­gruppe ver­barg.

Laut «Mon­i­tor», der Zeitschrift des Antifaschis­tis­chen
Archivs in Berlin, entwick­elte sich die NÜB in den 80er Jahren zu ein­er der größten Wehrsport­grup­pen der Bun­desre­pub­lik mit 40 Mit­gliedern und einem weit­eren Umfeld
von über 200 Per­so­n­en aus der neon­azis­tis­chen Szene.

In den 80er Jahren geri­et die NÜB ins Visi­er des nieder­säch­sis­chen Ver­fas­sungss­chutzes. Laut nieder­säch­sis­chem Ver­fas­sungss­chutzbericht von 1984 nah­men
an ein­er Kolon­nen­fahrt der NÜB zum Bodensee elf ehe­ma­lige Aktivis­ten der ver­bote­nen Aktions­front Nationaler Sozial­is­ten / Nationale Aktivis­ten (ANS/NA)
teil. Darunter war auch der bekan­nte Neon­azi Chris­t­ian Worch.

Auch den recht­sex­tremen Tre­ff­punkt Het­endorf in Nieder­sach­sen soll J. unter­stützt haben. Dort kamen Neon­azis aus der mit­tler­weile ver­bote­nen «Wik­ing-Jugend» und anderen recht­sex­trem­istis­chen Organ­i­sa­tio­nen zusam­men. Anfang der
90er zog J. zurück in seine Heimat­stadt Fürsten­berg. Dass der 72-Jährige seine alten Kon­tak­te zu Nieder­sach­sen weit­er pflegt, hält der Bran­den­burg­er Ver­fas­sungss­chutz für sehr wahrschein­lich. «Solche Leute bewe­gen sich in der Regel
immer in alten Net­zw­erken», hieß es.

J. wird von Beobachtern als Geschicht­sre­vi­sion­ist beschrieben, der den fanatis­chen Willen hat, den Nation­al­sozial­is­mus reinzuwaschen. Mit seinen
Schriften bewegt er sich ihrer Ein­schätzung nach in ein­er rechtlichen Grau­zone. An seinen Pub­lika­tio­nen wirken unter anderem Autoren mit, die der recht­sex­tremen Szene zuge­ord­net wer­den.

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