9. März 2003 · Quelle: Inforiot

Infoladen eröffnet

Seit Sam­stag gibt es in Pots­dam einen Info­laden. Ab sofort drei mal in der Woche hat “Zulua Gor­ri­ak” in der Zep­pelin­straße 25 geöffnet um — so das Selb­stver­ständis des kollek­tiv geführten Ladens — “unter­drück­te Infor­ma­tio­nen und Ansicht­en abseits der herrschen­den Mei­n­ung zur Ver­fü­gung zu stellen.”

Die Eröff­nungs­feier war gut besucht, bei Schnittchen, Sekt und Sel­ters war­fen viele Inter­essierte einen ersten Blick in den Laden. Schon jet­zt ste­ht ein umfan­gre­ich­es Archiv mit Doku­menten ver­schieden­er sozialer Bewe­gun­gen zur Ver­fü­gung, Zeitschriften kön­nen gele­sen wer­den, Büch­er und eine Videothek kom­plet­tieren das Ange­bot, weit­eres Mate­r­i­al soll bald dazukom­men. Aktuelle Flug­blät­ter, Plakate und Fly­er liegen eben­falls aus. Die Band­bre­ite der The­men reicht von Anti­ras­sis­mus, Anti­na­tion­al­is­mus über Fem­i­nis­mus und Anti­sex­is­mus und Antiatom bis hin zu Jugend- und Sub­kul­turen. Ein weit­er­er Schw­er­punkt ist der Bere­ich Antifa, um den sich das Pots­damer Antifa Pressearchiv küm­mert, das von nun an im Zulua Gor­ri­ak zu erre­ichen ist.

Am Sam­stag gab es nach der Eröff­nung gle­ich eine inhaltliche Ver­anstal­tung — Ein Ref­er­ent berichtete über die Geschichte des Polizeiknüp­pels in Deutsch­land. Die ZuhörerIn­nen erfuhren, wie sich die Aus­rüs­tung von Polizeiein­heit­en und deren Ein­satzs­trate­gien seit der Kaiserzeit wan­del­ten. Der Ref­er­ent reflek­tierte auch psy­chol­o­gis­chen Aspek­te, wie vol­laus­gerüstete, knüp­pelschwin­gende Polizeiein­heit­en auf Demon­stri­erende wirken und welche Art von Männlichkeits- und Kampfes-Posen sich auf Seit­en von zum Beispiel polizeilichen Demo-Son­derkom­man­dos etabliert haben. Später am Abend gab es im benach­barten Black Fleck ein Konz­ert mit den Bands Hell­blaz­er, Bat­tle Royale und Spancer.

Das Zulua Gor­ri­ak hat wöchentlich am Mon­tag und Dien­stag von 16 bis 21 Uhr geöffnet, am Don­ner­stag von 18 bis 22 Uhr.

Das Ange­bot soll erweit­ert wer­den — mehr Zeitschriften sollen dazukom­men, ein Inter­net­zu­gang soll instal­liert wer­den und noch einiges mehr. Um dies finanzieren zu kön­nen, ist der Info­laden auf Hil­fe von Außen angewiesen. “Vielle­icht habt ihr die Möglichkeit, etwas Kohle zu spenden oder mal ne Soli­par­ty für den Laden zu machen”, bit­tet das Kollek­tiv um Sol­i­dar­ität.

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