16. Dezember 2002 · Quelle: Inforiot

Insgesamt nur 65 Nazis auf der Straße

Ent­ge­gen vorheri­gen Ankündi­gun­gen verun­möglichte die Polizei am Sam­stag einen effek­tiv­en Protest gegen die NPD-Demo in Neu­rup­pin. Den­noch waren ins­ge­samt rund 60 Bürg­erIn­nen und Antifas in der Stadt unter­wegs, als knapp 35 Nazis marschierten. Vom Bahn­hof Rheins­berg­er Tor aus liefen die NPDler zum Brasch­platz, hiel­ten eine Kundge­bung ab, dann ging es zurück zum Bahn­hof. Nach ein­er Stunde war der Spuk vor­bei. Das Mot­to der Nazis war “Todesstrafe für Kinder­schän­der” in Bezug­nahme auf die Verurteilung Frank Schmökels am Mittwoch in Neu­rup­pin. Der Prig­nitzer NPD-Funk­tionär Peter Börs Schulz hielt auf der Kundge­bung eine — von Pas­san­tInnen durch­weg ignori­erte — Rede. Die meis­ten Nazis kamen übri­gens aus
der Witt­stock­er Region. Nur wenige Neu­rup­pin­er waren dabei, wie zum Beispiel der ehe­ma­lige NPD-Bun­destagskan­di­dat Renald Christopeit.

 

Eine von den Jusos angemeldete Gegen­demon­stra­tion auf der gle­ichen Strecke wurde von der Polizei auf mehrere hun­dert Meter Abstand gehal­ten. Zuvor hat­te die — zahlen­mäßig übri­gens schwach präsente — Polizei zuge­sagt, Protest in unmit­tel­bar­er Nähe der Nazis zuzu­lassen. Nur an weni­gen Punk­ten gelang es einzel­nen Antifas, den Faschis­ten Parolen ent­ge­gen zu rufen. Die Naziroute führte unter anderem am Alter­na­tiv­café Mit­ten­drin vor­bei — aus den Fen­stern wur­den die NPDler dort mit lautem Deutsch­punk beschallt. Auf der antifaschis­tis­chen Demo waren unter anderem Bürg­er­meis­ter Otto Theel (PDS) und der bünd­nis­grüne Bun­destagskan­di­dat Wolf­gang Freese zuge­gen. Zahlen­mäßig am besten vertreten: Jugendliche Antifas mit Trans­par­enten wie “NPD zer­skat­en” und “Hepati­tis C für die NPD”. Schon in den Vorta­gen hat­ten Antifas mehrere tausend Flug­blät­ter gegen die Nazi­ak­tion verteilt.

 

Nur 30 Nazis in Teupitz

 

Bei der etwa gle­ichzeit­ig stat­tfind­e­nen Kam­er­ad­schafts­de­mo in Teupitz (nahe Königs Wuster­hausen und Halbe) nah­men lediglich rund 30 Faschis­ten teil. Das Fron­trans­par­ent “Der Fried­hof gehört dem Volk” tru­gen die Nazis schweigend ein­mal quer durch das Örtchen, flankiert von einem enor­men Polizeiaufge­bot. Direkt an der Demor­oute protestierten etwa 20 AntifaschistIn­nen mit einem anti­ras­sis­tis­chen Info­s­tand gegen die Nazis um Chris­t­ian Worch, Lars Jacobs und Oliv­er Schweigert. Am Ende gab es eine Kundge­bung vor der Amtsver­wal­tung. Inhaltlich wen­dete sich der Auf­marsch gegen den lokalen Amts­di­rek­tor Rein­er Onck­en, da dieser mitver­ant­wortlich für das let­zendliche Demover­bot für die Nazis in Halbe gewe­sen sein soll. Lars Jacobs war damals,
für den 17. Novem­ber, der Anmelder gewe­sen. Kom­menden Sam­stag, am 21. Dezem­ber, wollen die Kam­er­ad­schaften — eben­falls wegen Halbe — gegen Innen­min­is­ter Jörg Schön­bohm in Pots­dam marschieren. Die NPD hat sich von dieser Demo dis­tanziert. Es wird größere Gege­nak­tio­nen geben.

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