25. März 2005 · Quelle: MOZ

Integration: Erscheinen Pflicht

Straus­berg (MOZ) Die Beschäf­ti­gungs­ge­sellschaft Stere­mat hat dem Land­kreis
und dem Sozial­park Märkisch-Oder­land enge Zusam­me­nar­beit bei der Inte­gra­tion
der Bewohn­er des kün­fti­gen Straus­berg­er Asyl­be­wer­ber­heims zuge­sagt. Bei der
Eröff­nung des 1. Inte­gra­tionskurs­es für Ein­wan­der­er und Aussiedler durch das
Straus­berg­er Bil­dungs- und Sozial­w­erk erörterten Chris­tine Ock­ert vom
Sozial­park MOL, Gesund­heits- und Sozialdez­er­nentin Marlis Wern­er,
Stere­mat-Chefin Kristi­na Zenker und SBSW-Geschäfts­führer Peter Rose
Möglichkeit­en der Ver­net­zung und Ergänzung eigen­er Ange­bote.

Straus­berg (MOZ) “Erscheinen ist Pflicht. Und zwar regelmäßig und
pünk­tlich”, stellt Brigitte Arndt unmissver­ständlich klar, wenn es um den 1.
Inte­gra­tionskurs beim Straus­berg­er Bil­dungs- und Sozial­w­erk geht. 24
Teil­nehmer besuchen den im Auf­trag des Bun­de­samtes für Migranten und
Flüchtlinge ges­tarteten Kurs. Es sind Spä­taussiedler und Zuge­wan­derte mit
Bleiberecht, ein Mann aus Liberia darunter und auch ein Türke. Viele leben
seit Jahren in Straus­berg, die meis­ten erhal­ten Arbeit­slosen­geld II. Der
Inte­gra­tionskurs ist ihre Chance, die Sprache ihrer Wahlheimat zu erler­nen,
sich deren Kul­tur und Lebensweise anzueignen. Denn er beste­ht aus einem 300
Unter­richtsstun­den umfassenden Basis­sprachkurs und einem 300er
Auf­baus­prachkurs sowie einem 30-stündi­gen Ori­en­tierungskurs. Am Ende ste­ht
eine externe Sprachkundi­gen­prü­fung. Die Deutschken­nt­nisse nach der Kat­e­gorie
B1 sind Voraus­set­zun­gen für eine Ein­bürgerung.

“Die Teil­nahme ist nur ein­mal kosten­los möglich”, sagt SBSW-Geschäfts­führer
Peter Rose. Wer dreimal unentschuldigt fehlt, muss draußen bleiben. Und die
Plätze sind begehrt. Beim Sozial­park Märkisch-Oder­land, der sich bish­er vor
allem um die Inte­gra­tion deutschstäm­miger Spä­taussiedler küm­merte, gebe es
lange Wartelis­ten, berichtet Chris­tine Ock­ert, die seit Jahren dort
Deutschkurse abhält.

Das pünk­tliche und regelmäßige Erscheinen zu den täglichen fünf
Unter­richtsstun­den und die Hausauf­gaben, die zu ein­er Stunde Beschäf­ti­gung
mit der Sprache in der Freizeit anhal­ten sollen, sind schon ein erster
Schritt hin zur Kul­tur und Lebensweise der Wahlheimat. Doch wis­sen
Stere­mat-Geschäfts­führerin Kristi­na Zenker und der Leit­er des
Jugen­dar­beits­förderzen­trums Gerd Schilling, dass auch der Tag deutsch­er
Langzeitar­beit­slos­er in der Regel nicht sin­nvoll struk­turi­ert ist. Die neue
Kursstätte des SBSW im Jugen­dar­beits­förderzen­trum sehen sie daher als gute
Ergänzung des Haus­es an sich und der Inhalte: “Unsere Kursteil­nehmer und die
des Inte­gra­tionskurs­es kön­nen sich gegen­seit­ig bere­ich­ern”, hofft Kristi­na
Zenker. Das begin­nt mit der gemein­samen Nutzung der Kan­tine und muss mit
einem rus­sis­chen Abend und einem gemein­samen Sport­fest noch lange nicht zu
Ende sein.

Kreis-Gesund­heits- und Sozialdez­er­nentin Marlis Wern­er nutzte bei der
Eröff­nung des Kurs­es die Gele­gen­heit, so viele einan­der ergänzende Part­ner
am Tisch vorzufind­en und warb für deren Unter­stützung beim Auf­bau des
Asyl­be­wer­ber­heims in Straus­berg. (MOZ berichtete) Mit dem Sozial­park
Märkisch-Oder­land ist ein erfahren­er Betreiber gefun­den. Das JAFZ-Pro­jekt
Xenos — Leben und Arbeit­en in Vielfalt — arbeit­et am Run­den Tisch Asyl MOL
mit und sagte spon­tan seine Zusam­me­nar­beit zu. BSG-Chefin Kristi­na Zenker:
“Auf unsere Mitar­beit kön­nen Sie zählen.” Jugendliche aus dem Xenos-Pro­jekt
hat­ten im Kuners­dor­fer Heim einen Spielplatz gebaut. Um diesen, vor allem
das große Spiel­haus, nach Straus­berg ver­set­zen zu kön­nen, sucht das JAFZ
jet­zt einen Spon­sor für den Transport.In der Stadt Straus­berg leben 775
Aussiedler und 325 Asyl­be­wer­ber. Ins­ge­samt beträgt der Aus­län­der­an­teil in
Straus­berg vier Prozent.

Am 1. Jan­u­ar 2005 trat das neue Zuwan­derungs­ge­setz in Kraft. Es regelt
staatliche Inte­gra­tionsange­bote, deren Kern die Inte­gra­tionskurse bilden.

Net­zw­erk­part­ner des 1. Inte­gra­tionskurs­es sind u. a. die Aus­län­der­be­hörde
MOL, die Agen­tur für Art­beit Straus­berg, das Job­cen­ter und der Sozial­park
MOL.

Der Inte­gra­tionskurs umfasst max­i­mal 630 Unter­richt­sein­heit­en, 25
wöchentlich. 600 Stun­den Sprachkurs und 30 Stun­den Ori­en­tierungskurs.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Am 09. und 10. August find­et im Fort Gorgast/Küstriner Vor­land das Oder­bruch Open Air — OBOA 2019 statt. Auf vier Floors wer­den unzäh­lige regionale und inter­na­tionale Künstler*innen ihre Musik erklin­gen lassen.
Kür­zlich bezichtigte uns der Kreisver­band der AfD in Märkisch-Oder­land einen undemokratis­chen Wahlkampf geführt zu haben und dro­hte uns sogle­ich. Dies kann als Vorgeschmack für die kün­ftige AfD-Poli­tik gegen uns gese­hen wer­den.
Der AfD-Ortsver­band lässt sich kurz und ein­fach als unser­iös und des­o­lat beschreiben. Das zeigen die fehlen­den the­ma­tis­chen Bezug­nah­men und schlechte insze­nierte bürger_innennähe.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot