17. Juni 2004 · Quelle: MAZ

Integrationsprojekte haben zum sozialen Frieden beigetragen”

Bran­den­bur­gis­che Sportju­gend investiert viel in die Arbeit mit Spä­taussield­ern in Niedergörs­dorf

Seit vor zehn Jahren die ersten Spä­taussiedler im ehe­mals mil­itärisch genutzten Ort­steil Flug­platz der heuti­gen Gemeinde Niedergörs­dorf ein­zo­gen, wird die Kom­mu­nalpoli­tik unter anderem vom The­ma Inte­gra­tion bes­timmt. Die
Bran­den­bur­gis­che Sportju­gend hat daran mit­gear­beit­et. Aus Sicht der Gemeinde wurde das Ziel nicht erre­icht. Mit dem ver­ant­wortlichen Pro­jek­tleit­er Uwe Koch sprach darüber MAZ-Redak­teurin Mar­ti­na Burghardt.

In welch­er Weise hat sich die Bran­den­bur­gis­che Sportju­gend für die
Inte­gra­tion der Spä­taussiedler einge­set­zt?

Koch: Es gab seit 1994 unzäh­lige Aktio­nen, Ver­anstal­tun­gen, Kurse,
Freizeit­en und Fahrten, an denen bis heute sowohl Kinder und Jugendliche aus
ort­san­säs­si­gen Fam­i­lien sowie von Aussiedlern teil­nah­men. War zunächst die
Stadt­sportju­gend Jüter­bog unser Part­ner, gibt es seit 1996 eigene Pro­jek­te
der Bran­den­bur­gis­chen Sportju­gend.

Welche waren das?

Koch: Von 1996 an gab es das Pro­jekt “Sport- und bewe­gung­sori­en­tierte
Jugend­sozialar­beit” mit dem Ziel der Inte­gra­tion. Stützpunk­tvere­in war und
ist der SV Niedergörs­dorf. Drei Jahre lang förderte das Lan­desju­gen­damt eine
Stelle im Tre­ff am Flug­platz (TAF), die später über ABM in Koop­er­a­tion mit
der Gemeinde fort­ge­führt wurde. Von Feb­ru­ar 2000 an wurde das Pro­jekt von
einem anderen Träger gefördert, und zwar vom Bun­desin­nen­min­is­teri­um. Darüber
hin­aus begann die Bran­den­bur­gis­che Sportju­gend im Jahr 2000 mit dem Pro­jekt
Straßen­fußball, das als Grundgedanken “fair play”, also den tol­er­an­ten
Umgang miteinan­der ver­mit­telt.

Der neue Skate-Point am TAF ist Anfang des Jahres nach Kolzen­burg umge­zo­gen.
Welche Gründe gab es dafür?

Koch: Der Mietver­trag im “Haus” wurde von der Gemeinde gekündigt. Es gab
keine Übere­in­stim­mung der inhaltlichen Arbeit. Außer­dem gab es ver­schiedene
Auf­fas­sun­gen über die Beset­zung der Stelle, wir hat­ten einen Spä­taussiedler
vorgeschla­gen. Der Skate-Point ist unab­hängig von dem Inte­gra­tionspro­jekt,
das Ange­bot richtet sich an alle Schulk­lassen Bran­den­burgs. Allerd­ings gab
es ins­ge­samt Ver­stim­mungen über das Inte­gra­tionspro­jekt.

Welch­er Art?

Koch: Es hieß, die Bran­den­bur­gis­che Sportju­gend würde sich nur um die
Aussiedler küm­mern, was nach­weis­lich nicht der Fall ist. Die Gemeinde ist
der Auf­fas­sung, das Inte­gra­tionsar­beit nicht mehr nötig ist, dass bes­timmte
Kinder und Jugendliche über­vorteilt wer­den.

Sind denn diese Vor­würfe nicht gerecht­fer­tigt?

Koch: Keineswegs. Ich denke, es sind anfangs Fehler gemacht wor­den, als die
Aussiedler abgeschot­tet wur­den. Aber das ist längst nicht mehr der Fall.
Unsere Pro­jek­te haben sehr wohl zum sozialen Frieden beige­tra­gen. Sie waren
zwar immer auf Inte­gra­tion aus­gerichtet, aber wie gesagt, es wird nach wie
vor nie­mand aus­ge­gren­zt, auch die Ein­heimis­chen nicht. Als Beispiel möchte
ich das Straßen­fußball­pro­jekt nen­nen. Die Anla­gen ste­hen nicht am TAF,
son­dern auf den Schul­höfen in Niedergörs­dorf und Blöns­dorf.

Andere Beispiele: Die Turn­halle am TAF wurde von Aussiedlern und
Ein­heimis­chen gemein­sam ren­oviert. Unser Stützpunk­t­bus wurde auch für die
Kita Altes Lager einge­set­zt. Das Sport­mo­bil, das mit Hüpf­burg und anderen
Sport­geräten aus­ges­tat­tet ist, ist über­all dort, wo Aussiedler und
Ein­heimis­che etwas gemein­sam unternehmen.

Ist es richtig, dass Aussiedler weniger für Fahrten bezahlen mussten?

Koch: Nein, alle Teil­nehmer an Camps, Freizeit­en und Ferien­fahrten zahlen
die gle­ichen Beiträge, ob Aussiedler oder nicht. Die Reisen wur­den im TAF
aus­geschrieben und gle­ichzeit­ig der Jugend­sozialar­bei­t­erin der Gemeinde
übergeben.

Wieviel investiert die Bran­den­bur­gis­che Sportju­gend in das
Inte­gra­tionspro­jekt Niedergörs­dorf?

Koch: Es sind jedes Jahr etwa 10 000 bis 15 000 Euro. Für das
Inte­gra­tions­fest im ver­gan­genen Jahr haben wir beispiel­sweise 2000 Euro
aus­gegeben.

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