29. Oktober 2004 · Quelle: MAZ

Interkulturelle Schulung gefordert

(MAZ, Bernd Atzen­roth) PERLEBERG Den Besuch von Vertretern des Flüchtlingsrats aus Pots­dam in Per­leberg
werteten die Anwe­senden beim ersten Tre­ff der Per­leberg­er Ini­tia­tive Asyl am
Mittwoch aus. Dabei wurde deut­lich, dass es im Zusam­men­spiel der zuständi­gen
Behör­den mit den Asyl­be­wer­bern eine Rei­he von Prob­le­men gibt.

Während Super­in­ten­dent Hans-Georg Furi­an, der Gast­ge­ber der Sitzung war,
vorschlug, die Mitar­beit­er der Ver­wal­tung, die für diesen Bere­ich zuständig
sind, rotieren zu lassen, reichte das der Mehrheit der Anwe­senden nicht. Man
will dem Kreis vorschla­gen, den Mitar­beit­ern mehr interkul­turelle Schu­lung
angedei­hen zu lassen. Eine Möglichkeit dafür zeigte Gabriele Schla­mann vom
Mobilen Beratung­steam, ein­er Ein­rich­tung im Rah­men des “Tol­er­an­ten
Bran­den­burg” mit Sitz in Neu­rup­pin, auf. Emp­fohlen wur­den dem Land­kreis auch
Super­vi­sion oder Medi­a­tion.

The­ma der Sitzung waren auch die schwieri­gen Umstände, unter denen die
Asyl­be­wer­ber im Heim wohnen und die ein hohes Aggres­sionspoten­zial schaf­fen,
wie Asyl­be­wer­ber berichteten. Doch sei der Kreis sehr restrik­tiv bei der auf
Antrag möglichen Unter­bringung von Asyl­be­wer­bern in Woh­nun­gen. Eine
Asyl­be­wer­berin und ihr Mann schilderten, dass sie einen solchen Antrag
gestellt hät­ten. Dieser sei aber ohne Begrün­dung zurück­gewiesen wor­den. “Es
ist sin­nvoll, dass die Fam­i­lien in der Stadt wohnen”, meinte Furi­an.
Disku­tiert wurde auch über die rigide Urlaub­ss­chein­regelung. Heim­leit­er Gerd
Biele­feld meinte aber, dass es selb­st bei der “Genehmi­gung zum Ver­lassen der
räum­lichen Beschränkung” einen Ermessensspiel­raum gebe, der “endlich im
Sinne der Asyl­be­wer­ber” aus­geschöpft wer­den müsse. Fern­er kri­tisierte der
Tre­ff die Hal­tung des Kreis­es, Asyl­be­wer­ber mit Gutscheinen, aber nicht mit
Bargeld auszuzahlen.

Angekündigt wurde, dass die Ini­tia­tive auch beim Niko­laus­markt der
Pritzwalk­er Ini­tia­tive “Gesicht zeigen” am 6. Dezem­ber in der Pritzwalk­er
Kirche präsent sein wird.

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