29. Oktober 2004 · Quelle: Berliner Zeitung

Mehrere tausend Polizisten im Einsatz

POTSDAM. Die Pots­damer Innen­stadt wird am Sonnabend von Demon­stran­ten und
der Polizei beherrscht. Nach der Anmel­dung ein­er Demon­stra­tion von
Recht­sex­tremen haben unter anderen das Aktions­bünd­nis “Pots­dam beken­nt
Farbe!”, die Jugen­dor­gan­i­sa­tion “sol­id” sowie die AG Anti­ras­sis­mus
Gegen­demon­stra­tio­nen angemeldet. Zu den Gegen­demon­stran­ten gehören auch
einige hun­dert Ange­hörige der links-alter­na­tiv­en Szene. Das Polizeiprä­sid­i­um
Pots­dam, das mit eini­gen tausend Beamten aus Bran­den­burg und drei weit­eren
Bun­deslän­dern vor Ort sein wird, hat bere­its vor Verkehrs­be­hin­derun­gen
gewarnt.

Anmelder der recht­sex­tremen Demon­stra­tion unter dem Mot­to “Gegen Het­ze und
Ter­ror von links” ist der Ham­burg­er Neon­azi-Führer Chris­t­ian Worch, um den
sich bun­desweit viele der so genan­nten Freien Kam­er­ad­schaften scharen. Zwar
ist dieser Teil der recht­sex­tremen Szene vielfach ein erk­lärter Geg­n­er der
NPD, die an diesem Woch­enende einen Parteitag im thüringis­chen Leine­felde
abhält. Doch die geistige Nähe hebt auch Worch her­vor. “Die Mei­n­ung der NPD
ist nicht so weit von mein­er ent­fer­nt”, sagte er der Berlin­er Zeitung. Die
Freien Kam­er­ad­schaften sind meist lose miteinan­der ver­bun­dene Grup­pierun­gen
der gewalt­bere­it­en Skin­head­szene. Die DVU, die aus der Land­tagswahl vor
weni­gen Wochen in Bran­den­burg gestärkt her­vorg­ing, arbeit­et aus sein­er Sicht
“anders als die NPD noch zu sehr im Stillen”. “Das ist nicht meine Sache”,
sagte er. Deshalb habe er auch nur wenig Kon­tak­te zur DVU-Führungsebene — zu
Mit­gliedern der Partei aber schon.

Die bran­den­bur­gis­che DVU ver­mied es, den Neon­azi-Marsch zu bew­erten. “Das
ist Pri­vat­sache von Her­rn Worch”, sagte DVU-Lan­deschef Sig­mar-Peter Schuldt.
Vom Mot­to der Neon­azi-Demon­stra­tion wollte sich Schuldt aber nicht
dis­tanzieren. Es gebe eine gewisse Het­ze link­er Grup­pen. “Ich schließe aber
aus, dass Mit­glieder der DVU an der Worch-Demon­stra­tion teil­nehmen wer­den”,
so Schuldt. Es gebe da keine Kon­tak­te.

Die DVU-Frak­tion im Land­tag hat unter­dessen den SPD-Lan­des­geschäfts­führer
Klaus Ness wegen ein­er ange­blichen Ver­leum­dung angezeigt. Ness hat­te am
Abend der Land­tagswahl die DVU als “Nazis” und “Faschis­ten” beze­ich­net.
“Eine Anzeige ging bere­its Anfang Okto­ber ein”, sagte eine Sprecherin der
Pots­damer Staat­san­waltschaft. “Wir prüfen noch.”

Verkehrs­be­hin­derun­gen erwartet die Polizei am Sonnabend zwis­chen 12 und 18
Uhr im Bere­ich Lange Brücke, Bre­ite Straße, Char­lot­ten­straße und
Zep­pelin­straße. Aktuelle Infor­ma­tio­nen: Tel. 0700/33 33 0331

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Bere­its seit Aus­bruch der Coro­na-Pan­demie fordern zahlre­iche Organ­i­sa­tio­nen die Entzer­rung der Wohn­si­t­u­a­tion in den Sam­melun­terkün­ften, da ein aus­re­ichen­der Schutz vor dem Coro­n­avirus dort nicht gewährleis­tet wer­den kann.
Jede Gesellschaft würde unter diesen Bedin­gun­gen lei­den, doch gibt es spez­i­fis­che Fol­gen, die nur in waren­pro­duzieren­den Gesellschaften oder, anders gesagt, im Kap­i­tal­is­mus auftreten.
Am Son­ntag, dem 21. Juni 2020, fand in Pots­dams Tel­tow­er Vorstadt ein spon­tanes Kiez – und Straßen­fest mit Balkon­musik statt! Rund 300 Gäste schlossen sich der Ver­anstal­tung an.

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot