30. Juni 2003 · Quelle: LR

Irritationen um mongolische Gäste der Forster Tuche

(27.06) Sieben Gäste aus der Mon­golei, die auf Ein­ladung der Brandenburgischen
Tuch­fab­riken GmbH für mehrere Wochen in Forst ver­weilen, sor­gen derzeit beim
Bun­des­gren­zschutz (BGS) für Irri­ta­tio­nen. Gle­ich zweimal bin­nen fünf Tagen
startete der BGS wegen der zwei Frauen und fünf Män­ner einen Ein­satz. In beiden
Fällen hat­ten die Besuch­er keinen Pass dabei. Wie sich später herausstellte,
besitzen sie zwar ein gültiges Touris­ten-Visum, kon­nten jedoch keine
Arbeit­ser­laub­nis vorlegen. 

Das erste Mal wur­den die sieben mon­golis­chen Bürg­er am ver­gan­genen Samstag
vor­läu­fig festgenom­men, als sie mit ihrer in Forst leben­den Dol­metscherin in
der Stadt zum Einkaufs­bum­mel unter­wegs waren. «Sie hat­ten ihre Pässe nicht
dabei» , begrün­det Jörg Adel­berg­er, Sprech­er des Forster BGS, den Einsatz.
Ange­blich lägen die Pässe in der Unterkun­ft in der Guben­er Straße, in einem Haus,
das den Forster Tuchen gehört, sei den Gren­zschützern gesagt wor­den. «Ein
Beamter fuhr vor Ort, um die Ausweise zu holen. Dort waren sie aber nicht» ,
erläutert Adel­berg­er weit­er. Schließlich hätte ein ihm nicht weit­er bekannter
Mann die Pässe doch noch gebracht – die sieben Aus­län­der und ihre Dolmetscherin
kon­nten wieder gehen. 

Rich­tung Gren­ze gerannt

Das näch­ste Mal sorgten die Mon­golen Mittwochmor­gen für Aufre­gung beim BGS:
Ein Beamter hat­te kurz nach sieben Uhr gese­hen, wie die sieben Leute in
Rich­tung Gren­ze ran­nten – ohne zu wis­sen, wer sie sind. Die alarmierten Kollegen
ver­muteten ille­gal Ein­gereiste und holten einen Hub­schrauber zur Suche heran.
Auf dem Gelände der Forster Tuche wur­den sie schließlich fündig – wieder
hat­ten die asi­atis­chen Besuch­er kein­er­lei Papiere bei sich. «Wir haben sie
nochmals aufge­fordert, immer ihre Pässe bei sich zu tra­gen» , so Adel­berg­er. Nach
RUND­SCHAU-Recherchen sollen die sieben Aus­län­der schnellen Schrittes unterwegs
gewe­sen sein, weil sie ver­schlafen hat­ten, und zu spät in der Tuchfabrik
anzukom­men drohten.

Was genau die mon­golis­chen Besuch­er in den Forster Tuchen tun und wie die
Gäste ihren Aufen­thalt in Deutsch­land erleben, das hätte die RUNDSCHAU gern von
der Unternehmensleitung und von den Besuch­ern selb­st erfahren. Doch
Prokurist Rain­er Schmidt sei auf Dien­streise im Aus­land und erst in gut ein­er Woche
wieder zu sprechen, hieß es aus seinem Sekre­tari­at. Kurz darauf aber
unter­sagte Schmidt per Tele­fon sämtlichen Mitar­beit­ern – auch den sieben Mon­golen und
ihrer Dol­metscherin – jegliche Auskun­ft gegenüber der RUNDSCHAU. «Uns ist
unklar, was sie hier tun» , sagt BGS-Sprech­er Adel­berg­er. «Ange­blich absolvieren
sie ein Anlern­pro­gramm.» Die Besuch­er hät­ten ein Touris­ten-Visum. «Eine
Arbeit­ser­laub­nis kon­nten sie bish­er nicht vor­legen» , so Jörg Adelberger.

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