7. Dezember 2017 · Quelle: Don't call it Music!

Isoliert und trotzdem vernetzt – Rechtsrock im Landkreis Barnim (Brandenburg)

Im Brandenburger Landkreis Barnim existiert seit über zehn Jahren eine kleine, aber aktive rechte Musikszene. Das bekannteste Projekt aus der Region ist die Band “Preußenfront” aus Bernau.

Kai Hesselmann, Steffen Hesselmann, Ronny Eckbert, Christian Droemert

Kai Hes­sel­mann, Stef­fen Hes­sel­mann, Ron­ny Eck­bert, Chris­t­ian Droe­mert


“Sterni”, Jan-Michael Keller, Björn Reddemann, Klaus Mann

Sterni”, Jan-Michael Keller, Björn Red­de­mann, Klaus Mann


Im Bran­den­burg­er Land­kreis Barn­im existiert seit über zehn Jahren eine kleine, aber aktive rechte Musik­szene. Das bekan­nteste Pro­jekt aus der Region ist die Band “Preußen­front” aus Bernau. Ihr Sänger Kai Hes­sel­mann gehörte bis Mitte der Zweitausender Jahre der “Deutschen Volk­sunion” (DVU) an und spielte mit sein­er Band auch auf Kun­dege­bun­gen und Som­mer­festen der Partei.
Die Verbindung zwis­chen Recht­srock­szene und DVU ist in Bran­den­burg nichts Ungewöhn­lich­es. Auch Klaus Mann, der bis heute sein Gelände in Schorfhei­de bei Finow­furt für Konz­erte der recht­en Szene bere­it­stellt, war ein wichtiger Ansprech­part­ner der Partei, bis er vor knapp fünf Jahren den Lan­desvor­sitz der recht­en Kle­in­st­partei “Die Rechte” in Bran­den­burg über­nahm.
Am Bass stand bei “Preußen­front” Kai Hes­sel­manns Brud­er Stef­fen Hes­sel­mann, der lokalen Kam­er­ad­schaftsstruk­turen entstammt. “Preußen­front” galt als Lokalmata­dor, schaffte es – ver­mut­lich auf­grund ihrer öden, beliebig wirk­enden Recht­srock-Musik – jedoch nicht, auf den “großen Büh­nen” der Szene aufzutreten. Aus “Preußen­front” wurde später “Klänge des Blutes”, bis auch diese Band sich im Jahr 2015 auflöste. Höhep­unkt ihrer musikalis­chen “Kar­riere” war ein Beitrag auf ein­er Sol­i­dar­itäts-CD für den jährlich stat­tfind­en­den Nazi­auf­marsch “Tag der deutschen Zukun­ft” sowie ein Auftritt auf Siegfried Bor­chardts Geburt­stags­feier im Jahr 2013.
Hes­sel­mann ver­suchte danach erneut sein Glück mit dem kurzweili­gen Pro­jekt “Rar­itäten”. Aktuell ist er bei der Naz­iband “Feuer Frei” mit von der Par­tie. Weit­ere Mit­glieder von “Feuer Frei” sind die langjährig aktiv­en Neon­azis Chris­t­ian “Hotte” Droe­mert, Ron­ny “Ecki” Eck­bert und “Sterni”. Der in Beeskow wohn­hafte Eck­bert war schon Mit­glied der NS-Black-Met­al-Band “Mogon” um Sänger Sil­vio Kautz. “Sterni” ist vor allem als Mit­glied der Neon­azi-Brud­er­schaft “Midgards Wächter” und als Gitar­rist der Berlin­er Naz­iband “Kahlschlag” bekan­nt. Bei dieser spielte bis zur Auflö­sung 2010 auch der im NPD-Kreisver­band Berlin-Licht­en­berg aktive Jan-Michael Keller, heute Bassist beim Recht­srock-Trio “Sacha Korn” aus Tel­tow bei Pots­dam.
Der Berlin­er Neon­azi Björn Red­de­mann aktivierte “Kahlschlag” im Jahr 2016 erneut. Wie in den Anfangs­jahren der Band ste­ht er an der Gitarre und übern­immt den Gesang. In Anbe­tra­cht ein­er sich immer weit­er pro­fes­sion­al­isieren­den Recht­srock­szene kann man jedoch guter Dinge sein, dass “Kahlschlag” abge­se­hen von qual­i­ta­tiv min­der­w­er­ti­gen Prober­aumvideos in den näch­sten Jahren kaum in Erschei­n­ung treten wird. Auch “Feuer Frei” trat bish­er nur im kleineren Kreis auf, oft im Umfeld von Neon­azi-Brud­er­schaften wie der “AO Straus­berg” oder der “Brigade 8”.
Ein unvoll­ständi­ger Abriss des Konz­ert­geschehens, an dem die oben genan­nten Musik­er mitwirk­ten:
  • — 18. Sep­tem­ber 2010 Auftritt von “Kahlschlag” in Berlin-Schönewei­de auf ein­er Kundge­bung der NPD, zusam­men u.a. mit “Exzess” (Straus­berg)
  • - 2. Okto­ber 2010 Auftritt von “Preußen­front” auf dem “Preußen­tag” der NPD in Bran­den­burg, zusam­men u.a. mit “Preußen­stolz” (Pots­dam) – mehr “Preußen” geht nun wirk­lich nicht
  • - 3. Sep­tem­ber 2011 Auftritt von “Mogon” in Rothen­burg-Geheege, u.a. mit den NSBM-Bands “Nordglanz” (Frank­furt am Main) und “Per­mafrost” (Sach­sen-Anhalt)
  • - 16. Novem­ber 2013 Auftritt von “Klänge des Blutes” im “Rössle” in Rhein­mün­ster-Söllin­gen (Baden-Würtem­berg) anlässlich des 60. Geburt­stags des Dort­munder Neon­azis Siegfried Borchert alias “SS-Sig­gi”, zusam­men mit den Naz­ibands “Die Lunikoff Ver­schwörung” (Berlin), “Sach­so­nia” (Raum Dres­den) und anderen
  • - 17. Juni 2017 Auftritt von “Feuer Frei” in den Räum­lichkeit­en der Neon­azi-Brud­er­schaft “Brigade 8” in Weißwass­er (Sach­sen)
  • One Reply to “Isoliert und trotzdem vernetzt – Rechtsrock im Landkreis Barnim (Brandenburg)”

    1. Antifa Bernau sagt:

      Die Jungs heißen Has­sel­mann mit Nach­na­men, nicht Hes­sel­mann.

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