2. August 2002 · Quelle: taz

Jetzt ist Tonis Führer dran

Berlin­er Staat­san­waltschaft ermit­telt nicht nur gegen Pots­damer V‑Mann, son­dern auch gegen seine Kon­tak­t­per­son

Der Berlin-bran­den­bur­gis­che Kon­flikt um V‑Männer in der Neon­azi-Szene weit­et sich aus. Die Berlin­er Jus­tiz ermit­telt jet­zt auch gegen einen V‑Mann-Führer des bran­den­bur­gis­chen Ver­fas­sungss­chutzes, wie Jus­tizsprecherin Ari­ane Faust gestern mit­teilte. Die Jus­tiz habe zudem inzwis­chen “gesicherte Erken­nt­nis”, dass der seit dem 20. Juli in Unter­suchung­shaft sitzende Recht­sex­trem­ist Toni S. für den Pots­damer Ver­fas­sungss­chutz gear­beit­et habe. Gegen den 27-Jähri­gen läuft ein Ermit­tlungsver­fahren wegen Ver­dachts der Volksver­het­zung und recht­sex­trem­istis­ch­er Pro­pa­gan­dade­lik­te.
Im Zuge dieses Ver­fahrens wird laut Faust auch gegen den V‑Mann-Führer Dirk B. ermit­telt und geprüft, ob dieser sich der Strafvere­it­elung schuldig gemacht hat. Toni S. soll bei seinen Vernehmungen angegeben haben, mit Wis­sen seines V‑Mann-Führers Straftat­en began­gen zu haben. Auf Anord­nung der Staat­san­waltschaft hin habe es in den ver­gan­genen Tagen eine Durch­suchungsak­tion in einem Ort bei Berlin gegeben. Sie sei auf der Grund­lage eines richter­lichen Beschlusses erfol­gt. Einzel­heit­en über das Ergeb­nis und die betrof­fene Per­son nan­nte Faust nicht. Nach Presse­bericht­en soll es sich um die Woh­nung eines freien Mitar­beit­ers des bran­den­bur­gis­chen Ver­fas­sungss­chutzes gehan­delt haben.
Hin­ter­grund der Fes­t­nahme von Toni S. durch Beamte des Berlin­er Lan­deskrim­i­nalamtes war die bere­its im Jahr 2001 erschienene CD “Noten des Has­s­es” der “White Aryan Rebels”, die unter anderem zur Ermor­dung von Michel Fried­man aufruft. Am 20. Juli soll­ten mut­maßlich 3.000 in Ost€pa nachge­druck­te Kopi­en dieser CD in einem von Neon­azis fre­quen­tierten Bik­er-Club­haus in Marzahn übergeben wer­den. Die bei­den in Unter­suchung­shaft genomme­nen Män­ner sollen für den Nach­druck der CDs ver­ant­wortlich gewe­sen sein. Die Razz­ia, die nicht mit den Bran­den­burg­er Sicher­heits­be­hör­den abges­timmt war, hat­te zu schw­eren Ver­stim­mungen zwis­chen den ver­ant­wortlichen Behör­den bei­der Län­der geführt.

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