13. Februar 2004 · Quelle: Ruppiner Anzeiger

Jo Bentfeld trommelt für Partei Rechtsstaatlicher Offensive

OSTPRIGNITZ-RUPPIN Wer sich heute in Rüth­nick oder mor­gen in Teetz für die Erleb­nisse des Aben­teur­ers Jo Bent­feld inter­essiert, wird wilde Geschicht­en hören. Aber nicht nur solche aus der kanadis­chen Wild­nis. Bent­feld wirbt für die Partei Rechtsstaatliche Offen­sive (PRO), vor dem Rauswurf ihres Grün­ders Ronald Schill bess­er bekan­nt unter dem Namen Schill-Partei.

Aber beim Wer­ben für die umstrit­tene Law and Order-Partei belässt es PRO-Mit­glied Bent­feld nicht. „Ich werde Bundsvor­sitzen­der“, sagte Bent­feld gestern, als er beim Rup­pin­er Anzeiger auf Redak­tions­be­such war. Sein Kana­da-Aben­teuer wird er für drei Jahre unter­brechen, und sich in dieser Zeit einem großen Ziel wid­men: „Ich will die Wende zurück zu alten Werten.“

Wie man sich diese Werte vorzustellen hat, ste­ht in jenen Büch­ern, die der gel­ernte Polizist, studierte Wirtschaftswis­senschaftler, erfol­glose SPD-Bun­destagskan­di­dat und spätere Aussteiger nach seinen Lesun­gen verteilt. So ist im von Bent­feld und Klaus Schreiber ver­fassten „Wirtschaftsgutacht­en 2003/2004“ unter der Über­schrift „Alb­traum Zuwan­derung“ unter anderem zu lesen: „Prob­lema­tisch, bis hin zur Gefährdung des sozialen Besitz­s­tandes, ist der Import von Armut: Die Auf­nahme jen­er Asozialen und Krim­inellen, der Untauglichen und Unbrauch­baren … Sozial­hil­fe ist ein Köder, der ohne Ende nut­zlose Fliegen­schwärme anlockt … Wir dür­fen keinen einzi­gen Aus­län­der mehr aufnehmen. Wir müssen die vorhan­de­nen zurückschick­en, um uns der eige­nen, der häus­lichen Last wid­men zu kön­nen.“ Damit meint er arbeit­slose Deutsche, für die er fol­gen­des Rezept bere­it hält: „… wir müssten der zunehmenden Zahl an über­flüs­si­gen und nicht im Arbeits­markt benötigten deutschen Arbeit­skräfte durch finanzielle Hil­fen die Auswan­derung schmack­haft machen“.

Diese Schriften verkauft Bent­feld nach seinen Lesun­gen, und neuerd­ings verteilt er auch einen Aufruf mit ein­er Gen­er­al­abrech­nung zur deutschen Poli­tik: „Die in Berlin sind unfähig! Die kön­nen es nicht!“ Für Sonnabend, 21.Februar, hat er nach Neu­rup­pin zur Grün­dung des PRO-Ortsver­ban­des ein­ge­laden. Das habe er mit dem PRO-Lan­des­geschäfts­führer abge­sprochen. Der hat mit­tler­weile aber die Partei ver­lassen. Laut PRO-Press­esprech­er Flo­ri­an Gottschalk darf Bent­feld auch nicht zur Grün­dung eines Ortsver­ban­des aufrufen. Das darf nur der Lan­desver­band, und der wusste gestern noch nichts davon. Und als Gottschalk von Bent­felds Plä­nen hört, sich am 6.März zum Bun­desvor­sitzen­den wählen zu lassen, lacht er nur. Noch sei der alte Vor­stand im Amt. Sein Vorschlag für Bent­feld: „Der soll lieber Aben­teuer­touren machen.“

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