15. Juli 2004 · Quelle: MAZ

Kameras in der Innenstadt

(MAZ, 14.07.) POTSDAM Für Van­dalen und Graf­fi­ti-Sprayer kön­nten in der Pots­damer Innen­stadt in Zukun­ft schwere Zeit­en anbrechen. Pots­dams CDU will unter den Innen­stadthändlern eine Umfrage zum The­ma Videoüberwachung starten. “Wenn eine Mehrheit das will, wer­den wir beim Innen­min­is­teri­um einen entsprechen­den Antrag stellen”, sagte der Pots­damer CDU-Stadtverord­nete Wolf­gang Cor­nelius, der in der Bran­den­burg­er Straße eine Par­fümerie besitzt, gestern auf ein­er Ver­anstal­tung des hiesi­gen Kreisver­ban­des der
Senioren-Union. Die Kam­eras wür­den allerd­ings nur in den Nacht­stun­den angeschal­tet sein, betonte er.

Die Zukun­ft der Innen­stadt als Einzel­han­dels­stan­dort schätzte Cor­nelius pos­i­tiv ein. Mit­tler­weile stimmten die Rah­menbe­din­gun­gen. Mit dem
Karstadt-Kaufhaus sei ein “Fre­quenzbringer” zu erwarten, allerd­ings auch ein
Konkur­rent. Die Innen­stadthändler müssten sich auf das Karstadt-Sor­ti­ment
ein­stellen und dieses ergänzen, sagte er. Zum Beispiel könne man das Ange­bot
spezieller oder bre­it­er gestal­ten. Möglich sei auch, sich durch ein
preiswert­eres oder exk­lu­siveres Sor­ti­ment abzuheben. Zugle­ich kündigte er
die Grün­dung eines “Parkrings” durch die Händler der AG Innen­stadt an: Diese
wollen dann den Kun­den die Kosten für die Benutzung des neuen Parkhaus­es in
der Hege­lallee erstat­ten.

Entsch­ieden wandte sich der Poli­tik­er gegen eine Aufhe­bung der
Sor­ti­ments­beschränkun­gen im Pots­dam-Cen­ter. “Das wäre der Todesstoß für die
Innen­stadt.” Eine Lockerung könne nur schrit­tweise erfol­gen, aber erst, wenn
die City flo­riere und nach Abstim­mung mit Karstadt, so Cor­nelius. Die Stadt
ste­he bei dem Kaufhauskonz­ern im Wort, betonte er.

Für den “unbe­friedi­gen­den” Zus­tand der City machte Cor­nelius vor allem den
früheren Baus­tad­trat Detlef Kamin­s­ki ver­ant­wortlich. Dieser sei ein
“Haup­tak­teur” in der “Krim­i­nal­sto­ry” um den Bau des Pots­dam-Cen­ters gewe­sen.
An den Fol­gen des Pro­jek­ts habe die Innen­stadt noch immer “zu knab­bern”,
betonte er. Viele Inve­storen, auch Karstadt, hät­ten ihre Pläne für eine
Ansied­lung im Stadtzen­trum wegen des Bahn­hof­s­cen­ters sein­erzeit auf Eis
gelegt.

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