28. Februar 2009 · Quelle: Autonome Antifa Königs Wusterhausen

Kategorie C‑Konzert in Märkisch Buchholz

Für den 7. März plant die neonazistische Band Kategorie C ein Konzert im Landkreis Dahme-Spreewald

Die Band aus Bre­men, die auch unter dem Label „Hun­grige Wölfe” fir­miert, verortet sich selb­st im gewalt­bere­it­en Hooli­gansprek­trum und bestre­it­et in der Öffentlichkeit jede Verbindung ins neon­azis­tis­che Lager. Eine Strate­gie, die zu frucht­en scheint. Auf ihren Konz­erten kommt nicht sel­ten ein Gemisch aus bis zu 800 organ­isierten Neon­azis, Bone­heads, Rock­ern, Hooli­gans und jun­gen Fußball­fans zusam­men, um mit der Band „unendlichen Spaß und Zusam­men­halt” zu zele­bri­eren. Das Band­pro­jekt sei nach eigen­er Aus­sage „abso­lut poli­tisch neu­tral“ (sic!).

Daß Kat­e­gorie C in der radikalen Recht­en eine starke Anziehung besitzt, kommt nicht von unge­fähr. Obwohl die Band seit ihrer Grün­dung im Jahre 1997 ein Ver­wirrspiel um Gesin­nung und Aktiv­itäten betreibt, zeich­net ein Blick auf die Hin­ter­gründe der Band ein ein­deutiges Bild.

Das Grün­dungsmit­glied Hannes Osten­dorf fand schon als Teenag­er Anschluss an die recht­sradikale Szene. Neben einem Engage­ment als Sänger der offen neon­azis­tis­chen Band Nahkampf (1989 bis 2002) gipfelte dies 1991 in einem Bran­dan­schlag auf ein Bre­mer Flüchtling­sheim.

In der Geschichtss­chrei­bung der heuti­gen Band Kat­e­gorie C fällt dies unter die Rubrik „Ver­gan­gen­heit“ und „alte Vorurteile“. Nun möcht­en wir nicht abstre­it­en, dass Men­schen in der Lage sind, sich von neon­azis­tis­chen Weltan­schau­ungsmustern zu lösen. Davon kann bei Kat­e­gorie C jedoch keine Rede sein, solang die Band regelmäßig für Stoff sorgt, der jed­welche Dis­tanzierungsver­suche ins lächer­liche zieht! Die Liste ist lang:

1999 veröf­fentlichen Kat­e­gorie C einen Titel auf dem Sam­pler „Die Deutschen kom­men II” und begeben sich damit in Gesellschaft mit den Recht­srock­bands Landser, Stahlge­wit­ter, Kraftschlag und Haup­tkampflinie.

Im März 2001 spie­len Kat­e­gorie C auf einem Konz­ert anläßlich des 20 Jubiläums der berüchtigten Neon­azi-Hooltruppe „Borussen­front”, um den Dort­munder Sig­gi Borchert, ein Geburt­stagsständ­chen. 2004 nehmen sie mit eini­gen Mit­gliedern der eben­falls aus Bre­men komme­nen Recht­srock­band End­stufe eine gemein­same CD auf.

Auch auf dem (mit­tler­weile indizierten) Sam­pler zur Fußball­welt­meis­ter­schaft 2006 „Zu Gast bei uns“ find­et sich Kat­e­gorie C („Deutsch­land dein Trikot“) zusam­men mit Recht­srock­bands wie Kraftschlag, Agi­ta­tor, Eugenik und dem Naz­ibar­den Michael Müller.

Mit „Deutsch­land dein Trikot“ beken­nt sich die Band zur Aus­nahme auch ein­mal offen zum nation­al­sozial­is­tis­chen Deutsch­land („Deutsch­land ist der Schlachtruf“ / „Für Deutsch­land ste­hen wir alle ein“ / „Doch Deutsch­land ist nicht die BRD“) und macht aus ihrer ras­sis­tis­chen Gesin­nung keinen Hehl: „Deutsch­land dein Trikot“ / „Das ist schwarz und weiß“ / „Doch lei­der auch die Farbe dein­er Spiel­er“ / „In München, Rom und Bern, da gab´s noch echte Deutsche“ / „Solche Jungs und diese Siege hät­ten wir jet­zt gerne wieder!

Im Okto­ber 2006 spielt Osten­dorf schließlich auf ein­er von der NPD organ­isierten Sol­i­dar­itäts-Demo für den damals inhaftierten Sänger der berüchtigten Recht­srock­band Landser, Micheal Regen­er, vor der JVA-Berlin-Tegel.

Das läßt nur einen Schluss zu: Ent­ge­gen allen Dis­tanzierun­gen ist Kat­e­gorie C eine ordinäre Neon­az­iband. Daher muss ihren Bestre­bun­gen, nicht-rechte Men­schen anzus­prechen und an ein recht­sradikales Umfeld her­an zu führen, durch kon­se­quente Aufk­lärung ent­ge­gen gewirkt wer­den.

Wer sich hinge­gen wissentlich mit Kat­e­gorie C gemein macht, muss die Kon­se­quen­zen spüren. Antifa heisst Angriff!

Sämtliche Zitate sind Lied­tex­ten und der Home­page der Band ent­nom­men.
Weit­ere Hin­ter­grund­in­fos zu Hannes Osten­dorf und KC auf bremen.antifa.net

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