13. September 2008 · Quelle: AK Antifa Potsdam

Kein Grund Versprechungen bürgerlicher Parteien zu trauen

Die vorgestern stattge­fun­dene Stadtverord­neten­ver­samm­lung und das Abstim­mungsver­hal­ten ver­schieden­er Frak­tio­nen über die Zukun­ft des Spar­ta­cus­es und des Jugend­clubs S13 hat mal wieder gezeigt, dass es auch grade für jün­gere Men­schen kein­er­lei Grund gibt den Ver­sprechun­gen bürg­er­lich­er Parteien in Pots­dam zu ver­trauen. Obwohl ein Großteil der Pots­damer Parteien auf ein­er Podi­ums­diskus­sion zuvor Unter­stützung für den Spar­ta­cus zugesichert hat­te, stimmte die Mehrheit am Mittwochabend gegen einen Antrag der Frak­tion “die Andere”, welch­er die Nutzung des leer­ste­hen­den “Min­sk” am Brauhaus­berg vorschlug.

Viele Unterstützer_Innen sahen in diesem Antrag eine Hof­fu­nung für eine Wieder­eröff­nung des alter­na­tiv­en Jugend­clubs. Der Entscheid gegen die Unter­stützung der alter­na­tiv­en Jugend­szene Pots­dams zeigt die Nichtigkeit von Pro­gram­men wie “Pots­dam beken­nt Farbe” und “Pots­damer Tol­er­anzedikt”. Die Stadt sollte nicht nur dem Bil­dungs­bürg­er­tum eine Ini­ta­tive bieten, son­dern den Auf­bau und Erhalt von alter­na­tiv­en Jugen­dein­rich­tun­gen aktiv und verbindlich fördern. Allein das Schmück­en mit Schautafeln, auf denen bürg­er­liche Ide­ale wie Tol­er­anz und Weltof­fen­heit ange­priesen wer­den, reicht nicht aus. Wenn diese Ide­ale nicht umge­set­zt wer­den, verkom­men sie zur Farce. Wir sehen einen direk­ten Zusam­men­hang zwis­chen der Bekämp­fung von Recht­sex­trem­is­mus und der Unter­stützung alter­na­tiv­er Pro­jek­te. Alis­sa vom AK Antifa sagt dazu: “Der Protest der Stadt in Form der Straße der Demokraten_innen gegen das DVU-Fest am 20.09.08 ist in Anbe­tra­cht des gestri­gen Beschlusses der Stadtverord­neten­ver­samm­lung ein Feigenblatt. 

Gegen Rechts zu demon­stri­eren und gle­ichzeit­ig der antifaschis­tis­chen Gegenkul­tur die Räume zu ver­weigern, zeugt von der Ver­logen­heit der Stadt Pots­dam und kann und darf so nicht akzep­tiert wer­den. Es wird offen­sichtlich ver­sucht, linksalter­na­tive Bestreben zu Erstick­en und diese zu Überge­hen. Den Jugendlichen wird schnell bewusst wer­den, dass ihnen das demokratis­che Konzept nicht weit­er­helfen kann und will.”

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