8. März 2012 · Quelle: North-East Antifascists [NEA]

Keine Geschäfte mit Neonazis!

Potsdam/Berlin - Tour zum Vermieter des Berliner „Thor Steinar“-Ladens „Tönsberg“

Am 28. Okto­ber 2011 eröffnete die rechte Klam­ot­ten­fir­ma „Thor Steinar” in der Berlin­er Allee 11, im Nor­dost­ber­lin­er Stadt­teil Weißensee einen neuen Laden. Das Geschäft trägt, wie viele andere Läden der Kette im Bun­des­ge­bi­et, den Namen „Tøns­berg“. Während viele Vermieter_innen richtig reagierten und „Thor Steinar” kündigten, ver­weigert sich der Ver­mi­eter des Weißenseer „Thor Steinar”-Shops bis­lang einem solchen Schritt.

Für Geld kann man sich keine Fre­unde kaufen, aber es ver­schafft einem zumin­d­est ordentliche Feinde.” (Bat­man, Leg­ends of the Dark Knight, Nr. 50)

Als Eigen­tümer der Immo­bilie in der Berlin­er Allee wer­den Katarzy­na Schmidt und Klaus Rosen­thal aufge­führt. Als Ver­mi­eter tritt die „Immo Haus GmbH“, mit Postan­schrift im bran­den­bur­gis­chen Grube, in Erschei­n­ung. Auf eine Bitte um Stel­lung­nahme Ende 2011, die an bei­de Eigentümer_innen geschickt wurde, gab es bis jet­zt keine Reak­tion. Dass Rosen­thal, der als Haup­tansprech­part­ner der „Immo Haus GmbH“ fungiert, über den zukün­fti­gen Verkauf von Nazik­lam­ot­ten in seinem Haus nichts wusste, kann men­sch nicht behaupten. Gegenüber dem Berlin­er Kuri­er äußerte er sich im Okto­ber 2011 wie fol­gt: „Ganz ehrlich: Mir ist egal, wer mir die Miete pünk­tlich über­weist. […] Da eine Gewer­beer­laub­nis vorgelegt wurde und die Leute keine unrecht­mäßige Sache vorhaben, habe ich keinen Grund gese­hen, den Mietver­trag nicht zu unter­schreiben. Und ich sehe noch immer keinen“. Monatlich über­weist „Thor Steinar” 400€ — 500€ für die Nutzung des Ladens.

Gel­tendes Recht ist noch lange nicht Gerechtigkeit, die Geset­ze haben andere gemacht“ (YOK, Felix die „kleine Fliege“)

Es geht nicht darum, ob die Tex­tilien der Marke „Thor Steinar“ geset­zlich ver­boten sind oder nicht. Vielmehr muss es eine Entschei­dung der Men­schen in dieser Gesellschaft geben, ob sie damit leben kön­nen, dass Sym­bo­l­iken, die Krieg, Nation­al­sozial­is­mus und Kolo­nialzeit ver­her­rlichen, offen zur Schau getra­gen wer­den. In den 90ern war es in manchen Gegen­den Gang und Gebe, dass Neon­azis mit Hit­ler­gruß und Reich­skriegs­fahne durch die Nach­barschaft zogen. Dass sie heute eben nicht mehr so unver­hohlen zum Mord an Men­schen aufrufen kön­nen, ist ein Erfolg, den es zu vertei­di­gen gilt. Die Ver­her­rlichung des Nation­al­sozial­is­mus, wie sie auf den Tex­tilien von „Thor Steinar“ zu Hauf zu find­en ist, muss weit­er­hin als das benan­nt wer­den, was es ist: Das Ver­her­rlichen ein­er men­schen­ver­ach­t­en­den Ide­olo­gie, die Mil­lio­nen das Leben kostete und auch heute noch viele Opfer fordert. Ob „Thor Steinar“ sich nun teure Anwälte leis­tet um ihre auf­drucke absich­ern zu lassen inter­essiert uns nicht. Es ist und bleibt Nazikram! Deshalb gilt, kein Wegschauen oder gar Tol­er­anz!

…Nimm Dir Essen mit, wir fahr’n nach Bran­den­burg.“ (Rainald Grebe, Odé an Bran­den­burg)

Wir helfen gerne! Und weil wir das so gerne tun, möcht­en wir Her­rn Rosen­thal helfen den Kopf aus dem bran­den­bur­gis­chen Sand zu ziehen. Deshalb wollen wir am 25. März das Schöne mit dem Nüt­zlichen verbinden und laden alle, die auch ein Prob­lem mit Neon­azis haben, ein den Früh­lingsan­fang mit uns zusam­men zu bege­hen. Wir freuen uns auf einen gemein­samen Spazier­gang ins beschauliche Pots­dam-Grube, um die beein­druck­ende bran­den­bur­gis­chen Natur zu bestaunen aber auch um Her­rn Rosen­thal einen kleinen Besuch abzus­tat­ten.

Wer weg schaut, macht sich mit schuldig! Kein Kiez für Nazis! – Weg mit dem „Thor Steinar“-Laden „Tøns­berg“ in Weißensee!

25. März 2012: Pots­dam-Grube
Kundge­bung gegen den Ver­mi­eter des „Thor Steinar“-Ladens in Berlin-Weißensee

Anfahrt mit dem Zug:
Tre­ff­punkt – Berlin: 13:00 Uhr, Abfahrt: 13.09 Uhr, Alexan­der­platz (S‑Bahngleis, S7)
Tre­ff­punkt – Pots­dam: 14:00 Uhr, Pots­dam Haupt­bahn­hof
…anschließend gemein­same Anreise nach Grube.

Anfahrt mit dem Rad:
Tre­ff­punkt Berlin: 14.30 Uhr, Abfahrt 14.48 Uhr, Alexan­der­platz (Region­al­gleis, RE 1 bis Pots­dam – Golm)

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