9. September 2018 · Quelle: Presseservice Rathenow

Keine großen Konfrontationen auf Stadtfest

Rathenow — Auf dem Rathenow­er Stadt­fest ist bish­er zu keinen größeren Kon­fronta­tion zwis­chen Per­so­n­en­grup­pen kom­men. Dies kann nach ein­er ersten Auswer­tung des gestri­gen Abends resümiert wer­den. Auch am Fre­itagabend wurde keine größeren Auseinan­der­set­zun­gen bekan­nt. Zu mehreren kurzen Polizeiein­sätzen, die sich gegen einzelne Per­so­n­en richteten, kam es ledig im Bere­ich der Jugend­bühne. Dort wur­den min­destens zwei – augen­schein­liche – Jugendliche in Polizeige­wahrsam genom­men.
Rechte Szene wollte Sig­nal set­zen
Im Vor­feld des Rathenow­er Stadt­festes hat­te es mehrere weitläu­fige Hin­weise gegeben, dass die rechte Szene ein Sig­nal set­zen wolle. Als Hin­ter­grund wird eine Auseinan­der­set­zung am Him­melfahrt­stag 2018 ange­se­hen. Dort kam es zu ein­er Schlägerei zwis­chen jugendlichen Geflüchteten auf der einen Seite und deutschen Män­nern, darunter Ange­hörige des neon­azis­tis­chen Milieus, auf der anderen Seite. Des Weit­eren soll die rechte Szene wegen der tödlichen Auseinan­der­set­zung in Chem­nitz zusät­zlich sen­si­bil­isiert sein.
Stadt und Polizei sollen jedoch auf alle eventuellen Sit­u­a­tio­nen vor­bere­it­et gewe­sen sein und zuvor ein Sicher­heit­skonzept ver­fasst haben. Tat­säch­lich war am Woch­enende Bere­itschaft­spolizei vor Ort und zusät­zlich auch noch pri­vate Secu­ri­ty im Ein­satz.
Bere­ich Jugend­bühne unter Beobach­tung
Da das Rathenow­er Stadt­fest am Fre­itag vor­wiegend auf dem über­wiegend umschlosse­nen und damit gut kon­trol­lier­baren Optik­parkgelände am Schwe­den­damm stat­tfand und dort bere­its im Vor­feld nicht mit größeren Auseinan­der­set­zun­gen zu rech­nen war, richtete sich das Haup­tau­gen­merk vor allem auf Sam­stag. An diesem Tag weit­ete sich die Fes­tiv­ität bis in den Kern der Neustadt aus.
Sen­si­bel­ster Ort des Stadt­festes am Sam­stagabend war dann vor allem die Jugend­bühne auf dem August-Bebel-Platz. Unge­fähr 200–300 Men­schen hiel­ten sich dort zeitweise auf. Auf­grund ihrer weltof­fe­nen Aus­rich­tung war sie vor allem ein Anziehungspunkt für alter­na­tive Jugendliche sowie Geflüchtete und damit auch im Fokus der recht­en Szene.
46 Män­nern und Frauen des neon­azis­tis­chen Milieus fre­quen­tierten u.a. den Bere­ich Jugend­bühne. Diese trat­en allerd­ings nicht als geschlossen­er Block auf, son­dern wur­den als Kle­in­grup­pen von zwei bis zehn Per­so­n­en wahrgenom­men. Zudem waren die Neon­azis und ihre Bezugsper­so­n­en nur sehr vere­inzelt offen erkennbar. Lediglich drei Per­so­n­en tru­gen szene­typ­is­che Klei­dung (T-Shirts von Recht­srock Bands). Vierzehn Neon­azis waren als gewalt­bere­it bekan­nt oder erkennbar, zwei davon saßen in der Ver­gan­gen­heit mehrfach wegen Gewalt­de­lik­ten im Gefäng­nis.
Mehrfache Polizeiein­sätze gegen Einzelper­so­n­en
Die Polizei war mit mehreren Ein­satzkräften der Bere­itschaft­spolizei im Ein­satz. Gemäß Beobach­tung des Press­eser­vice Rathenow gab es im Bere­ich der Jugend­bühne drei Ein­sätze.
Der erste Ein­satz richtete sich gegen mehrere Jugendliche hin­ter einem Wohnge­bäude in der Berlin­er Straße. Die Polizei nahm anschließend von min­destens zwei Per­so­n­en Höhe Volks­bank die Per­son­alien auf. Ein Anlass der Auseinan­der­set­zung war nicht erkennbar, Ver­let­zte gab es offen­bar auch nicht.
Im zweit­en Fall hat­te ein Mitar­beit­er des Bier­standes die Polizei ange­fordert, weil mehrere erkennbare Sym­pa­thisierende der recht­en Szene auf­fäl­lig wur­den. Der Polizeiein­satz endete aber ohne erkennbare Maß­nah­men gegen diese Per­so­n­en. Die Sit­u­a­tion galt dann allerd­ings auch als entschärft.
Der dritte Ein­satz richtete sich gegen einzelne Jugendliche, die laut Auskun­ft eines DJs im Bere­ich der Bühne ran­dalierten. Min­destens zwei Per­so­n­en wur­den in Polizeige­wahrsam genom­men.
Weit­ere Fälle wur­den bis Son­ntag 01.30 Uhr nicht bekan­nt.
Weit­ere Fotos hier: https://www.flickr.com/photos/presseservice_rathenow/albums/72157699547131451

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