28. Januar 2012 · Quelle: Inforiot

Kickboxer im Hitler-Shirt

Cottbusser Kampfsportmeister Markus Walzuck wegen Volksverhetzung verurteilt

INFORIOT Markus Walzuck, deutsch­er Meis­ter im Kick­box­en, ist am 26. Jan­u­ar vom Dres­den­er Amts­gericht wegen Volksver­het­zung zu ein­er Geld­strafe verurteilt wor­den. Dies berichtete die Lausitzer Rund­schau am Fre­itag. Der 28-jährige Cot­tbusser war im Mai 2010 mit 17 weit­eren Per­so­n­en zusam­men am Dres­den­er Flughafen aufge­fall­en. Er und die anderen tru­gen Adolf-Hitler-Gedenk-T-Shirts mit den Auf­schriften “A.H. Memo­r­i­al Tour 2011 — Pro­tec­torat Mal­lor­ca” und “Seit 66 Jahren ver­misst. Du fehlst uns. Wir brauchen dich”.

Die T‑Shirts wur­den bei der Rück­ankun­ft der Reiseg­ruppe beschlagnahmt. Zur Ver­hand­lung kam es, weil Walzuck gegen einen bere­its ver­hängten Straf­be­fehl vorge­gan­gen war. Vor Gericht hat­ten Walzuck und sein Vertei­di­ger Ron­ny Krautz ver­sucht, das Shirt als harm­losen “Par­tys­paß” im Zusam­men­hang mit ein­er Urlaub­sreise darzustellen. Wer das fragliche Shirt hergestellt hat­te, wollte Walzuck laut “Lausitzer Rund­schau” vor Gericht nicht erläutern. Immer­hin war er es gewe­sen, der das Motiv vor der Urlaus­reise juris­tisch von seinem Anwalt auf ver­meintliche Unbe­den­klichkeit hat­te prüfen lassen.

Vere­in reagiert auf Urteil

Der Sportk­lub “Kick­box-Team Cot­tbus 09”, in dem Walzuck aktiv war, hat Walzuck in Reak­tion auf das Gericht­surteil umge­hend aus­geschlossen.

Die Nähe von Walzuck zur recht­en Szene war schon vorher kein Geheim­nis. So war er bei einem Kampf im Elbe-Elster-Kreis zur Musik der Recht­srock­band “Blitzkrieg” in den Ring marschiert.

Noch Ende 2011 hat­te Walzuck ein Glück­wun­schschreiben des Cot­tbusser Ober­bürg­er­meis­ters Frank Szy­man­s­ki (SPD) erhal­ten, in dem ihm zur Vertei­di­gung des deutschen Meis­ter­ti­tels (in der Ver­sion des “World Kick­box­ing Net­work” WKN) grat­uliert wurde, berichtet die Lausitzer Rund­schau fern­er. Ein Fußball-Sta­dion­ver­bot wegen “recht­sex­trem­istis­ch­er Hand­lun­gen” gegen den Energie-Cot­tbus-Fan war erst kurz zuvor — im Som­mer 2011 — aus­ge­laufen.

Ide­ale besiegen das Geld”

Markus Walzuck ist laut dem entsprechen­den Web­seit­en­im­pres­sum auch Inhab­er des Unternehmens “Tex.Fabrik”, welche die Klei­dungs­marken “Box­ing Con­nec­tion” beziehungsweise “Label 23” pro­duziert. Ver­trieben wird Klei­dung mit Kampf­s­port­mo­tiv­en, die teil­weise in der Hooli­gan­szene, aber auch unter Recht­en beliebt ist. Sie wird im Inter­net beispiel­sweise gemein­sam mit Pro­duk­ten von “Thor Steinar” verkauft. Im Inter­net wirbt “Box­ing Con­nec­tion” mit dem Slo­gan “Ide­ale besiegen das Geld”.

Spätestens nach dem jet­zi­gen Gericht­surteil wegen der Hitlerverehrung von Walzuck dürfte deut­lich­er gewor­den sein, was mit zu diesen “Ide­alen” gezählt wer­den darf.

All­ge­mein gibt es in Süd­bran­den­burg und Sach­sen immer wieder Berührungspunk­te zwis­chen Neon­azi- und Kampf­s­port­szene. So richtete das Neon­azi-Net­zw­erk der “Spreelichter” schon mehrfach “nationale Kampf­s­port­tage” unter Mot­tos wie “Leben heißt Kampf” aus.

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