22. November 2003 · Quelle: LR

Klare Botschaften

(LR, Jan Gloß­mann) Der Auf­bruch vol­lzieht sich derzeit noch leise, doch die Beteiligten hof­fen,
dass er zum recht­en Zeit­punkt recht laut ist: Wider­stand formiert sich gegen
den geplanten Auf­marsch von Neon­azis am 13. Dezem­ber in Cot­tbus.

Der Zug des braunen Ungeistes wird sich voraus­sichtlich wed­er ver­bi­eten noch
son­st wie ver­hin­dern lassen. Eine Demokratie muss damit umge­hen kön­nen. Das
heißt auch, dass gewalt­tätige Kon­fronta­tio­nen auf Cot­tbuser Straßen und
Plätzen nicht Sinn der Sache sind.

Wohl aber Auseinan­der­set­zung. Denn Cot­tbus gilt noch immer als recht­sex­treme
Hochburg, auch wenn die Szene sich zulet­zt zurück­ge­zo­gen zu haben schien. Es
ist jedoch nicht aus­geschlossen, dass dem Nazi-Zug hin­ter vie­len Cot­tbuser
Gar­di­nen klammheim­lich Beifall gespendet wird.

Bei den Unruhen unter Jugendlichen ver­schieden­ster poli­tis­ch­er Rich­tun­gen an
der Stadthalle reg­istri­erte die Polizei außer­dem auf­fäl­lig viele
Nicht-Cot­tbuser. Bis­lang kann nur spekuliert wer­den, ob das Geschehen im
Stadtzen­trum auch ein Vorge­plänkel für den 13. Dezem­ber war.

Um so wichtiger sind jet­zt die Ideen für eine friedliche Gegen­wehr. Eine
davon: Eine halbe Stunde nach der geplanten Nazi-Demo soll sich ein Zug der
Tol­er­an­ten auf den gle­ichen Weg machen. Eine Leipziger Idee auf­greifend,
«bewaffnet» mit Besen. Der braune Müll soll gle­ich wieder aus der Stadt
gekehrt wer­den.

Speziell die Stadtverord­neten wis­sen, dass sie es nicht bei solchen
sym­bol­is­chen Aktio­nen belassen dür­fen. Sie sind gefragt, wenn es um die den
All­t­ag betr­e­f­fend­en Entschei­dun­gen geht. Stad­ten­twick­lung,
Wirtschafts­förderung, Jugen­dar­beit sind die Schw­er­punk­te.

Ende des Monats ver­lei­ht die Stadt ihre Ehren­medaille an den ehe­ma­li­gen
The­ater-Inten­dan­ten Christoph Schroth, dessen Arbeit am Schiller­platz vom
Geist der Tol­er­anz durch­zo­gen war, und an Erna Etis, die in der Naz­izeit in
Cot­tbus eine jüdis­che Fam­i­lie ret­tete. Zwei Wochen vor dem 13. Dezem­ber sind
diese Namen auch eine klare Botschaft.

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Kundge­bung zum Inter­na­tionalen Tag zur Entkrim­i­nal­isierung von Schwanger­schaftsab­brüchen am 28. Sep­tem­ber um 11 Uhr auf dem Heron­platz (am Stadt­brun­nen) in Cot­tbus

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