6. Februar 2008 · Quelle: Antifa Bad Freienwalde [AFRW]

Kleine Stadt — Große Probleme

Dies soll eine Veröf­fentlichung von Geschehnis­sen darstellen, schlichte Fak­ten darüber, wie sich das Inter­esse von Neon­azis aus dem Raum Eberswalde/Barnim an Antifas aus Bad Freien­walde rapi­de steigert und wie sich dieses, beson­ders seit Ende des ver­gan­genen / anfang des Jahres äußerte. Wir haben uns zu diesem Schritt entsch­ieden, um auch anderen Personen/Gruppen die Möglichkeit zu geben sich ein Bild aus Bad Freien­walde und Umge­bung zu machen. Obwohl vor­ange­gan­gene Über­legun­gen unser­er­seits auch die Möglichkeit in Erwä­gung zogen, vor­erst keine Veröf­fentlichung zu diesem The­ma vorzunehmen. Ein­er­seits um abzuwarten bis sich das Inter­esse eventuell etwas legt, aber auch, um der schon verun­sicherten linken Jugend aus Bad Freien­walde weit­ere Unan­nehm­lichkeit­en zu ers­paren, die bis jet­zt schon des öfteren ent­standen sind. Doch Tat­sache ist, dass damit nichts gewon­nen wor­den wäre. Im Gegen­teil hal­ten wir es ger­ade für wichtig mitzuteilen was sich in let­zter Zeit in Bad Freien­walde und Umge­bung abspielt. So ver­sucht­en Eber­swalder Neon­azis des öfteren Jugendliche aus dieser Region anzuwer­ben. Wir wollen hier­mit auf ihre ver­stärk­ten Aktiv­itäten in Bad Freien­walde aufmerk­sam machen und informieren.

Am 19.10.2007 um 18.00 Uhr sucht­en Eber­swalder Nazis das erste mal die Räum­lichkeit­en der Bad Freien­walder Alter­na­tive e.V. auf und trafen dort auf ein Mit­glied. Sie bedro­ht­en es, es solle seinen “Zeck­en­fre­un­den” bescheid sagen, dass sie wüssten was passiert ist und wer es war, dass sie bere­its Anzeige erstat­tet hät­ten und das, wenn so etwas noch ein­mal vorkom­men sollte, sie weitaus weniger fre­undlich wiederkom­men wür­den und etwas viel Schlim­meres passieren würde, da dies ger­ade der friedliche Weg sei. Das Mit­glied äußerte sich dazu kaum, nur dass es nicht wüsste um was es gehe, es aber anderen Mit­gliedern des Vere­ins aus­richt­en würde. Daraufhin ver­ließen die Nazis das Gelände mit einem schwarzen Kom­bi. In Gesprächen mit der Antifa kon­nte das Mit­glied anhand von Bildern einen der bei­den “Besuch­er” als Chris­t­ian Banask­iewicz (Rechte Hand von Gor­don Rein­holz) iden­ti­fizieren, der Zweite blieb allerd­ings unbekan­nt.

Einen Monat später, am 24.11.2007, wur­den zwei Jugendliche wiederum von zwei Eber­swaldern Neon­azis attack­iert. Als sie in der Wriezen­er Straße gegen 23.00 Uhr auf einen Fre­und warteten, park­te ein Auto mit dem Kennze­ichen BAR-E-249 vor der Woh­nung eines bekan­nten Neon­azis. Kurz nach­dem die Insassen des Autos in diese Woh­nung gegan­gen waren kamen sie auch schon wieder her­aus ger­an­nt. Ver­mummt und mit Teleskop­schlagstöck­en bedro­ht­en sie die Jugendlichen und beschimpften sie als “Zeck­en” und “Antifaschweine”. Den Opfern gelang es zum Glück zu fliehen.

Wenige Zeit später, am 03.12.2007, wurde ein Bad Freien­walder Punk in Eber­swalde von zwei Neon­azis angepö­belt und ver­prügelt. Bei den Tätern han­delte es sich um Sebas­t­ian E. aus Bernau und um Andy G. aus Eber­swalde. Durch eine Frau, die ein großes Maß an Zivil­courage zeigte und sich den Nazis in den Weg stellte gelang dem Punk die Flucht. Dies hat­ten auch die Neon­azis vor, doch als sie in das Auto eines Kumpels steigen woll­ten, nach­dem sie mit ihren Handys Fotos von der Frau geschossen hat­ten, wur­den sie von der Polizei gestellt. (Quelle: MOZ)

Am Ende diesen Monats, am 28.12.2007 trafen in Heck­el­berg (ca. 18 km von Bad Freien­walde ent­fer­nt) zwei Jugendliche auf fünf Eber­swalder Neon­azis. Unter Ihnen befand sich Chris­t­ian Banask­iewicz. Von zwei Weit­eren ist eine Per­so­n­enbeschrei­bung vorhan­den. Ein­er von ihnen trug eine schwarze Led­er­jacke, eine schwarze Mütze mit Flam­men­muster und hat­te einen “Zick­en­bart”. Auch die zweite Per­son war schwarz gek­lei­det, mit schwarz­er Mütze und schwarzen Ohrrin­gen. Sie stell­ten Fra­gen zur Antifa Bad Freien­walde und woll­ten wis­sen wer in ihr aktiv sei, erhiel­ten jedoch keine Antworten.

Daraufhin, später am sel­ben Abend, erre­ichte die Dreistigkeit der Eber­swalder Neon­azis ihren bis jet­zi­gen Höhep­unkt. Mit ein­er Gruppe von sieben Per­so­n­en stat­teten sie wiederum den Räum­lichkeit­en der Bad Freien­walder Alter­na­tive e.V. einen Besuch ab. Wie selb­stver­ständlich set­zten sie sich und forderten auch die anwe­senden Mit­glieder des Vere­ins dazu auf, mit der Begrün­dung, sie wollen mal in Ruhe mit ihnen reden. Dieses Gespräch soll wohl eher einem Ver­hör geglichen haben, denn nach­dem die Nazis kurz den Sachver­halt dargelegt hat­ten, näm­lich das in dem Eber­swalder Nazi-Laden “NMV-Ver­sand”, geführt von Gor­don Rein­holz (ehe­ma­liger MHS‘ler), ange­blich die Fen­ster­scheiben eingeschmis­sen wor­den seien, dass sie dies nicht mehr annehm­bar fän­den und dass sie der Mei­n­ung seien, dies sei das Werk von Antifas aus der Region gewe­sen. Danach fol­gten viele Fra­gen über die mut­maßlichen TäterIn­nen. Wer sei in der Antifa Bad Freien­walde? Ob sie sich in den Räum­lichkeit­en der Bad Freien­walder Alter­na­tive e.V. aufhal­ten? Woher haben sie die Infor­ma­tio­nen, die in Pressemit­teilun­gen dur­chaus wahrheits­ge­treu wiedergegeben wer­den? Wie sei das Ver­hält­nis zu dem Infori­ot und ob man davon Per­so­n­en kenne? Allerd­ings trafen sie damit bei den Mit­gliedern des Vere­ins auf Unwis­senheit. Auf die Frage hin, wo sich die Antifa denn son­st noch so in Bad Freien­walde aufhal­ten kön­nte, viel den Vere­ins­mit­gliedern lei­der nichts ein. Nach ein­er hal­ben Stunde trat­en die Nazis unter ihnen wieder Chris­t­ian Banask­iewicz und der Bad Freien­walder Kon­tak­t­mann Robert Geb­hardt den Heimweg an. Auf diesem Weg stat­teten sie noch dem Offi, ein so genan­ntes Jugend‑, Kultur‑, Bil­dungs-und Bürg­erIn­nen­zen­trum, einen kurzen Besuch ab um dort eventuell ihr Glück zu ver­suchen. Allerd­ings scheit­erte auch dieser Anlauf.

Am Fre­itag, den 25.01.2008 um 13.30 Uhr haben zwei Unbekan­nte einen weit­eren, ver­meintlich linken, Jugendlichen ange­hal­ten, um auch diesen über die Antifa und die Bad Freien­walder Alter­na­tive e.V. zu befra­gen. Der Jugendliche beneinte alle Fra­gen, worauf die Unbekan­nten mein­ten, dass dieser nicht beson­ders gesprächig sei. Nach ca. 5 min. ver­ließen die Unbekan­nten den Ort mit einem dunkel­blauen VW-Pas­sat mit dem Kennze­ichen: BAR-Y-769. “Sie waren etwa 30 Jahre alt, der eine trug eine Son­nen­brille und hat­te dun­kle, braune Haare”, sagte * Ron­ny Höck­ler.

Acht Tage später, am 02.02.2008 beschat­teten die Insassen von zwei Autos mit Barn­imer Kennze­ichen, eines davon ein dunkel­blauer Golf, die Räume der Bad Freien­walder Alter­na­tive e.V. von einem benach­barten Park­platz aus (von 20.00 Uhr bis 24.00 Uhr). Gegen 01.00 Uhr kam ein sil­bern­er BMW (MOL), mit min­destens drei Insassen, direkt zu den Räum­lichkeit­en. Ein­er von ihnen ver­suchte sich Zugang in die Räume zu ver­schaf­fen, da die Tür allerd­ings ver­schlossen war, schlug er ein Fen­ster ein. Daraufhin flo­hen die Täter. “Wir hat­ten höl­lis­che Angst sagten * Dominik Ger­lach und Mia Lohse” die das Gescheh­nis aus dem Fen­ster beobachteten. Die Polizei, welche alarmiert wor­den war, unter­nahm allerd­ings nichts um den Sachver­halt aufzuk­lären. Stattdessen weigerten sie sich, einen Hand­ab­druck aufzunehmen, den der Täter an der Fen­ster­scheibe zurück­ge­lassen hat­te.

„Aus unser­er Chronik kann man deut­lich erken­nen das Eber­swalder Neon­azis ver­schärft ein Auge auf Bad Freien­walde und Umge­bung gewor­fen haben. So kam es beispiel­sweise nach ein­er antifaschis­tis­chen Demon­stra­tion am 07.07.2007 zu mehreren Bedro­hun­gen und Kör­per­ver­let­zun­gen. Auch bei dem Bad Freien­walder Alt­stadt­fest Anfang Sep­tem­ber wur­den Jugendliche von Eber­swaldern Neon­azis ver­prügelt und durch die Stadt gejagt. Daran zwar nicht beteiligt aber auch anwe­send war Gor­don Rein­holz. Dieser wurde des öfteren mit dem stadt­bekan­nten Neon­azi Robert Geb­hardt gese­hen, wie sie sich aus­tauscht­en und Kon­tak­te ver­tieften. Das gute Ver­hält­nis von Robert Geb­hardt zu seinen Eber­swaldern Kam­er­aden macht sich a
uch jet­zt immer öfter bemerk­bar. Das sie jet­zt sog­ar direkt auf alter­na­tive Jugendliche zuge­hen um “Gespräche” zu suchen zeigt ein­deutig, dass sie immer dreis­ter wer­den und keine Möglichkeit aus­lassen Ein­schüchterungs- und Verun­sicherungsver­suche zu starten. Wir wollen hier­mit die Auf­forderung an Alle stellen, soge­nan­nte Gespräche mit Nazis zu ver­mei­den / ver­weigern, da man nie weiß welche kle­in­ste Infor­ma­tion für sie von großer Bedeu­tung sein kön­nte, außer­dem sollte bei Über­grif­f­en nie weg geschaut wer­den son­dern wichtig ist es einzu­greifen und falls nötig Hil­fe zu alarmieren. Denn ein Schweigen ist eine stille Zus­tim­mung, durch das weg schauen toleriert man die Ver­hält­nisse. Es hil­ft nicht nur darüber zu reden, es gilt einzu­greifen und ein klares Zeichen gegen Neon­azis, aus welch­er Region auch immer, zu set­zen. Betra­chtet man Bad Freien­walde ober­fläch­lich, dann scheint alles in Ord­nung zu sein: Kaum gewalt­tätige Über­griffe auf Ander­s­denk­ende im Ver­hält­nis zu anderen bran­den­bur­gis­chen Städten, doch dies ist nur der Schein. Beim genaueren Betra­cht­en der Sit­u­a­tion ist ein­deutig zu erken­nen, dass die Nazis genau­so dreist und gefährlich sind wie auch andererorts. Nur mit dem Unter­schied, dass die Prob­lematik hier gerne rel­a­tiviert und herun­terge­spielt wird.” so Lena Serath — Press­esprecherin der Antifa Bad Freien­walde [AFRW].

* Namen zum Schutz der Opfer geän­dert

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